Eishockey Champions Hockey League
Die ZSC Lions wollen eigenen Triumph wiederholen

Nach fünfjährigem Unterbruch startet drei Wochen vor dem nationalen Saisonbeginn die Champions Hockey League einen neuen Anlauf. Sechs Schweizer Vertreter (Bern, Fribourg, Genève-Servette, Kloten, ZSC Lions, Zug) bestreiten alle bis Sonntag ihre ersten zwei Spiele.

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Titelverteidiger

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Keystone

Dem Relaunch des Europacups im Eishockey ist mit Skepsis zu begegnen. In den vergangenen knapp 50 Jahren schafften weder ein herkömmlicher Meistercup (1965 - 96) noch die European Hockey League (1996 - 2000), der IIHF European Champions Cup (2005 - 08) oder die erste Auflage der Champions Hockey League (2008/09) den Durchbruch bei den Klubs und Fans.

Die zweite Auflage der Champions Hockey League entstand nach fünf Jahren Pause aus der European Trophy. Die vier Schweizer Klubs Bern, Fribourg, ZSC Lions und Zug haben in den letzten Jahren 30 000 Franken Startgeld pro Saison in dieses Vorsaisonturnier investiert, dafür duften sie nun für fast 100 000 Franken ein Aktienpaket der neuen Liga erwerben und haben das Startrecht mindestens für drei Jahre auf sicher. Die Gründerklubs, die über 63 Prozent des Aktienkapitals verfügen, und nicht mehr der internationale Verband (IIHF) haben im neuen Wettbewerb das Sagen. Deshalb spielen ab Donnerstag statt Lugano (5.) und Davos (6.) mit Bern und Zug zwei Schweizer Equipen mit, die letzte Saison die Playoffs verpasst haben.

Mehr als nur Vorbereitungsspiele

Dass die Klubs in der Verantwortung stehen, stellt für den alten, neuen Wettbewerb jedoch auch eine Chance dar. Die Schweizer Starter versprechen, die Spiele seriös zu nehmen. Peter Zahner von den ZSC Lions sitzt als Schweizer Vertreter im Verwaltungsrat der Champions Hockey League. Zahner sagt, dass die ZSC Lions alle Spiele in Bestbesetzung bestreiten werden und weiterkommen wollen. Weiterkommen will auch der SC Bern gemäss Sportchef Sven Leuenberger. Für Zugs neuen Trainer Harold Kreis beginnt die Saison heute (Donnerstag) mit dem Heimspiel gegen den finnischen Vertreter SaiPa Lappeenranta und nicht erst in drei Wochen mit der ersten Meisterschaftsrunde. Und Felix Hollenstein, der Trainer der Kloten Flyers, verspricht sogar, dass seine Mannschaft alle Spiele gewinnen will.

Die Kloten Flyers treffen in der Gruppe I auf Jyväskylä (Fi), Red Bull Salzburg und HV71 Jönköping (Sd). Die ZSC Lions (gegen Vienna Capitals/Ö, Valerenga Oslo und Färjestad/Sd) und der Genève-Servette HC (gegen Briançon, Villach und Frölunda) wurden vermeintlich leichteren Gruppen zugelost. Eher vor schwierigeren Aufgaben stehen Fribourg (gegen Djurgarden Stockholm, Eisbären Berlin und den tschechischen Meister Zlin) und der EV Zug (gegen Vitkovice/Tsch, Ingolstadt und Lappeenranta/Fi). Der SC Bern schliesslich bekommt es mit Stavanger (No), Tappara Tampere (Fi) und Trinec (Tsch) zu tun. Die elf Gruppensieger und die besten fünf Gruppenzweiten erreichen die Achtelfinals.

ZSC Lions verdienten Millionen

Einen finanziellen Vorteil gegenüber der anderen Hälfte der National-League-Klubs verschafft die Champions Hockey League den sechs Schweizer Startern nicht. Vor fünf Jahren bei der Premiere kassierten die Klubs noch 300 000 Euro Startgeld. Die ZSC Lions, die sich damals im Final gegen Magnitogorsk überraschend durchsetzten, nahmen fast zwei Millionen Franken ein. Die damalige Champions Hockey League wurde aus Geldern aus Russland (Gazprom) finanziert. Weil sich am Ende nicht ein Vertreter aus der russischen KHL durchsetzte, drehte Gazprom den Geldhahn nach nur einem Jahr wieder zu. Heuer kassiert jeder der 44 teilnehmenden Klubs (keiner aus Russland!) 25 000 Euro, der Finalsieger kann nach 13 Spielen knapp 150 000 Euro einnehmen, die Gesamtdotierung des Wettbewerbs beträgt 1,84 Millionen.

Aus Schweizer Sicht beginnt die Champions Hockey League mit durchaus interessanten Affichen. Die ZSC Lions starten die Titelverteidigung am Donnerstag in Dübendorf gegen Valerenga Oslo und am Samstag im Hallenstadion gegen Färjestad. Der EV Zug empfängt zum Auftakt SaiPa Lappeenranta, bei dem Jussi Markkanen, der Zuger Goalie von 2009 bis 2013, vor dem Tor steht. Trinec, der tschechische Meister von 2011, bestreitet gegen den SC Bern das erste Pflichtspiel in der hochmodernen, soeben fertiggestellten neuen Werk-Arena. Fribourg-Gottéron startet auswärts bei Djurgarden Stockholm, einem Klub mit einer 123-jährigen Geschichte. Djurgarden (1990 und 1991) hat als einziger Teilnehmer neben TPS Turku (1993 und 1997) und den ZSC Lions (2009) den bedeutendsten Europacup schon gewonnen. Neben den ZSC Lions und Zug beginnt auch Genève-Servette mit einem Heimspiel. In der Les-Vernets-Halle gastieren die Frölunda Indians, einer der traditionsreichsten schwedischen Vertreter. Erst am Freitag bestreiten die Kloten Flyers bei HV71 in Jönköping ihre erste Partie.