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Die Tennis-Ikone ist Sportler des Jahres 2017, bei den Frauen räumt Wendy Holdener ab

Zum 7. Mal Schweizer Sportler des Jahres: Tennisstar Roger Federer bedankt sich aus der Ferne

Zum 7. Mal Schweizer Sportler des Jahres: Tennisstar Roger Federer bedankt sich aus der Ferne

Es wäre eine nette Überraschung gewesen, wenn Roger Federer ganz am Ende des Abends doch noch aufgetaucht wäre. Der Wunsch blieb unerfüllt, «und das tut mir im Herzen weh», sagte der frisch gewählte Sportler des Jahres via Live-Schaltung aus Dubai, «aber das bedeutet ja auch, dass es noch weitergeht, weil ich mich schon auf die neue Saison vorbereite.»

Federer war in seiner Dankesrede zu Spässen aufgelegt, erzählte, wie ihn die Kinder fragten, warum er denn Chancen auf die Wahl habe, wenn doch Rafael Nadal die Nummer eins in der Weltrangliste sei. Das Jahr 2017 bezeichnete er als «gigantisch» und sogar als «vielleicht mein Lieblingsjahr überhaupt.»

Ja, King Rogers Rückkehr auf die grosse Bühne, seine Grand-Slam-Titel 18 und 19 waren ohne Zweifel die herausragenden Geschichten dieses Sport-Jahres. Man mag sich, im Schwelgen der Erinnerungen an Federers Triumphe, gar nicht ausdenken, welch grosse Lücke er einmal hinterlassen wird. Sein Comeback in Australien, das direkt zum Titel führte, war der Startschuss. Die Krönung folgte in Wimbledon mit dem achten Sieg, womit er alleiniger Rekordhalter ist. Zum siebten Mal ist er nun Schweizer Sportler des Jahres – wobei das Publikum Nino Schurter erstaunlicherweise knapp mehr Stimmen gab. Medien und Sportler wählten aber klar Federer.

Nino Schurter im Interview bei den Sports Awards.

Nino Schurter im Interview bei den Sports Awards.

Dessen Glanz überstrahlte in diesem Jahr manch andere herausragende Leistung der Schweizer Sport Stars. Schon vor der Wahl liess beispielsweise der ebenfalls nominierte Handball-Star Andy Schmid verlauten: «Alles andere als Roger Federer als Sportler des Jahres wäre eine Farce für das Sportland Schweiz.» Mountainbike-Weltmeister Schurter sagte etwas lakonisch: «Eigentlich hätte er einen speziellen Preis verdient. Und dann könnte man noch eine Kategorie erschaffen für alle Sterblichen unter uns.»

Beat Feuz nahm den Steilpass gleich auf. «Ein jährlicher Ehrenpreis bis Roger seinen 100. Geburtstag feiert, das wäre schon was.» Federer war live dabei in St. Moritz, als Feuz an der Heim-WM Abfahrtsweltmeister wurde. «Als er mir nach dem Rennen sagte, er habe aus Nervosität kaum mehr hinschauen können, entgegnete ich: ‹Glaub mir, bis deine Triumphe jeweils realisiert sind, braucht es manchen TV-Sender-Wechsel, weil ich es nicht mehr aushalte.›»

Als Federer auf dem Weg zum Australian-Open-Titel war, stand für Feuz gerade ein Rennen in Garmisch auf dem Programm. «Bis es losging, versammelte sich der ganze Ski-Zirkus vor zwei Bildschirmen und fieberte mit Roger mit.» Schliesslich fügte Feuz auch noch an: «Manch anderes Land wäre wohl froh um einen wie ihn, aber glücklicherweise ist mittlerweile die Liebe im Land zu ihm wieder neu entflammt.»

Auch Vladimir Petkovic, Nationaltrainer der Schweizer Fussballer, greift manchmal gerne zum Tennis-Racket. «Aber im Moment gerade eher weniger, ein Tennis-Arm macht mir zu schaffen.» Petkovic wurde zwar nicht Trainer des Jahres (schliesslich hat Federer ja auch einen Trainer. . .), ist aber immerhin Coach des Teams des Jahres. Ob Federer einigen Nationalspielern ein Vorbild sein kann? «Natürlich! Schauen Sie nur, wie sehr er immer noch hungrig ist auf neue Erfolge, obwohl er schon alles erreicht hat. Diesen Biss wollen wir im nächsten Sommer an der WM in Russland auch haben.»

Holdeners grosse Freude

Bei den Frauen siegte Wendy Holdener. Gold in der Kombination und Silber im Slalom an der Heim-WM – die 24-Jährige ist verdientermassen erstmals Sportlerin des Jahres. Sie beerbte ihre Teamkollegin Lara Gut. «Wow, was für eine Ehre!», begann Holdener, als sie die Trophäe überreicht erhielt. «Früher, da habe ich diese Awards immer geschaut, dabei die Sportlerinnen und hübschen Frauen bewundert. Und mir vorgenommen, eines Tages auch einmal dahin zu kommen.»

Die Sportlerin des Jahres, Wendy Holdener: «Was für eine Ehre!»

Die Sportlerin des Jahres, Wendy Holdener: «Was für eine Ehre!»

Nun hat sie es geschafft. Und kann das nächste Ziel avisieren: Den ersten Slalom-Sieg. Wer weiss, vielleicht verleiht ihr die gestrige Ehrung den nötigen Schub, um die grosse Rivalin, Mikaela Shiffrin, endlich zu besiegen.

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