Der Kenianer Eliud Kipchoge (Olympiasieger 2016, Bestzeit 2:03:05 Stunden), der Eritreer Zersenay Tadese (Halbmarathon-Weltrekordhalter, 58:23) und der Äthiopier Lelisa Desisa (Bestzeit 2:04:45) werden am Wochenende in Monza loslaufen. Wann genau, ist noch nicht bestimmt, denn es wird das Zeitfenster mit den günstigsten meteorologischen Bedingungen ausgewählt.

Nike Breaking2

So sieht der Versuch aus: Der Tesla fährt voraus, die Marathon-Läufer folgen.

Zweieinhalb Minuten pro Kilometer

Die drei Afrikaner sind nicht alleine auf der Strecke unterwegs. Schrittmacher, die immer wieder ein- und ausgewechselt werden, spenden ihnen Windschatten und geben eine Pace von 2:50 Minuten pro Kilometer vor. Auch der Romand Julien Wanders ist für diese Aufgabe vorgesehen. Zusätzlich gibt ein Elektroauto die Kadenz von 17 Sekunden pro 100 Meter vor.

Der Romand Julien Wanders wird einer der «Pace-Angeber» sein.

Der Romand Julien Wanders wird einer der «Pace-Angeber» sein.

Der Weltrekord steht bei 2:02:57 Minuten, aufgestellt von Dennis Kimetto beim Berlin Marathon 2014. 178 Sekunden muss einer des Trios schneller sein. Dies entspricht 4,22 Sekunden pro Kilometer. Für einen Hobby-Läufer klingt dies nicht nach viel, aber im Spitzensport ist diese Differenz eine ganze Menge, zumal Kimetto bei seinem Weltrekord bereits am Limit gelaufen ist.

Es wird wohl beim Versuch bleiben

Ob «Breaking2» sportlich gelingen wird, ist mehr als fraglich. Die meisten Experten geben dem Versuch nur wenig Chancen, obwohl ein spezieller Schuh zum Einsatz kommt (eine spezielle Dämpfung soll die Aufprallkräfte reduzieren und eine Karbonplatte für die nötige Stabilität sorgen), ein Spezialgetränk die Energiespeicher rasch füllt, die Kleidung windschlüpfrig ist und die Pacemaker abwechslungsweise beim Versuch ein- und aussteigen. Vorwiegend aus letzterem Grund wird die Zeit des Schnellsten auch nicht als Weltrekord anerkannt werden.

Leichtathletik aus dem Labor

Primär WerbungPeter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, begegnet dem Projekt mit Vorbehalten. «Das ist Werbung, verbunden mit Sport. Leichtathletik aus dem Labor», sagt er. "Da werden Faktoren geschaffen, wie wir sie sonst in unserem Sport nicht antreffen.» Die äusseren Einflüsse, die Taktik, der Kampf Mann gegen Mann, die Wahl der Strecke ohne Zuschauer und enge Kurven - all dies sei in der traditionellen Leichtathletik so nicht vorhanden.

Philipp Bandi: «Wenn sie wirklich unter zwei Stunden laufen, ist ihre Leistung mindestens eines Weltrekordes würdig.»

Philipp Bandi: «Wenn sie wirklich unter zwei Stunden laufen, ist ihre Leistung mindestens eines Weltrekordes würdig.»

Philipp Bandi, vor knapp zehn Jahren einer besten Schweizer Strassenläufer, tendiert in eine ähnliche Richtung. Allerdings hält er fest: «Wenn sie tatsächlich unter zwei Stunden laufen, dann ist ihre Leistung zumindest eines Weltrekords würdig.»