Super League

Die Suche nach dem nächsten Monster: Wer kann den FC Basel niederringen?

Der Pokal als Nebensache: Aus dem FC Basel ist über die Jahre ein Monster geworden, das die Titel im Vorbeigehen sammelt. Doch gelingt die stetige Erneuerung auch mit neuer Führung?

Der Pokal als Nebensache: Aus dem FC Basel ist über die Jahre ein Monster geworden, das die Titel im Vorbeigehen sammelt. Doch gelingt die stetige Erneuerung auch mit neuer Führung?

Der FC Basel hat tiefgreifende Veränderungen hinter sich. In der neuen Saison bleibt er gleichwohl Favorit. Die Konkurrenz muss wachsen – die Signale sind positiv.

Genau 50 Tage ist es her. Es ist das letzte Spiel der Saison. Der FC Basel erhält den Meisterpokal überreicht, zum achten Mal in Serie, zum 20. Mal überhaupt. Aber eigentlich ist dieser Pokal nur Nebensache.

Der Verein feiert sich selbst. Er feiert eine Ära, die zu Ende geht. Eine Ära, die den FCB zu einem Monster hat werden lassen, das an die Hydra aus der griechischen Mythologie gemahnt. Die rotblaue, von Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz angeführte Hydra hat über Jahre alles aufgefressen, was ihr in die Quere kam. Über Jahre galt das Gesetz: Wird einer der wichtigen Köpfe des Teams herausgerissen, wachsen einfach ein neuer oder gar zwei nach.

Wird der FC Basel seinen Titel verteidigen können?

Wird der FC Basel seinen Titel verteidigen können?

Viele dieser Köpfe sind in den St. Jakob-Park gekommen an diesem Abend des 2. Juni. Ob Gimenez, Costanzo, Sommer, Xhaka, Shaqiri oder Embolo, sie alle sind FCB-Helden dieses Jahrtausends. Und erweisen nun ihrem Verein, aber vor allem dem Management, das diesen Verein so grossartig geführt hat, die Ehre. Es ist ein magischer Abend. Gefolgt von einem einmaligen Meisterumzug am Tag danach in der Basler Innenstadt.

Nun, gut sieben Wochen später, rollt der Ball in der Super League wieder. Und bereits sind die vergangenen Erfolge nur noch marginal in den FCB-Köpfen. Alles ist anders geworden. Heusler & Heitz sind Geschichte. Eine neue Generation hat übernommen. Eine Generation der Anfänger.

Nun liegt es an der Führungscrew um Präsident Burgener und Sportchef Streller, eine neue Hydra zu konstruieren. Als Erstes wurde gleich der Trainer ersetzt. Auf den zweifachen Meistertrainer Urs Fischer folgt Raphael Wicky. Auch er ein Anfänger. Denn Wicky ist erstmals Chef eines Profiteams. Dass eine neue Führung mit einem eigenen Trainer beginnen will, ist zwar verständlich. Aber eben nicht frei von Risiken.

FCB: Bleibt der ewige Hunger?

Entsprechend ist man nun darauf bedacht, vorsichtig mit dem rotblauen Erbe umzugehen. Was das Team betrifft, gilt: Lieber eine sanfte Evolution statt eine Revolution. Zu sehen ist das auf dem Transfermarkt. Der FCB hat in dieser Hinsicht bisher einen ruhigen Sommer erlebt. Es ist kein Vergleich zu den letzten Jahren.

Aber ist das wirklich ein Vorteil? Heusler und Heitz haben es meisterlich verstanden, die Mannschaft immer wieder mit frischen Kräften zu beleben, den Hunger damit aufrechtzuerhalten. Diesen Beweis muss die neue Führung erst noch erbringen.

Obwohl auf der Teppichetage alles neu ist, so richtig glaubt trotzdem kaum jemand daran, dass der FC Basel ernsthafte Probleme bekommen könnte in der Schweiz. Das liegt aber vor allem an der Konkurrenz. Seit Jahren bringt es kein Verein zustande, in Ruhe zu wachsen. Auch deshalb wäre alles andere als der neunte Basler Meistertitel in Serie eine Überraschung.

YB: Bleibt die ewige Hoffnung?

Die Zeit vor dem Saisonstart ist traditionell die schönste Zeit des Jahres für YB-Fans. Die Zeit der Hoffnung nämlich. Darauf, dass alles besser wird. Konkret: Dass es wieder einmal für einen Meistertitel reicht. Erstmals seit 1986.

Ist das auch 2017 wieder so? Das ist die grosse Frage. Und eigentlich gibt es wie fast jedes Jahr auch jetzt Anzeichen, dass die Hoffnung berechtigt ist. Mit Ruhe und Bedacht baut YB-Sportchef Christoph Spycher seine Young Boys. Dabei wird das Team jünger und erst noch billiger. Und gleichzeitig herrscht eine innere Ruhe im Verein, die schon fast beängstigend ist.
YB ist und bleibt erster Herausforderer des FCB.

Gelingt den Young Boys aus Bern der grosse Coup?

Gelingt den Young Boys aus Bern der grosse Coup?

  

Das Heimspiel heute Abend gleich zum Auftakt gegen das rotblaue Monster scheint die ideale Gelegenheit, um eine Euphorie zu entfachen. Wobei eines nach wie vor gilt: Meister wird am Ende nicht jene Mannschaft, die in den Direktduellen vorne liegt. Sondern jene, die sich in den mühsamen Pflichtaufgaben in der Provinz weniger Fehler erlaubt. Obwohl der FCB in der letzten Saison am Ende 17 Punkte vor dem zweitplatzierten YB lag, waren es die Berner, die das Direktduell gewannen (7:4 Punkte).

Und sonst? Im Schatten der zwei Übermannschaften wird primär der Aufstieg des FC Zürich die Liga bereichern. Vielleicht auch sportlich. Zumindest aber wird der FCZ für einige interessante Affichen mehr sorgen als Vaduz im letzten Jahr. Die Gäste aus Liechtenstein wehrten sich zwar tapfer, aber halt häufig quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gross vermissen wird sie niemand.

Im Schatten der zwei Übermannschaften wird primär der Aufstieg des FC Zürich die Liga bereichern.

Im Schatten der zwei Übermannschaften wird primär der Aufstieg des FC Zürich die Liga bereichern.

Mit Sion, Lugano, St. Gallen, Luzern und GC gibt es gleich fünf grosse Wundertüten. Für sie ist im Mittelfeld der Liga alles möglich. Einzig für Thun und Lausanne ist bereits vor Saisonstart klar, dass es nur ein Ziel geben kann: Einfach irgendwie den Abstieg verhindern.

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