Es ist wunderbar, dass die Schweiz am kommenden Donnerstag im Viertelfinal der Eishockey-WM steht. Für uns Schweizer Journalisten, die die Mannschaft hier in Paris begleiten, fängt jetzt aber die Zeit der grossen Ungewissheit an.

Hotels und Appartements in Paris wurden, der Erfahrung und der Vernunft gehorchend, nur bis morgen Mittwoch gebucht. Einerseits war ein Verpassen der Viertelfinals aufgrund der Resultate der letzten Jahre eher wahrscheinlich. Andererseits war eigentlich auch klar: Wenn die Schweizer weiterkommen, dann ziemlich sicher als Gruppendritte oder Gruppenvierte. Was heissen würde: Am Mittwoch folgt der Umzug nach Köln, wo man dann
auf eines der beiden besten Teams der anderen WM-Gruppe treffen würde.

Nun wird es aber kompliziert. Die Schweizer haben immer noch die Chance, Gruppenzweiter zu werden, und dürften somit auf jeden Fall in Paris bleiben. Ein Sieg gegen die Tschechen heute Nachmittag (16.15 Uhr/live SRF 2) würde da genügen. Bei einer Niederlage würde man sicher auf Platz drei zurückfallen, was auf dem Papier eine Reise nach Köln bedeuten würde. Mit Betonung auf würde.

Denn wenn WM-Co-Gastgeber Deutschland im Dienstagabendspiel gegen Lettland gewinnt, dann würden sie auch als Gruppenvierter in Köln bleiben, was wiederum bedeuten würde, dass der Gruppenerste von Paris nach Deutschland reisen müsste, dafür aber der Gruppendritte in Paris bleiben darf. Ganz zu schweigen davon, dass sich auch erst zu diesem Zeitpunkt klären könnte, ob die Schweiz noch auf den vierten Rang zurückfällt, was wiederum die Destination Köln bedeuten würde. Alles klar?

Nun: Im Extremfall weiss die Schweizer Delegation also erst am Dienstagabend kurz vor 23 Uhr, wohin die Reise am nächsten Tag geht.

Die Journalisten probieren derweil herauszufinden, ob sie ihren Aufenthalt in Paris mal provisorisch bis am Freitag verlängern dürfen. Und versuchen gleichzeitig, eine Unterkunft in Köln zu reservieren, was angesichts der Auslastung und der Preise dort nicht ganz einfach ist.

Das wahre Drama spielt sich also nicht auf den WM-Eisfeldern ab, sondern daneben. Darum unsere Bitte an die Schweizer Nati: einfach gewinnen – dann erspart ihr allen Beteiligten viel Stress und Ärger. Merci.