Premier League

Diese beiden Wechselpossen zeigen, wie aufgeheizt der Transfermarkt ist

Ab sofort auch im Dress der Spurs anzutreffen: Moussa Sissoko.

Ab sofort auch im Dress der Spurs anzutreffen: Moussa Sissoko.

Die Wechselpossen um Moussa Sissoko und Axel Witsel waren die unrühmlichen Höhepunkte des zum Deadline-Day hochgepuschten Ausklangs der Sommer-Transferperiode. Die Premier League kaufte dank der hohen TV-Einnahmen im großen Stil ein und brach mit Ausgaben von 1,41 Milliarden Euro alle Rekorde.

Der Fall Sissoko erhitzte bis zum Ende die Gemüter. Französische Medien hatten noch kurz vor Toreschluss berichtet, dass der FC Chelsea der neue Klub des Vize-Europameisters sei. Dann hieß es, dass der französische Mittelfeldspieler bereits einen Medizincheck beim FC Everton absolviert habe. Schließlich verkündete der 27-Jährige kurz vor Mitternacht via Twitter selbst seinen Wechsel von Newcastle United zu Tottenham Hotspur - für 35 Millionen Euro.

Der geplante Transfer des belgischen Nationalspielers Axel Witsel von Zenit St. Petersburg zu Juventus Turin gestaltete sich ebenfalls zur Lachnummer. Der 27-Jährige hatte in Turin bereits den Medizincheck absolviert und fast 13 Stunden in einem Hotel auf die Bestätigung seines Wechsels gewartet, ehe bekannt wurde, dass die Russen die notwendigen Unterlagen zu spät nach Turin geschickt hatten. Witsel musste zurück nach St. Petersburg.

Hektik überall

Der englische Top-Klub FC Chelsea erinnerte sich in letzter Minute noch an einen guten alten Bekannten und holte Innenverteidiger David Luiz an die Stamford Bridge zurück. Der brasilianische Nationalspieler soll 37,7 Millionen Euro gekostet haben. Der FC Liverpool wurde auf der Zielgeraden noch den bei Teammanager Jürgen Klopp in Ungnade gefallenen Mario Balotelli los. Der Stürmerstar wechselte zu OGC Nizza nach Frankreich.

Auch in Deutschland brach kurz vor Toreschluss noch einmal Hektik aus. Zwei Wechsel sorgten für Gesprächsstoff. Werder Bremen sicherte sich die Dienste von Olympia-Held Serge Gnabry und hofft, mit dem Torjäger schnell Tritt zu fassen. Der VfL Wolfsburg verstärkte seine Abwehr mit Innenverteidiger Philipp Wollscheid, der auf Leihbasis von Stoke City kommt.

Die Bundesliga hat in der abgelaufenen Transferperiode munter investiert. 547 Millionen Euro investierte die deutsche Elite-Klasse und sorgte für einen neuen Spitzenwert. Im europäischen Ranking belegte man damit hinter der Premier League und der italienischen Serie A (699,94 Millionen Euro) Rang drei.

Deutsche profitieren

Die Fußball-Bundesliga ist unter den ausländischen Ligen der größte Profiteur des Transfer-Wahnsinns in der Premier League. Von den insgesamt 1,41 Milliarden Euro an Ausgaben der höchsten englischen Klasse für neue Spieler flossen nach Berechnung von transfermarkt.de 190,20 Millionen Euro in die Kassen deutscher Vereine.

Das Gros der Einnahmen kam durch die Top-Transfers von Leroy Sané (von Schalke 04 zu Manchester City/50 Millionen Euro), Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach/FC Arsenal/45) oder Henrich Mchitarjan (Borussia Dortmund/Manchester United/42) zustande.

Hinter der Bundesliga folgten die spanische La Liga (176,60 Millionen Euro) und die Serie A in Italien (161,00 Millionen Euro) bei den ausländischen Profiteuren auf den Rängen zwei und drei. Das meiste Geld der Ausgaben blieb jedoch im Lande. Durch Einkäufe innerhalb derPremier League nahmen die englischen Klubs 355,95 Millionen Euro ein.

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