Radsport
Die Maglia Rosa im Visier: die Favoriten der 103. Giro d'Italia auf dem Prüfstein

Am Samstag beginnt der 103. Giro d’Italia, die zweitwichtigste Rundfahrt nach der Tour.

Merken
Drucken
Teilen

CH Media

Geraint Thomas

Geraint Thomas

Geraint Thomas

CH Media

Obwohl er die Tour de France 2019 als Zweiter und ein Jahr zuvor sogar als Sieger beendet hatte, wurde Geraint Thomas von seinem Team Ineos überraschend nicht für die diesjährige Frankreich-Rundfahrt aufgeboten.

Nach sehr mässigen Resultaten zu Beginn des Saisonneustarts im August hat Thomas zuletzt mit Platz 2 am Tirreno-Adriatico und dem 4. Rang im WM-Zeitfahren in Imola aufsteigende Form bewiesen. Mit seinen Qualitäten im Zeitfahren und am Berg wird der 34-jährige Brite ein ganz heisser Kandidat auf den Giro-Sieg sein.

Simon Yates

Simon Yates

Simon Yates

CH Media

2018 dominierte Simon Yates den Giro lange Zeit nach Belieben. Während zwölf Etappen trug er die Maglia rosa und liess sich dreimal als Tagessieger feiern, ehe er am drittletzten Tag komplett einbrach und aus den Top Ten fiel. Wenige Monate später gewann Yates die Vuelta.

Nach einer ansprechenden Saison 2019 mit zwei Etappensiegen an der Tour de France soll es für den 28-Jährigen vom australischen Team Mitchelton-Scott nun endlich mit dem Gesamtsieg am Giro klappen. Sein grosses Problem dürften die vielen Zeitfahren sein, die nicht zu seinen Stärken gehören.

Jakob Fuglsang

Jakob Fuglsang

Jakob Fuglsang

CH Media

Seit 2013 fährt Jakob Fuglsang für Astana und vertrat seither regelmässig die Farben des Teams an den dreiwöchigen Rundfahrten. Auf das Podest hat es der Däne in einer Grand Tour allerdings noch nie geschafft. Der 7. Platz an der Tour de France 2013 war sein bislang bestes Ergebnis.

Bei seiner einzigen Teilnahme am Giro d’Italia erreichte Fuglsang vor vier Jahren den 12. Gesamtrang. Nun strebt der Sieger der diesjährigen Lombardei-Rundfahrt nach Höherem. Mit Miguel Ángel López, Tour-Sechster 2020, weiss Fuglsang einen Edelhelfer an seiner Seite.

Vincenzo Nibali

Vincenzo Nibali

Vincenzo Nibali

CH Media

Er ist die grosse Hoffnung der Italiener, wie eigentlich immer, wenn Vincenzo Nibali beim Giro am Start steht. Bei all seinen sechs Teilnahmen seit 2010 fuhr der bald 36-jährige Sizilianer aufs Podest, 2013 und 2016 sogar als Sieger.

Im vergangenen Jahr wurde Nibali nur vom ecuadorianischen Überraschungsmann Richard Carapaz geschlagen. Zuletzt beklagte sich der «Hai von Messina», der schon alle drei grossen Landesrundfahrten gewonnen hat, bei der Heim-WM in Imola allerdings über fehlende Form. Sein grosser Trumpf ist seine Erfahrung.

Peter Sagan

Peter Sagan

Peter Sagan

CH Media

Peter Sagan ist kein Mann für den Gesamtsieg, aber einer für die vielen Sprint-Ankünfte. Der Slowake hat in seinen zwölf Jahren als Profi schon 113 Siege eingefahren, darunter 12. Etappensiege an der Tour. Ein Giro-Teilstück fehlt im Palmares des dreifachen Strassen-Weltmeisters noch – mit gutem Grund: Denn Sagan wird am Samstag nach vier Vuelta- und acht Tour-Teilnahmen zum ersten Mal die Italien-Rundfahrt in Angriff nehmen. Dafür verzichtet er sogar auf die grossen Klassiker in Belgien.

Ausgerechnet jetzt macht ihm aber eine lange Durststrecke zu schaffen. Sein letzter Sieg liegt mittlerweile schon über ein Jahr zurück. Einfach wird es auch in Italien nicht: Sagans härteste Widersacher am diesjährigen Giro aus dem Lager der Sprinter sind Arnaud Démare, Fernando Gaviria und Elia Viviani.