Skispringen
Dominik Peter hat alles, was es für den Erfolg braucht. Ein Experte sagt über ihn: «Der perfekte Skispringer»

Der 19-jährige Zürcher Oberländer war der beste Schweizer in der Qualifikation des Weltcupspringens von Engelberg – und er ist ein grosses Versprechen für die Zukunft.

Rainer Sommerhalder
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Der 19-jährige Dominik Peter springt in der Qualifikation zum Weltcup in Engelberg auf 125 Meter und ist damit bester Schweizer.

Der 19-jährige Dominik Peter springt in der Qualifikation zum Weltcup in Engelberg auf 125 Meter und ist damit bester Schweizer.

Urs Flueeler / KEYSTONE

«Ich glaube, das kommt gut», sagt der Schweizer Skisprungchef Berni Schödler zu Dominik Peter. Der 19-Jährige aus Fischingen im Tösstal gilt als grosse Zukunftshoffnung. Vom Charakter, seinen Eigenschaften und seinen Möglichkeiten her sei er so etwas wie «der perfekte Skispringer» attestiert ihm ein langjähriger Fachmann.

Peter ist ehrgeizig, zielstrebig, fokussiert, lernbegierig – und er setzt sehr schnell um. «Wenn ich etwas will, dann schaue ich nicht nach links und nicht nach rechts», sagt er von sich selbst, «bei mir gibt es keine halben Sachen». Bislang ging es in der noch jungen Karriere des Zürcher Oberländers praktisch nur bergauf. Weltcup-Debüt im Januar 2019, zehn Monate später erstmals in den Punkterängen, bereits dreimal im zweiten Durchgang in diesem Winter, seit dem Springen vor zwei Wochen in Russland mit einem 16. Rang als Bestresultat und als jüngste Duftmarke am Freitag in Engelberg der sportliche Leader des Schweizer Teams (20.).

Klare Worte auch in Bezug auf Simon Ammann

Dominik Peter ist aktuell so etwas wie der unbekümmerte Gegenpart von Simon Ammann. Wohl genau so, wie es der Toggenburger Vierfach-Olympiasieger in Peters Alter war. Gerade mal drei Wochen lang vertraute er im Frühling auf den von Ammann entwickelten Karbonschuh, bevor er für sich entschied, dass das Modell viel zu wenig ausgereift und seine Entwicklung deshalb mit zu grossen Abstrichen in anderen Bereichen verbunden sei. Dies merke ja auch Simon langsam aber sicher, sagt Dominik Peter.

Überhaupt sei Ammann zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er eine echte Bezugsperson für Peter wäre. Den coolen Drive findet er eher mit Gregor Deschwanden. Und seit längerem mit dem verletzten Killian Peier. Mit ihm hat er sich im Weltcup das Zimmer geteilt. Von ihm hat er sich in vielen Punkten inspirieren lassen, etwa bei der Arbeit im Kraftraum oder durch dessen innere Ruhe.

Nationaltrainer Ronny Hornschuh attestiert seinem jüngsten Teammitglied, dass er sehr gut «mit den Augen klauen kann». Er sei ein harter Arbeiter, ein Athlet, welcher «die Dinge selbst angehe». Dass er mit 19 Jahren skisprungtechnisch noch mitten in einer Entwicklung steht, ergibt sich von selbst.

Ein mentaler Autodidakt und ein guter Verkäufer

Die positive sportliche Entwicklung ist nicht selbstverständlich. Dominik Peter ist seit dem vergangenen Winter nochmals um gut drei Zentimeter gewachsen. Das verändert im Skispringen ziemlich vieles. Auch das ein Grund, wieso der Karbonschuh seinen Platz derzeit zuhause im Schrank hat. «Ich habe während des Sommers genug zu tun gehabt», sagt Peter.

An Dominik Peter imponieren neben dem kompromisslosen Ehrgeiz die enorme Selbstständigkeit und seine Reife. Einen Mentaltrainer braucht er nicht, da er vom Gelernten aus dem Freifach «Mentale Stärke» in der Sportschule lebt.

Der Eindruck, den Peter während der KV-Ausbildung hinterlassen hat, scheint derart prägend gewesen zu sein, dass er einerseits in diesem Sommer im Lehrbetrieb, einem Treuhandbüro in Schindellegi, eine 40-prozentige Weiteranstellung mit ausgesprochener Flexibilität erhalten und andererseits die United School of Sports gleich als Sponsor gewonnen hat.