Die Young Boys stochern sich im Nebel von Sofia zum 1:0-Sieg gegen CSKA

Die Berner dürfen nach einem Tor von Jean-Pierre Nsame weiter darauf hoffen, in der Europa League die K.-o.-Phase zu erreichen. Selbst wenn sie in der kommenden Woche in Rom verlieren sollten, könnten sie am 10. Dezember mit einem Heimsieg über Cluj alles klar machen.

Markus Brütsch
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Wer hat da noch den Durchblick? CSKA Sofia und YB im Nebel der bulgarischen Hauptstadt.

Wer hat da noch den Durchblick? CSKA Sofia und YB im Nebel der bulgarischen Hauptstadt.

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Die Young Boys können auf internationaler Ebene auswärts doch noch gewinnen. Nach elf Partien ohne Sieg in der Europa League seit 2014 schlugen sie am vierten Spieltag der laufenden Kampagne durch ein Tor von Jean-Pierre Nsame und unter speziellen Umständen in Sofia den CSKA 1:0. Sie haben damit gute Chancen, bei der siebten Teilnahme in diesem Wettbewerb zum dritten Mal die K.-o.-Phase zu erreichen. Im zweiten Spiel der Gruppe A gewann die AS Roma in Cluj 2:0. Dies bedeutet, dass YB selbst bei einer Niederlage in einer Woche in Rom im letzten Gruppenspiel zu Hause gegen Cluj mit einem Sieg alles klar machen kann.

Nachdem die Sicht bei Spielbeginn noch gut gewesen war, kroch in Sofia der Nebel ins Stadion und wurde von Minute zu Minute dicker. Zum Glück für die Spieler legte sich die graue Suppe aber nicht unmittelbar aufs Spielfeld, sondern nistete sich etwas weiter oben ein.

Für Gerardo Seoane waren die Bedingungen regulär

Weil wegen des Coronavirus keine Zuschauer ins Stadion eingelassen worden waren, hielt sich das Problem in Grenzen. Die beiden Mannschaften sowie Schiedsrichter Fabio Verissimo hatten noch einigermassen den Durchblick, ansonsten der Portugiese die Partie ja früher oder später abgebrochen hätte. «Mit Ausnahme der letzten zehn Minuten, als man nicht mehr ganz auf die gegenüberliegende Seite sah, waren die Bedingungen regulär», sagte YB-Trainer Gerardo Seoane hinterher. «Als der Schiedsrichter nach meiner Intervention veranlasste, mit roten statt weissen Bällen zu spielen, war es viel besser», sagte David von Ballmoos. «Besonders für mich als Goalie war es aber ein schwieriges Spiel. Hinter der Mittellinie war nicht mehr zu erkennen, was im Spiel ablief.» Ob jene, die für die Uefa die Statistik führten, alles gesehen hatten? Am Ende liess das aufgeführte Torschussverhältnis von 1:3 doch gewisse Zweifel offen. Wie dem auch sei: Gemäss Seoane war der YB-Sieg auf jeden Fall verdient.

YB-Torschütze Jean-Pierre Nsame mit dem deutlich besser sichtbaren roten Ball.

YB-Torschütze Jean-Pierre Nsame mit dem deutlich besser sichtbaren roten Ball.

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Die Zuschauer in der warmen Stube, die sich das Spiel im Fernsehen ansehen wollten, mussten derweil während einer guten Stunde im Nebel stochern und sahen eigentlich nur noch etwas, wenn Grossaufnahmen von Kameras eingeblendet wurden, die unten am Spielfeldrand standen. Die Führungskamera indes vermittelte nur eines: grau.

Das Siegtor von YB nach 34 Minuten war bereits nur noch schemenhaft zu erkennen gewesen. Nachdem der später verletzt ausscheidende YB-Captain Fabian Lustenberger einen Ball auf die rechte Seite gespielt hatte, war ein paar Sekunden später Torjubel zu hören. Nsame hatte aus spitzem Winkel getroffen.

Die Bulgaren waren zu keiner Reaktion fähig und warten auch unter dem neuen Trainer Bruno Akrapovic in der Europa League auf den ersten Torerfolg.