Euorpa League
Dieses Monster müssen die Basler heute bändigen

Givanildo Vieira de Souza – genannt «Hulk» – ist der Superstar von Zenit St. Petersburg, dem heutigen Gegner des FCB im Achtelfinal der Europa League. Gelingt es den Baslern heute, den Hulk wütend zu machen?

Sebastian Wendel
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Hulk, Superstar von Zenit St. Petersburg

Hulk, Superstar von Zenit St. Petersburg

Keystone/PAT

«Macht mich nicht wütend, ihr würdet mich wütend nicht mögen», rät die Comicfigur Bruce Banner ahnungslosen Dieben, bevor er sich in den unglaublichen Hulk verwandelt. Also grösser, breiter und stärker wird und sich seine Haut giftgrün verfärbt.

Diese vier FCB-Verteidiger sollen den Hulk stoppen

Philipp Degen
Seit Wochen in guter Form. Verfügt als 30-Jähriger über viel Erfahrung, auch auf internationalem Niveau.

Aleksandar Dragovic
Der Österreicher steht im Fokus von Zenit. Gut möglich, dass nach den Achtelfinals ein Angebot für ihn reinflattert.

Fabian Schär
Bestreitet heute erst sein achtes Europacup-Spiel. Beeindruckt mit seiner Ruhe und Konstanz - egal gegen wen.

Joo-Ho Park
Stach mit Arjen Robben und Nani schon zwei Superstars aus. Als Linksverteidiger Hulks Hauptgegenspieler.

Den Spielern des FC Basel steht heute im Hinspiel des EuropaLeague-Achtelfinals keine Comicfigur, sondern der reale Hulk gegenüber. Der zwar nicht giftgrün anläuft, mit seiner Statur dem Superhelden jedoch ziemlich nahe kommt. Und wütend werden kann. So wie im Herbst, als er sich nach einigen frühen Auswechslungen beschwerte und mit seinem Abgang drohte.

Der Brasilianer heisst mit richtigem Namen Givanildo Vieira de Souza und nennt sich «Hulk», seit ihm die Fans seines früheren Klubs Tokio Verdy den Übernamen gaben. Oder seit sein Vater sagte: «Du bist stark, also bist du der Hulk.» So genau ist das nicht überliefert.

Der Stürmer mit dem knallharten Schuss und dem ultraschnellen Antritt spielt seit vergangenem Sommer beim aktuellen russischen Meister Zenit St. Petersburg. Hulk wurde im Doppelpack mit dem Belgier Axel Witsel verpflichtet, am 3. September 2012 überwies Zenit für die beiden 120 Millionen Franken an den FC Porto bzw. Benfica Lissabon.

In vier Jahren erzielte er für die Portugiesen knapp 100 Tore, wurde drei Mal Meister und gewann 2011 die Europa League. Während der ersten Monate in Russland bekundete der 26-Jährige Anlaufschwierigkeiten, nun scheint er rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen mit dem FC Basel in Fahrt zu kommen: In den Sechzehntelfinal-Duellen gegen Liverpool traf Hulk je einmal zu Hause und auswärts.

Hulk ist, ohne die bisherigen Gegenspieler kleinzureden, in der aktuellen Saison die wohl grösste Herausforderung für die Basler Abwehrreihe. Zumal mit dem Russen Alexander Kerschakow und dem Portugiesen Danny zwei weitere Fussballer gehobenen Formats Zenits Dreimannsturm komplettieren.

Hulk wütend zu machen, das dürfte heute Abend für einmal das Ziel von dessen Gegner sein. Am ehesten erreicht der FC Basel dies damit, indem er eine bemerkenswerte Serie weiterführt: Seit Murat Yakin das Traineramt in Basel übernommen hat, blieb sein Team in sämtlichen acht Heimspielen ohne Gegentor. In insgesamt 19 Partien unter Yakin musste Goalie Yann Sommer nur 14 Mal hinter sich greifen. Zum Vergleich: Der FC Barcelona, Tabellenführer der spanischen Primera Division, kassierte im gleichen Zeitraum 24 Treffer. Beim englischen Leader Manchester United waren es 17 Gegentore.

Grund genug, den heutigen Gegner zwar ernst zu nehmen, nicht jedoch ob dessen Offensivpower in Ehrfurcht zu erstarren. «Ich kenne Hulks Qualitäten, aber schlecht geträumt habe ich wegen ihm nicht», sagt Geoffroy Serey Die, der seit der Rückrunde zusammen mit Nebenmann Cabral für die defensive Stabilität im Mittelfeld sorgt.

«Warum sollte ich nur wegen eines einzelnen Spielers ein funktionierendes System verändern?», fragt Trainer Yakin rhetorisch. «Wir spielen zu Hause und wollen uns wie gegen Dnjepropetrowsk eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel verschaffen.»

Greift das Basler Defensivkonzept auch gegen die Startruppe aus Sankt Petersburg, ist dies kein vermessenes Ziel. Denn in der Abwehr hat Yakin die Schwächen des Gegners ausgemacht. «Für ein Tor sind wir immer gut», sagt er.