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Diese Fragen beschäftigen weiter: Titel für den ZSC? Aufstieg für Kloten?

Am Freitag an der Ligaversammlung werden über diverse offene Fragen  befunden. Der EHC Kloten liebäugelt mit einem Antrag auf einen Aufstieg am grünen Tisch.

«Komisch». Es ist dieses eine Wort, das immer wieder fällt. Wenn Spieler und Trainer versuchen, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Es ist Donnerstagmorgen in Zürich Oerlikon, um 10.04 Uhr haben die ZSC-Spieler erfahren, dass die Saison abrupt endet. Es folgt eine kurze Diskussion. Dann beschliesst das Team, ein letztes Mal gemeinsam aufs Eis zu gehen. «Ein bisschen <chneble>, wie früher», sagt Chris Baltisberger später, als er in den Katakomben steht. Und fügt an: «Ich habe ein kleines Déja-Vu. Vor einem Jahr standen wir auch hier und mussten unser Ende erklären – weil wir als Titelverteidiger die Playoffs verpassten.»

Ein Transparent der ZSC-Fans beim Geisterspiel zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug.

Ein Transparent der ZSC-Fans beim Geisterspiel zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug.

Zeitgleich herrscht in Zug Leere in den Gesichtern von Spielern und EVZ-Führung. Noch scheint niemand so richtig zu realisieren, dass die Playoffs abgesagt sind. «Das Team hat enttäuscht reagiert», sagt CEO Patrick Lengwiler. «Wir ­hatten eine grosse Chance, nach über 20 Jahren den Meister-Titel wieder nach Zug zu holen.» Auch Trainer Dan Tangnes, nie um einen lockeren Spruch verlegen, ringt um Worte: «Mir tut es Leid für alle hier. Aber es ist die richtige Entscheidung. Es gibt wichtigeres im Leben als Sport.»

Die Eishockey-WM wird abgesagt, die Bestätigung folgt bald

Eine Frage steht immer wieder im Raum. Jene, ob der ZSC nun als Qualifikationssieger zum Meister erklärt wird. Eine Antwort darauf wird die ­Ligaversammlung von heute geben. Mindestens 45 von 60 Stimmen der Klubs müssen dafür sein. Einen emotionalen Wert hat der Titel nicht. Die meisten Spieler mögen sich auch nicht weiter mit der Meister-Frage aufhalten. Der Fakt, dass der ZSC den Qualifi­kationssieg im 50. und letzten Spiel ausgerechnet im Direktduell gegen den EVZ errungen hat, nimmt man im Hallenstadion aber gerne zur Kenntnis. «Wir wussten damals, dass es eventuell das letzte Spiel der Saison sein könnte», ­erzählt Pius Suter, «aber mehr als ein paar Meister-Witze direkt danach ­haben wir auch nicht gemacht.»

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger dagegen sagt: «Wenn uns der Titel ­zugesprochen würde, lehnen wir sicher nicht ab.» Im Wissen, dass ein Titel ­zumindest finanziell einen Wert hätte. Es würde dank Meisterprämien der eine oder andere Franken Prämie der Sponsoren fällig. Zudem, so Leuenberger, gehe es auch darum, das Produkt Eishockey weiter zu verkaufen, im Gespräch zu bleiben, «und dafür kann es nicht schaden, einen Meister zu haben.» Der SC Bern sieht das genauso. Und der Rest der Schweiz?

Wird die National League auf 13 Teams aufgestockt?

Womit wir zur zweiten offenen ­Frage kommen, die ungleich folgenschwerer wäre für die nächste Saison: Der EHC Kloten liebäugelt mit einem Antrag auf einen Aufstieg am grünen Tisch. Weil er die Qualifikation der Swiss League gewonnen hat. Wird der Antrag angenommen, müsste die Saison 2020/21 wohl mit 13 Teams in der National League bestritten werden.

Und die Spieler? Wie geht es nun für sie weiter? Für einmal beginnen die Ferien für alle schon anfangs März. Einzig die Nationalspieler müssen ein paar weitere Tage auf Bereitschaft sein. Vielleicht auch nur noch ein paar wenige Stunden. Denn die WM ist abgesagt. Einzig aus juristischen Gründen wird mit der Absage noch zugewartet. Solange, bis der Kanton Zürich ein Verbot für die Spiele ab 8. Mai ausspricht.

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