Donald Trump
Donald «trumpelt» auch im Sport: seine grössten Fehlgriffe

Was der neu gewählte US-Präsident im Sportbusiness anfasst,erleidet Schiffbruch – drei Debakel-Geschichten in drei verschiedenen Sportarten.

Silvan Hartmann
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Auftritt mit breiter Brust: Donald Trump im Jahr 1984 als Investor des USFL-Teams New Jersey Generals. Kurze Zeitspäter verabschiedete sich Trump mit einem Gerichtsentscheid vom Football-Business.

Auftritt mit breiter Brust: Donald Trump im Jahr 1984 als Investor des USFL-Teams New Jersey Generals. Kurze Zeitspäter verabschiedete sich Trump mit einem Gerichtsentscheid vom Football-Business.

KEYSTONE

«Football ist weich geworden. So wie unser Land weich geworden ist.» Das sagte der neu gewählte US-Präsident Donald Trump Anfang Jahr auf einem Podium und sorgte damit nicht zuletzt für Zündstoff in der American-Football-Szene. Schuld seien vor allem die Schiedsrichter, die sich in den Mittelpunkt spielten, damit sich ihre Frauen zu Hause am Bildschirm daran begeistern könnten, ergänzte Trump. In seiner Aussage dürfte eine grosse Portion Frust mitschwingen, weil sich der angehende US-Präsident bislang im Sportbusiness arg die Hände verbrannte. Vor allem in den 80er-Jahren tummelte er in der Welt des Sports herum, steckte Geld in Football-Teams, organisierte Radrennen und baute Golfplätze. Drei Trump-Debakel in drei verschiedenen Sportarten:

Das Football-Desaster

Es war im Jahr 1984, als Trump, der milliardenschwere Immobilienunternehmer, die Football-Organisation der New Jersey Generals aufkaufte. Das Team gehörte der United States Football League (USFL) an, die Anfang 1983 als Konkurrenzprodukt zur etablierten National Football League (NFL) ganz respektabel auf den Markt gekommen war. Während die NFL von August bis Februar spielte, nutzte die USFL die Chance und bot Football auch im Frühling an. Die Liga hatte eine verheissungsvolle Zukunft vor sich. Doch dann schlug Trump zu, zog die Scheinwerfer auf sich und legte sich mit der Konkurrenz an.

Fans der Carolina Panthers übernehmen den Wahlslogan des Präsidenten.

Fans der Carolina Panthers übernehmen den Wahlslogan des Präsidenten.

Keystone

Er forcierte das Duell mit der mächtigen NFL, das in einer Klage Trumps gegen die Monopolstellung endete. Trump und die USFL erhielten Recht, aber statt der geforderten 1,32 Milliarden Dollar Schadenersatz, gab es symbolisch einen Dollar. Später erhielt die USFL in einem Kartellstreit die dreifache Summe des Schadenersatzes – inklusive Zinsen: 3 Dollar, 76 Cent. Die vierte USFL-Saison fand nie statt. Trumps Kommentar: «Ich habe diese Liga so weit gebracht, wie ich konnte. Ohne mich wäre sie viel früher eingegangen.»

Die Tour-de-Trump-Tragödie

Nach dem missglückten Football-Abenteuer beteiligte sich Donald Trump 1987 mit über 750 000 US-Dollar an der «Tour de Jersey», einem Profi-Radrennen, dessen Organisatoren sich ernsthaft als grosses Ziel zu Herzen nahmen, die Tour de France zu konkurrenzieren. Trump war schon damals eine kontroverse Figur, galt als Sinnbild für Masslosigkeit, sodass das Publikum am Strassenrand mit zweifelhaften Sprechchören und Plakaten gegen Trump für Stimmung sorgte. Das Rennen ging 1989 erstmals über die Bühne, nicht als Tour de Jersey, sondern als Tour de Trump. Ein Moderator fragte nach, warum das Rennen nicht wie andere Radrennen nach der Region benannt sei, in der es stattfinde, worauf Trump selbstbewusst antwortete: «Das hätten wir tun können, wenn wir ein nicht so erfolgreiches Rennen hätten organisieren wollen.» Der Erfolg jedoch hielt sich auch mit dem Namen Trump in Grenzen. 1991 zog sich Trump still und leise zurück, das Radrennen wurde in Tour DuPont umbenannt, 1996 wurde auch diese eingestellt.

Das Golf-Verhängnis

Schliesslich hinterliess Donald Trump auch in der Golfszene seine zweifelhaften Spuren. Er besitzt weltweit über ein Dutzend Golfplätze und rühmt sich bei jeder sich bietenden Möglichkeit für seine luxuriösen Golf-Anlagen. Dabei sorgen diese für grossen Widerspruch. Trump hat deren Wert mit 1,86 Milliarden Dollar taxiert, rund eine Milliarde zu hoch, wie das angesehene Wirtschaftsmagazin «Forbes» einst befand. So gilt Trump in der Golfszene längst nicht mehr als Gigant, sondern wird als Grossmaul abgewatscht.

Vor allem verspielte er im Gentleman-Sport viel Ansehen, als er mexikanische Einwanderer allgemein hin als «Killer» und «Vergewaltiger» verunglimpft hatte. Eine zwei Jahre zuvor ausgefeilte vielversprechende Zusammenarbeit mit der amerikanischen Profigolfer-Vereinigung PGA geriet nicht nur ins Wanken, sondern wurde nach den skandalösen Aussagen umgehend beendet.

Donald Trump versucht sich auch gerne selbst auf dem Golfplatz.

Donald Trump versucht sich auch gerne selbst auf dem Golfplatz.

Keystone

Ursprünglich sollte der «Grand Slam of Golf», ein Turnier der Gewinner der vier grossen Major-Turniere des Jahres und vergleichbar mit der Champions League im Fussball oder den World Tour Finals in London im Tennis, auf Trumps Golfplatz im kalifornischen Rancho Pales Verdes stattfinden. Weil die Kooperation beendet wurde und die Veranstalter keinen Ersatzort fanden, wurde der Anlass gestrichen.

Auch in Schottland distanzierten sich die Organisatoren der British Open von Trump, der in Ayrshire einen Platz besitzt. Trumps Anwesen war viermal Austragungsort der British Open und sogar als Gastgeber für 2020 im Gespräch. Doch das Risiko, dass nach Trumps Kommentaren bedeutungsvolle Spieler und Sponsoren das Turnier boykottieren könnten, sei zu gross.

Der Kommentar der PGA-Tour zum Golf-Desaster: «Können wir ohne Trump leben? Wir können es.»

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