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Die Schweizer Nationalmannschaft rückt heute ein: So steht es um die Form der Nati-Stars

Beim Formcheck des Nationalteams reicht die Palette von «himmelhoch jauchzend» bis zu «Tode betrübt». Was können wir beim bevorstehenden Nationalmannschafts-Zusammenzug erwarten? Wer fehlt in Feusisberg und wer füllt die Lücken?

Markus Brütsch und Sebastian Wendel
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Admir Mehmedi in Torlaune: Der Nationalspieler bejubelt seinen Treffer am Samstag gegen Borussia Dortmund.AP/Meissner

Admir Mehmedi in Torlaune: Der Nationalspieler bejubelt seinen Treffer am Samstag gegen Borussia Dortmund.AP/Meissner

KEYSTONE

Am Montagmittag rücken die Schweizer Nationalspieler in Feusisberg ein, um sich auf die WM-Ausscheidungsspiele am Freitag in Ungarn und am Montag in Andorra vorzubereiten. Nach dem gelungenen Auftakt gegen Europameister Portugal fehlen in Budapest der gesperrte Granit Xhaka sowie der verletzte Johan Djourou. Dafür steht Xherdan Shaqiri wieder zur Verfügung.

Wer ersetzt Djourou? Nationalcoach Vladimir Petkovic stehen Timm Klose und Nico Elvedi zur Verfügung, auch Michael Lang könnte Innenverteidiger spielen. Vielleicht denkt Petkovic aber auch an einen «Kaltstart» von Léo Lacroix, der sich bei Saint-Etienne einen Stammplatz erobert hat und gestern nachnominiert wurde.

Wer ersetzt Xhaka? Nachdem Petkovic auf ein Aufgebot für Gökhan Inler verzichtet hat, könnte Blerim Dzemaili eine Position nach hinten rücken und auf seiner Position Platz für Shaqiri machen. Auch Fabian Frei ist eine Option.

Der Im-Stich-Gelassene Yann Sommer: Der Goalie hat keine gute Woche hinter sich. Beim 1:2 gegen Barcelona in der Champions League musste er ein Gegentor auf seine Kappe nehmen, beim 0:4 gestern auf Schalke wurde er von den Vorderleuten arg im Stich gelassen.
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Der Düpierte Roman Bürki: Bei der 0:2-Niederlage gegen Leverkusen wurde er von einem Kopfball von Admir Mehmedi düpiert. In der Champions League gegen Real Madrid drei Tage zuvor hatte der Dortmunder Keeper einen starken Auftritt gehabt.
Augsburgs Schweizer Torhüter Marwin Hitz konnte sich nicht über mangelnde Arbeit beklagen Marwin Hitz Der Beständige Hatte in Leipzig beim ersten Gegentor Pech, dass ein von ihm zur Seite abgewehrter Schuss gleich dem Gegner vor die Füsse fiel. Doch die Augsburger können sich auch in dieser Saison auf ihren beständigen Torhüter verlassen.
Der Ausgeruhte Stephan Lichtsteiner: Der Captain wird ausgeruht zur Nati kommen. Zum dritten Mal in Folge sass er in der Serie A beim 3:0 der Juve in Empoli während 90 Minuten auf der Bank. Bitter, denn für die Champions League ist er ja nicht mal gemeldet.
Der Solide Michael Lang: Der Rechtsverteidiger spielt bislang eine solide Saison. Defensiv gibt es nicht viel auszusetzen, doch im Spiel nach vorne ist er nicht mehr so unwiderstehlich wie in der letzten Saison mit seinen Läufen am Flügel.
Der Nachnominierte Léo Lacroix: Der Verteidiger konnte sich bei Saint-Etienne beeindruckend schnell einen Stammplatz erobern. Er stand auch gestern Abend in Lyon auf dem Feld.
Der Bankdrücker Fabian Schär: Beim 2:1-Sieg Ingolstadt sass er zum bereits dritten Mal in dieser Saison während 90 Minuten auf der Ersatzbank. Eine enttäuschende Entwicklung für den Hoffenheimer Innenverteidiger, der bei der EM in Frankreich ein sehr starkes Turnier gespielt hatte.
Der Coole Nico Elvedi: Lässt sich auch vom teuren Zuzug Jannik Vestergaard nicht aus der Mannschaft von Mönchengladbach drängen. Auf ihn ist eben immer Verlass. Fast immer: Beim 0:4 gestern auf Schalke ging auch der sonst so coole junge Schweizer mit der Borussia unter.
Der Stabilisator Timm Klose: Nachdem er beim 3:4 in Newcastle am Mittwoch wegen einer Verletzung hatte passen müssen, kehrte der Innenverteidiger beim 2:1 bei den Wolves ins Team zurück und verlieh diesem wieder Stabilität und wurde prompt zum «Mann des Spiels» gewählt.
Der Formsucher Ricardo Rodriguez: Nach der Denkpause in Bremen, als der Aussenverteidiger die Ersatzbank drückte, kam er beim 0:0 von Wolfsburg gegen Mainz wieder über 90 Minuten zum Einsatz. Er ist aber noch immer auf der Suche nach der Form, die ihn einst für die europäischen Topklubs interessant gemacht hatte.
Der Handballer François Moubandje: Der Linksverteidiger hat bisher mit Toulouse eine tolle Saison gespielt und ist unbestrittener Stammspieler geworden. Am Samstag aber verschuldete mit einem Handspiel die 0:1-Niederlage gegen Caen.
Der Fixstarter Valon Behrami: Ist körperlich so gut drauf, dass er am Samstag beim 2:2 von Watford gegen Bournemouth in der Premier League schon zum sechsten Mal in Folge durchspielte. Keine Selbstverständlichkeit angesichts seiner Verletzungshistorie.
Der Rotsünder Blerim Dzemaili: Bis jetzt in jedem Spiel dieser Saison eingesetzt, ändert sich dies jetzt. Bei der 0:1-Niederlage Bolognas gegen Genua sah der Schweizer drei Minuten vor Schluss nach einem groben Foul die direkte rote Karte und fehlt seinem Klub nach der Nati-Pause gesperrt.
Der Rückkehrer Xherdan Shaqiri: Holte mit Stoke vor 75 000 Zuschauern gegen ManUnited ein 1:1. Seine Fitness ist nach der langen Verletzungspause wieder so gut, dass er im Old Trafford erst in der 90. Minute ausgewechselt wurde. Vladimir Petkovic kann ihn bei Rückkehr in die Nati bedenkenlos einsetzen.
Admir Mehmedi in Torlaune: Der Nationalspieler bejubelt seinen Treffer am Samstag gegen Borussia Dortmund.AP/Meissner
Der Gesperrte Granit Xhaka: Stand zum dritten Mal in der Premier League in der Startaufstellung von Arsenal. Allerdings war der in der 72. Minute ausgewechselte Aufbauer nicht mehr auf dem Platz, als Laurent Koscielny den Siegtreffer gegen Burnley schoss. Gegen Ungarn ist er gesperrt.
Der Angeschlagene Luca Zuffi: Der Aufbauer schlägt sich in dieser Saison mit Verletzungen rum. Am Mittwoch in der Champions League gab er für den FCB sein Comeback, gegen Thun musste er wegen Achillessehnenproblemen passen und sorgt damit betreffend Nati für ein Fragezeichen.
Der Geschonte Renato Steffen: Auch er fehlte im Aufgebot des FCB gegen Thun (1:1). Ihm gönnte Trainer Urs Fischer eine Pause, nachdem er gegen Arsenal durchgespielt, aber als Stürmer kaum einen Ball gesehen hatte. Noch auf der Suche nach der Bestform.
Der Unverwüstliche Gelson Fernandes: Bei Rennes in der Ligue 1 auch unter dem neuen Trainer Christian Gourcuff im zentralen Mittelfeld gesetzt. Erstaunlich, dass er in der Nati zwar immer dabei ist, aber nie mittendrin. Eigentlich müsste er ein Kandidat sein, den gesperrten Xhaka zu ersetzen.
Das Fragezeichen Fabian Frei: Nach der verletzungsbedingt verkorksten letzten Saison wurde er in den vergangenen Wochen immer mehr zum Herzen des Mainzer Teams. Doch gestern der Rückschlag: In Wolfsburg muss er verletzt vom Platz. Verpasst er somit die Länderspiele und die Chance, im Mittelfeld Xhaka zu ersetzen?
Der Aufsteiger Valentin Stocker: Es geht beim Ex-Basler weiter aufwärts. Zu Saisonbeginn zweimal auf der Bank, brachte ihn Trainer Pal Dardai zweimal als Joker und nominierte ihn zuletzt zweimal für die Startformation. Am Samstag holte er für die Hertha den Penalty zum 2:0 gegen den HSV heraus.
Der Torlose Haris Seferovic: Wie Stocker zu Saisonbeginn Bankdrücker, erkämpfte er sich in den folgenden vier Spielen einen Platz in der Frankfurter Startelf. Auf ein Tor wartet der Stürmer aber weiterhin, in Freiburg musste er nach 58 Minuten für Landsmann Shani Tarashaj weichen.
Der Erlöste Breel Embolo: Welch eine Erlösung: Der in der Kritik gestandene Schalker Rekordtransfer antwortete mit seinem ersten Bundesligadoppelpack und der Einleitung des dritten Schalker Tores beim 4:0 gegen Gladbach. Aus Sicht der Nati just im richtigen Moment kommt Embolo in Fahrt.
Der Ungeschlagene Eren Derdiyok: Sein Hoch hält an: Zwar gelang ihm beim 3:1 gegen Antalyaspor im sechsten Spiel nicht das sechste Tor, doch bleibt er mit Galatasaray ungeschlagen und spielte zum fünften Mal durch. Er wird gewiss mit jeder Menge Selbstvertrauen bei der Nati einrücken.

Der Im-Stich-Gelassene Yann Sommer: Der Goalie hat keine gute Woche hinter sich. Beim 1:2 gegen Barcelona in der Champions League musste er ein Gegentor auf seine Kappe nehmen, beim 0:4 gestern auf Schalke wurde er von den Vorderleuten arg im Stich gelassen.

Keystone/EPA/PETER POWELL