EM-Qualifikation
«Dieses Spiel muss eine Initialzündung sein»

Alex Frei hat im März 2001 gegen Serbien/Montenegro sein erstes Länderspiel bestritten. Jetzt trifft der Stürmer wieder auf Montenegro. Und steht mit der Mannschaft unter Druck.

Felix Bingesser
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Alex Frei, was erwarten Sie von der heutigen Partie?

Alex Frei: Dieses Spiel muss eine Initialzündung sein. Wir müssen das Vertrauen unserer Fans in der Schweiz wieder zurückgewinnen und müssen wieder dahin kommen, dass wieder alle vorbehaltlos hinter uns stehen.

War das zuletzt nicht mehr der Fall?

Alex Frei: Ich spüre einfach eine gewisse Verunsicherung und ein ungutes Gefühl bei den Anhängern. Wir müssen als Mannschaft wieder den bedingungslosen Weg finden und einen Zusammenhalt haben, wie wir ihn vor vier oder sechs Jahren hatten. Da ist jeder Einzelne gefordert. Natürlich auch ich als Captain. Es ist klar, dass ich meinen Kollegen auch helfen muss. Ich stehe in der Verantwortung, ich habe seit mehr als einem Jahr im Nationalteam kein Tor mehr erzielt. Aber ich bin überzeugt, dass ich auch mit 31 Jahren auf dieser Stufe noch mithalten kann.

Was erwarten Sie vom Gegner Montenegro?

Alex Frei: Der Druck ist für uns grösser als für Montenegro. Sie spielen, wie Mannschaften aus dieser Region eben spielen, sind körperlich stark und technisch gut. Vielleicht sind sie dafür taktisch nicht ganz so stark. Aber sie sind stolz auf ihr Land und werden diesen Stolz auch auf den Platz bringen. Da müssen wir dagegen- halten. Für uns ist es in diesem Spiel jetzt Zeit, wieder zu agieren und nicht nur zu reagieren.

Woran hat es zuletzt gefehlt?

Alex Frei: Vielleicht etwas an der Mentalität. Uns fehlt vielleicht in gewissen Situationen auch mal ein Typ wie Raphael Wicky zu seinen besten Zeiten. Einer, der mal aus sich herauskommt. Oder vielleicht fehlt auch ein wenig die Cleverness, diese Abgezocktheit, wie sie früher Spieler wie Kubilay Türkyilmaz oder Ciriaco Sforza hatten. Diese Schlitzohrigkeit haben wir im Moment etwas zu wenig.

In der Offensive ruhen alle Hoffnungen auf dem «Basler Block» mit Shaqiri, Stocker, Streller und Ihnen. Ist Marco Streller Ihr liebster Partner im Angriff?

Alex Frei: Es liegt nicht an mir zu sagen, wer spielen soll oder neben wem ich spielen möchte. Klar ist: Ich kenne Marco seit 22 Jahren. Wir haben gemeinsam bei den Junioren gespielt und spielen jetzt Seite an Seite in der Champions League und in der Nationalmannschaft. Ich geniesse diese Phase ungemein, es ist toll, mit ihm zu spielen. Aber ich hatte auch andere gute Partner. Monterrubio hat in Rennes 25 meiner 50 Tore vorbereitet.