Fifa-Skandal
Die USA haben offiziell um die Auslieferung der Funktionäre ersucht

Die sieben Fifa-Funktionäre, die Ende Mai in Zürich festgenommen worden sind, sollen an die USA ausgeliefert werden. Die formellen Auslieferungsersuchen trafen am Mittwochabend beim Bundesamt für Justiz (BJ) ein.

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Ein Polizeiauto vor dem Hotel Baur au Lac in Zürich.
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Die Funktionäre wurden am Mittwoch im Hotel Baur au Lac von der Polizei abgeführt.
Fifa-Sprecher Walter De Gregorio nimmt Stellung zu den neusten Vorkommnissen
Viele kritische Fragen der Journalisten
Gespanntes Warten im Fifa-Presseraum
Warten auf Blatter und Co.
Auch sie wurden vor der Aktion der Behörden überrascht: Fifa-Delegierte vor einem Hotel in Zürich.
Journalisten arbeiten wo sie können.
Mitarbeiter des Hotels Baur au Lac versuchen die Fifa-Funktionäre bei der Verhaftung vor neugierigen Augen zu schützen.
Eduardo Li - Präsident des Fussbalverbandes von Costa Rica und Exekutivmitglied der Fifa.
Steht auf der Anklageschrift der US-Behörden: Nicolàs Leoz (rechts) - ehemaliger Präsident des Kontinentalverbands südamerikanischer Fussballverbände (CONMEBOL)
José Maria Marin - Präsident des brasilianischen Fussballverbands
Jeffrey Webb - Der Präsident der Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fußballkonföderation (CONCACAF).
Gemäss Bundesamt für Justiz soll es um Zahlungen in der Höhe von über 100 Millionen Dollar gehen.
Steht auf der Anklageschrift der US-Behörden: Jack Warner – ehemaliger Fifa-Vize-Präsident und ehemaliger Präsident Nord- und Zentralamerikanische und karibische Fußballkonföderation (CONCACAF)
Eugenio Figueredo - uruguayiuscher Fussballfunktionär und Mitglied des Exekutivkomitees

Ein Polizeiauto vor dem Hotel Baur au Lac in Zürich.

Keystone

Die Ersuchen stützen sich auf Haftbefehle der für den Bezirk Ost von New York zuständigen Staatsanwaltschaft, wie das BJ am Donnerstag mitteilte. Gegen die hochrangigen FIFA-Funktionäre wird wegen des Verdachts der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von über 100 Millionen Dollar ermittelt.

Als Gegenleistung sollen die mutmasslichen Bestecher - Vertreter von Sportmedien und von Sportvermarktungsunternehmen - bei der Austragung von Fussballturnieren in den USA und in Lateinamerika die Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechte erhalten haben. Diese Straftaten sollen in den USA abgesprochen und vorbereitet worden sein.

Die sieben Fifa-Funktionäre sitzen seit ihrer Festnahme in Zürich in Auslieferungshaft. Die Kantonspolizei Zürich wird sie nun zu den Auslieferungsersuchen anhören, wie das BJ schreibt. Danach räumt das BJ ihnen eine Frist von 14 Tagen ein, um Stellung zu nehmen.

«Innert einiger Wochen» werde das BJ in der Folge über die Auslieferung entscheiden. Diese Entscheide können beim Bundesstrafgericht sowie beim Bundesgericht als letzter Rekursinstanz angefochten werden.

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