DFB-Pokal

Die Unbeliebten empfangen die Traditionslosen: Bayern spielt im DFB-Pokal gegen Hoffenheim – es könnte wieder denkwürdig werden

Wer jubelt heute Abend? Robert Lewandowski – hier im Jahr 2017 gegen die TSG – und die Bayern oder gibt es eine Überraschung?

Wer jubelt heute Abend? Robert Lewandowski – hier im Jahr 2017 gegen die TSG – und die Bayern oder gibt es eine Überraschung?

Bayern München trifft heute Abend im Achtelfinale des DFB-Pokals auf Hoffenheim. Obschon die TSG nicht zum Inventar der Bundesliga gehört, hat sich in den 23 Partien mit dem Rekordmeister durchaus Bemerkenswertes ereignet. Wir blicken zurück auf drei Spiele, die einen bleibenden Eindruck hinterliessen.

Last-Minute-Sieg gegen den rebellischen Aufsteiger

Am 5. Dezember 2008 haderte Fussball-Deutschland. Aufsteiger und Tabellenführer Hoffenheim reiste zum Rekordmeister Bayern München. Auf dem Spiel stand die Tabellenführung der Bundesliga, dem Heiligtum der Deutschen. Das von Dietmar Hopp alimentierte Hoffenheim hatte einen schweren Stand bei den Romantikern der Republik. Die Bayern dagegen sind traditionell unbeliebt. Die Münchner zehren vom Widerstand in fremden Stadien. Folglich war es ein Aufeinandertreffen der vielerorts Unbeliebten.

Der Aufsteiger ging kurz vor der Pause in Führung. Vedad Ibisevic erzielte am 16. Spieltag seinen bereits 18. Saisontreffer. Die Bayern drehten jedoch das Spiel. Philipp Lahm glich aus und Luca Toni traf in der Nachspielzeit zum umjubelten Siegtreffer.

Luca Toni bejubelt seinen Siegtreffer gegen den damaligen Aufsteiger und Bundesliga-Neuling Hoffenheim. Der Italiener schiesst die Münchner mit dem Tor vorübergehend an die Tabellenspitze.

Luca Toni bejubelt seinen Siegtreffer gegen den damaligen Aufsteiger und Bundesliga-Neuling Hoffenheim. Der Italiener schiesst die Münchner mit dem Tor vorübergehend an die Tabellenspitze.

Cheftrainer der TSG war Ralf Rangnick. Der Hohepriester des Pressingfussballs wurde assistiert von Peter Zeidler, der Rangnicks Lehre nun in der Ostschweiz in einer fast beispiellosen Bedingungslosigkeit predigt. Bekanntlich mit Erfolg.

Höchste Niederlage in der Hoffenheimer Bundesliga-«Geschichte»

Mittlerweile gehört Hoffenheim seit knapp zwölf Jahren der deutschen Eliteklasse an. Die höchste Niederlage kassierten die TSG in München. Das 1:7 im März 2012 war die erste von vielen Niederlagen des damaligen Trainers Markus Babbel. Mario Gomez traf dreifach, Arjen Robben doppelt. Die weiteren Tore für den FC Bayern erzielten Franck Ribéry und Toni Kroos. Nach 58 Spielminuten führten die Bayern mit 7:0, ehe sich die offensiven Ambitionen erschöpften. Luiz Gustavo machte mit einem Eigentor kurz vor Schluss die Auswärtsfahrt seines ehemaligen Vereins etwas erträglicher.

Robben trifft im März 2012 doppelt gegen Hoffenheim. Am Ende siegen die Bayern mit 7:1 – die höchste Bundesliga-Niederlage der TSG.

Robben trifft im März 2012 doppelt gegen Hoffenheim. Am Ende siegen die Bayern mit 7:1 – die höchste Bundesliga-Niederlage der TSG.

Der Anfang von Kovacs Ende in München

Die Münchner konnten zwar 15 der bisher 23 Begegnungen siegreich gestalten, doch die Hoffenheimer entschieden das jüngste Duell für sich. In der siebten Runde der laufenden Spielzeit gewann Hoffenheim in München mit 2:1. Sargis Adamyan schrieb dabei eine fussballerische Tellerwäscher-Geschichte. Gut zwei Jahre zuvor kickte der Armenier noch in der Regionalliga West für den TSV Steinbach, der nicht einmal Liebhabern der Fussball-Manager-Reihe ein Begriff sein dürfte. In München traf Adamyan dann zweimal. Die Bayern schossen deutlich häufiger auf das Tor, hatten mehr Ballbesitz und waren in den Zweikämpfen erfolgreicher. Zahlen, die einerlei waren. Die relevanteste Statistik ist freilich noch immer das Resultat.

Sargis Adamyan (Nummer 23) trifft im Hinspiel gegen die Bayern doppelt. Hoffenheim gewinnt mit 2:1 und damit ist das Ende der Ära Niko Kovac beim FCB eingeleitet.

Sargis Adamyan (Nummer 23) trifft im Hinspiel gegen die Bayern doppelt. Hoffenheim gewinnt mit 2:1 und damit ist das Ende der Ära Niko Kovac beim FCB eingeleitet.

Auf der Bank der Bayern sass noch Niko Kovac, der sich zu Spielbeginn in Sicherheit wähnte. Nur vier Tage zuvor siegte seine Mannschaft bei Tottenham rauschhaft mit 7:2. Die Spurs werden nun vom leidenschaftlichen Zyniker José Mourinho trainiert, in München bewirbt sich Hansi Flick für eine langfristige Anstellung. Die grosse Konstante des Fussballgeschäfts: seine Schnelllebigkeit.

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