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Die Schweiz leidet an den vielen Krisen ihrer Spieler – der Kommentar zum erkämpften Sieg gegen Georgien

Nach dem knappen 1:0-Erfolg über Georgien ist die Schweizer EM-Teilnahme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesichert. Es wird das vierte grosse Turnier in Serie – was ist möglich?

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Akanji im Kopfballduell mit Khocholava (Bild: Keystone)
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Rodriguez steigt gegen Qazaishvili in den Zweikampf (Bild: Keystone)
Stephan Lichtsteiner gegen Khocholava (Bild: Keystone)
Yann Sommer muss in der 2. Halbzeit mehrmals eingreifen. (Bild: Keystone)
Torschütze Cedric Itten lässt sich feiern (Bild: Keystone)
Kakabadze und Lichtsteiner im Zweikampf. (Bild: Keystone)
Granit Xhaka organisiert das Schweizer Angriffsspiel. (Bild: Keystone)
Zakaria (hinten) und Qazaishvili kämpfen um den Ball. (Bild: Keystone)
Manuel Akanji (Bild: Keystone)
Renato Steffen ist nach der ersten Hälfte nicht zufrieden. (Bild: Keystone)
Renato Steffen im Zweikampf mit Otar Kakabadze (Bild: Keystone)
Stephan Lichtsteiner gewinnt ein Kopfballduell. (Bild: Keystone)
Denis Zakaria wird gleich von mehreren Georgiern bedrängt. (Bild: Keystone)
In dieser Szene scheitert Albian Ajeti an Giorgi Loria, dem georgischen Schlussmann. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti (links) und Ruben Vargas (rechts) im Kofballduell mit Guram Kashia. (Bild: Keystone)
Nationaltrainer Vladimir Petkovic (Bild: Keystone)

Akanji im Kopfballduell mit Khocholava (Bild: Keystone)

Nein, schön anzusehen war das nicht. Wie sich die Schweizer zu diesem 1:0-Sieg gegen Georgien mühten, mit einigem Zittern, mit viel Glück sogar, das hätte man so nicht erwartet. Und doch passt es irgendwie zu dieser EM-Qualifikation, in der einiges schief lief aus Schweizer Sicht.

Aus einem Abend, an dem zumindest eine leise Party angedacht war, welche die Vorfreude auf die EM hätte erzeugen sollen, ist ein Abend geworden, der einige Sorgen bereitet. Ja, es gibt Erklärungen für die schwache Schweizer Leistung. Die Liste der Absenzen war hoch, es war darum eine extrem junge Mannschaft am Werk, die so noch nie zusammen gespielt hat. Doch in der Summe sind derzeit zu viele Einzelschicksale belastet. Shaqiri befindet sich in Liverpool auf dem Abstellgleis. Xhaka hat bei Arsenal höchstens eine sehr komplizierte Zukunft. Rodriguez wird mit jeder Woche ohne Spielpraxis bei Milan weniger stilsicher. Auch Akanji durchlebt gerade seine erste Krise der Karriere. Für manch einen gilt darum: Zum Glück ist erst November.

Immerhin: Dank des Sieges gestern wird die Schweiz an der EM 2020 dabei sein. Der dafür nötige Punkt in Gibraltar ist Formsache. Die Frage ist nun: Welche Rolle kann die Schweiz an ­dieser EM spielen, die das vierte grosse Turnier in Serie ist? Ist der ersehnte Viertelfinal realistisch? Oder folgt die nächste Enttäuschung, im Achtelfinal oder sogar früher? Nach der Gruppen-Auslosung am 30. November wird es erste Spielereien geben. Und vielleicht profitiert die Schweiz ja davon, dass sie in dieser Qualifikation immer mal wieder mit Widerständen umgehen musste.

Mit Widerständen musste auch Trainer Vladimir Petkovic umgehen. Er hat sie meist überzeugend gelöst. Nun gilt es, bezüglich seiner Zukunft ab Sommer 2020 möglichst rasch Klarheit zu schaffen. Es folgt in mancher Hinsicht ein heisser Winter.