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Die Krönung kommt zum Schluss: Diese vier Blamagen sorgen nach Week 17 für Gelächter

Jason Garrett blickt auf eine enttäuschende Saison mit den Dallas Cowboys zurück.

Jason Garrett blickt auf eine enttäuschende Saison mit den Dallas Cowboys zurück.

Was haben die New England Patriots, die Dallas Cowboys, die Cleveland Browns und Jameis Winston gemeinsam? Sie alle standen am letzten Spieltag im Mittelpunkt und müssen nun Hohn und Spott einstecken.

Die Week 17 ist in der NFL immer eine ganz spezielle Angelegenheit. Teams, die ihre Position gefestigt haben, versuchen ihre Stars zu schonen, ohne dabei Fallobst zu werden. Andere kämpfen noch um einen der letzten Playoff-Tickets oder gar um einen der ersten beiden Plätze in der Conference, damit sie in der ersten Postseason-Woche ein Freilos erhalten. 

Dann wären da auch noch die Teams, die bereits ausgeschieden sind und trotzdem nochmal alles geben, um mit einem guten Gefühl in die Offseason zu gehen und weil es für einige Beteiligte auch um den Job geht. Am Montag danach (auch bekannt als «Black Monday») geht es nämlich ordentlich zur Sache. Teams, die die Playoffs verpasst haben, nutzen die Gelegenheit um auszumisten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. 

Am Montag wird abgerechnet.

Diese Mischung an unterschiedlichen Ausgangslagen führt jeweils zu einem meist kuriosen und sehr unterhaltsamen letzten Spieltag. Auch in dieser Saison gab es wieder ganz besondere Geschichten zum Abschluss. 

Eine Niederlage, die doppelt schmerzt

Auch wenn die New England Patriots mit dem «Black Monday» schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu tun haben und auch ohne zu zittern in die Playoffs gekommen sind, so sind sie trotzdem am letzten Spieltag (völlig unerwartet) in den Mittelpunkt gerückt. 

Das mit Abstand erfolgreichste Team der (noch) aktuellen Dekade, verspielte am vergangenen Sonntag doch tatsächlich ihr Freilos für die erste Runde der Playoffs gegen die Miami Dolphins vor heimischer Kulisse mit 24:27. Eine Niederlage, die für Tom Brady und Co. nicht nur peinlich (die Dolphins haben während der Saison einige Schlüsselspieler getradet), sondern auch sehr bitter ist. Denn: Der amtierende Super-Bowl-Sieger muss nun zum ersten Mal seit 2009 wieder in einer ersten Playoff-Runde ran. Statt Erholung in der freien Woche, wartet nun zur Strafe die Tennessee Titans auf das Team aus New England.  

Man muss zwar davon ausgehen, dass die Patriots einen Weg aus der Krise finden werden, doch in Anbetracht der aktuellen Form (drei Niederlagen aus den letzen fünf Partien) wäre die «First Round Bye» in einer Woche wohl gerade richtig gekommen. 

Der Hype-Train ist auf dem Abstellgleis gelandet 

Bedeutend schlimmer als die Patriots hat es die Cleveland Browns erwischt. Mit der 23:33-Niederlage gegen das schwächste Team der NFL – die Cincinnati Bengals – krönten sie eine Saison, die schon zuvor im Eimer war. Trotz vieler Vorschusslorbeeren verpasste es das von Stars gespickte Kader, endlich einmal eine «Winning Season» in diesem Jahrzehnt vorzuweisen. Will heissen, die Browns konnten in dieser Dekade in keiner einzigen Saison mehr Spiele gewinnen als verlieren.

Zwar sieht es 2019 mit einer Bilanz von 6 Siegen und 10 Niederlagen nicht ganz so düster wie in den vergangenen Jahren aus, doch von einem Team, das aufgrund von sehr vielen talentierten Spielern vor der Saison noch als geheimer Titelanwärter galt, darf und muss man mehr erwarten. Dass Headcoach Freddie Kitchens nur wenige Stunden nach der enorm peinlichen Niederlage gegen die Bengals gefeuert wurde, war eigentlich absehbar. Andeutungen, dass er sein Team nicht mehr im Griff hatte, gab es in den letzten Wochen schon mehr als genügend. 

Winston macht die Rekordsaison perfekt 

Sportlich gesehen wäre das Spiel zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Atlanta Falcons eigentlich irrelevant gewesen. Doch Bucs-Quarterback Jameis Winston würde nicht auf den Spitznamen «Famous Jameis» hören, wenn er nicht für Spektakel gesorgt hätte. Winston verbuchte im Spiel 201 Yards Raumgewinn und schloss damit die Saison als QB mit den meisten Passing Yards ab: Beeindruckende 5109 Yards hat er an den Mann gebracht. Er ist erst der achte Spielmacher in der Geschichte, dem dieses Kunststück gelingt. 

Alle Interceptions von Winston der aktuellen Saison.

Nebenbei warf Winston im letzten Spiel auch noch zweimal das Ei zum Gegenspieler. Damit hat er als erster Quarterback überhaupt 30 Touchdowns und 30 Interceptions geworfen. Passend dazu, warf er seine letzte Interception der Saison ausgerechnet in der Overtime zum Gegner und dieser lief mit dem Leder gleich in die Endzone. Damit beendete Winston seine Saison mit insgesamt sieben Pick-Six, ebenfalls ein neuer Rekord. 

Wie es für Winston weitergeht nach dieser Saison ist übrigens auch noch nicht bekannt. Die Meinungen über den speziellen Quarterback gehen auseinander. Falls der auslaufende Vertrag nicht erneuert wird, hätte sein letzter Spielzug für die Buccaneers schon fast etwas Poetisches, denn sein erster Wurf als Rookie bei der Franchise aus Tampa Bay war ebenfalls ein Pick-Six.

Alle Lachen über America's Team 

Die einst so erfolgreichen Dallas Cowboys sind mit ihrem Übernamen «America's Team» schon längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Im Gegenteil, die Cowboys beendeten zum vierten Mal unter Headcoach Jason Garrett eine Saison mit der Bilanz von 8:8 und verpassten damit zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren die Playoffs. Besonders bedenklich in dieser Spielzeit ist zudem, dass das von Stars gespickte Team mehrheitlich während der ganzen Saison auf ihre Schlüsselspieler zurückgreifen konnte. 

Zum Abschluss gab es zwar immerhin noch einen 47:16-Sieg gegen die Washington Redskins, allerdings konnten sich die Cowboys damit auch nichts mehr kaufen. Was bleibt ist viel Hohn und Spott aus dem Netz sowie ein Trainerstuhl, der mehr als nur wackelt. Gut möglich, dass Garrett noch im Laufe vom «Black Monday» entlassen wird. 

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