Fussball
Die Young Boys auf der Suche nach der Form

Die Zwischenbilanz der Young Boys nach einem Sechstel der Saison ist nicht wirklich gut, aber auch nicht grottenschlecht. In der Meisterschaft ist YB Vierter, in den Europa-League-Playoffs stehen die Berner am Donnerstag vor einer lösbaren Aufgabe.

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Training

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Keystone

Um zum dritten Mal nach 2010/11 und 2012/13 in die Gruppenphase der Europa League vorzustossen, müssen die Young Boys am Donnerstag Abend (19.30) und in einer Woche im Auswärtsspiel den ungarischen Meister Debrecen ausschalten. Die Hürde ist höher als Ermis Aradippou (Zyp) in der dritten Qualifikationsrunde, aber nicht unbezwingbar. Trainer Uli Forte liess den Gegner mehrmals durch die YB-Scouts beobachten und kam zum Schluss, dass die Spitzenteams in Ungarn "in der Super League mithalten würden". Zu diesen zählt Debrecen als siebenfacher Meister und vierfacher Cupsieger in den letzten zehn Jahren definitiv.

Nun stimmen die Resultate

Durch die beiden Siege ohne Gegentor gegen die Grasshoppers (4:0) und in Vaduz (2:0) lieferten die Young Boys im fünften und sechsten Anlauf Resultate ab, die man von ihnen schon eher erwartet hatte. Die Leistung in der letzten Partie stimmte aber nicht mit dem Ergebnis überein. "Endlich einmal" war wenigstens die Spielweise so effizient, wie sie sich Forte vorstellt. Von Euphorie mag im Berner Lager niemand sprechen. Der wieder genesene Abwehrpatron Steve von Bergen betrachtet die Aufgabe gegen Debrecen als Pflicht. "Es braucht keine Heldentaten, sondern ein ruhiges, solides Spiel von uns. Was in der Gruppenphase kommt, wäre dann die Kür."

Fehlstart des Gegners

Das 4:0 der Young Boys gegen die Grasshoppers war als eine Art Befreiungsschlag zu werten. Auf diesen wartet der Gegner, vor sechs Jahren in der UEFA-Cup-Qualifikation gegen YB chancenlos (1:4 auswärts, 2:3 daheim), noch immer. Der Titelverteidiger der ungarischen Meisterschaft ist mit vier Punkten aus vier Spielen ähnlich schwach gestartet wie YB, das zum gleichen Zeitpunkt noch einen Zähler weniger auf dem Konto hatte. Deshalb betrachtet Debrecen die Partie im Stade de Suisse als gute Gelegenheit für die Kehrtwende. "Sie sind die grossen Favoriten. Aber wir sind auch stark, auch in der aktuellen Verfassung", sagte der montenegrinische Goalie Vukasin Poleksic fast schon trotzig. "Meine Aufgabe ist es, ohne Gegentor zu bleiben."

Der zweite Vorstoss in die Gruppenphase der Europa League nach 2010/11 wäre für Debrecen eine Genugtuung für das bittere Out in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation gegen Bate Borissow. Das Heimspiel hatte "Loki" 1:0 gewonnen, im Rückspiel ging der ungarische Meister durch ein Penaltytor 1:0 in Führung, kassierte aber nach 52 Minuten in Unterzahl spät in der Nachspielzeit noch das 1:3. (si)