Roger Federer, Sie haben nun in Madrid, Rom und Paris insgesamt acht Spiele bestritten. Welches Zwischenfazit ziehen Sie zu Ihrer Sandsaison?

Ich bin sehr glücklich, wie es läuft. Vor einigen Monaten wusste ich nicht, was mich erwartet, nun weiss ich eher, wo ich stehe. Aber ich weiss noch nicht, wozu ich wirklich fähig bin. Aber ich freue mich, dass ich nun in den Achtelfinals stehe und in der Position bin, es herauszufinden. Mein erstes Ziel habe ich damit erreicht. Auf Sand ist alles ein wenig anders: Wie du die Punkte konstruierst. Ich möchte weiterhin frei spielen mit dem Gedanken, dass ich nichts zu verlieren habe, obschon ich im nächsten Spiel wieder Favorit sein werde. 

Bisher sind Sie auf Gegner getroffen, bei denen Sie klarer Favorit waren. Bringt Ihnen das gleichwohl die benötigten Informationen?

Es ist sicher gut, dass ich so einfach durchgekommen bin. Denn es ist anders als in Madrid oder Rom. Insofern habe ich sicher mehr Informationen. Das Wichtigste für mich ist es, dass ich heil durch die Woche gekommen bin. Ich habe Gewissheit, dass mein Körper der Belastung standhält, was sehr positiv ist. Doch diese gewisse Unsicherheit, wie es sein wird, wenn ich auf die absoluten Topspieler treffe, ist immer noch da. Gleichzeitig habe ich in Rom und Madrid gezeigt, dass ich mithalten kann. Zumal ich nun mehr Zeit auf Sand verbracht habe. Insofern habe ich schon gewisse Anhaltspunkte. Ich spiele gut, kann aber sicher noch besser spielen. 

Sie bestritten ihr 400. Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Was bedeuten Ihnen solche Rekorde?

Das wusste ich gar nicht, aber natürlich bedeutet mir das viel. Dass es hier in Roland Garros passiert, bedeutet mir viel. Denn hier spielte ich vor 20 Jahren zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier und in Wimbledon oder bei den US Open habe ich mehr Meilensteine gesetzt. Also ist es schön, auch einmal in Paris eine solche Marke zu erreichen. 

Weil sie hier vor 20 Jahren das erste Grand-Slam-Turnier bestritten, werden Sie dauernd auf die Vergangenheit angesprochen. Geniessen Sie das? 

Schon, aber ich fühle auch eine gewisse Nostalgie. Denn die 20 Jahre auf der Tour sind fast zu schnell vergangen. Wenn ich an Turniere wie in Florenz 1998 denke, wo ich als Junior gespielt habe. Diese Zeiten habe ich sehr genossen. Wenn ich dann auf Spieler wie Casper Ruud treffe, fragst du dich selber: Wie war das damals bei mir? Als ich auf die Tour kam, war er ja noch nicht einmal auf der Welt, das ist schon speziell. Aber ich lebe ja nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft (lacht).