Fussball
Drei Tage nach 1:5 in Madrid: Paulo Sousa wehrt sich gegen seine Kritiker

An der Pressekonferenz vor dem Cup-Spiel in Winterthur rechtfertigt der Portugiese seine Arbeit als FCB-Trainer und brachte Argumente, die gegen die Kritik an seiner Person sprechen.

Sebastian Wendel
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Der Schweiger

Der Schweiger

Keystone

Drei Tage liegt die 1:5-Niederlage in Madrid zurück. Akzentuiert durch die vorangegangene Pleite gegen GC (1:3), prasselte nach dem Real-Spiel Kritik auf FCB-Trainer Paulo Sousa ein. Angeprangert werden: Die seltsamen Personalentscheide wie der Verzicht auf Topskorer Gashi in Madrid. Und die vielen taktischen und personellen Wechsel von Spiel zu Spiel.

Am Freitag sah sich Paulo Sousa genötigt, die Kritik zu erwidern. An der Pressekonferenz, an der eigentlich das bevorstehende Cup-Spiel in Winterthur Thema sein sollte, rechtfertigte er 20 Minuten lang seine Arbeit.

Kein Verständnis für die Kritik

«Im Fussball geht es um Resultate. Wenn diese nicht stimmen, gibt es Kritik. Damit kann ich leben.» Was den Portugiesen stört, ist die Kritik an seiner Spielweise. «Ich habe gelesen, wir seien zu defensiv aufgetreten in Madrid. Aber hey: Wir waren im Bernabéu, nicht irgendwo. Wir hatten 48 Prozent Ballbesitz. Wir hatten fünf Schüsse aufs Tor, Real neun. Wir sind mehr gelaufen. Wir waren defensiv?» Er wollte von seinen Spielern, dass sie Persönlichkeit auf dem Platz zeigen. «Das war der Fall.»

Seit Beginn seiner Amtszeit sei die Philosophie, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrücken. «Wir wollen Protagonist sein, in jedem Spiel.» Das bedinge Risiken, vor allem, wenn es gegen Real geht. «Risiko heisst, es können Fehler passieren. Davon haben wir in Madrid zu viele gemacht. Aber wir wollen diesen Weg weitergehen, die Spieler wollen das auch.»

Er fordert Zeit ein

Zur für viele übertriebenen Rotation im Abwehrverbund sagte er: «Safari, Xhaka, Schär, Suchy und Vaclik sind die Spieler mit den meisten Einsatzminuten. Ich sehe Beständigkeit. Wir wissen, dass wir Stabilität brauchen, daran arbeiten wir. Aber es kamen viele Spieler später von der WM, wir haben viele neue Spieler. Es braucht Zeit, bis alles aufeinander abgestimmt ist.»

Zum Schluss sagt er: «Wer immer nur das Negative sieht, findet es auch. Ich habe in Madrid und bei den anderen Niederlagen auch positive Dinge gesehen.»