Australian Open
Die Konkurrenz von Tennisstar Roger Federer geht am Stock

Eine ganze Dekade dominierten die grossen Vier das Männer-Tennis. Spielen sie, thronen noch immer über allen. Doch ihre Erfolge haben einen hohen Preis: körperliche Gebrechen, die sie wohl bis ans Ende ihrer Karriere begleiten werden. Mit Titelverteidiger Roger Federer (36) ist nur der Älteste aus dem Quartett derzeit sorgenfrei.

Simon Häring
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Unvergessen, wie Roger Federer vor einem Jahr sein märchenhaftes Comeback mit dem Triumph in Melbourne und dem 18. Grand-Slam-Titel krönte.

Unvergessen, wie Roger Federer vor einem Jahr sein märchenhaftes Comeback mit dem Triumph in Melbourne und dem 18. Grand-Slam-Titel krönte.

KEYSTONE/AP/AARON FAVILA

Rafael Nadal, Nr. 1

Er wollte unbedingt noch einmal die Nummer 1 der Welt werden - und spielte wohl das eine Turnier zu viel. Bei den World Tour Finals in London musste Rafael Nadal (31) nach dem ersten Spiel die Segel streichen: Knieschmerzen. Im Dezember wollte er mit dem Portugiesen Joao Sousa in seiner Akademie auf Mallorca trainieren, musste aber absagen und sich in medizinische Behandlung begeben. Seine Teilnahme in Brisbane sagte Nadal ab.

Rafael Nadal

Rafael Nadal

KEYSTONE/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH

Den Start bei den Australian Open sieht der Spanier aber nicht gefährdet. Er will wie Djokovic am 10. Januar bei einem Schaukampf antreten.

Novak Djokovic, Nr. 12

Seit Wimbledon im Juli hat Novak Djokovic (30) keine Partie mehr bestritten. Erst im Herbst sickerte durch, wie gravierend die Blessur am rechten Ellbogen wirklich ist. Offenbar hatte sich der Serbe einen komplizierten Splitterbruch zugezogen. Fünf Monate nahm er kein Racket in die Hand, wurde in dieser Zeit zum zweiten Mal Vater, diesmal von einer Tochter namens Tara.

Novak Djokovic

Novak Djokovic

Keystone

Er trainierte in Monte Carlo und Dubai, wollte in der vergangenen Woche in Doha sein Comeback geben. Doch dazu kam es nicht: Schmerzen im Ellbogen. Bilder zeigen die Stelle dick einbandagiert. Inzwischen weilt der Serbe bereits in Australien. Er will am 10. Januar bei einer Exhibition antreten.

Stan Wawrinka, Nr. 9

Nach Wimbledon unterzog sich Stan Wawrinka (32) zwei Eingriffen am linken Knie. Diagnose: Knorpelschaden. Acht Wochen ging er an Krücken, stürzte in ein tiefes Loch. «Das waren die schlimmsten Monate in meiner Karriere. Ich habe gemerkt, wer zu mir hält.» Trainer Magnus Norman zählt nicht dazu, er beendete die Zusammenarbeit.

Stan Wawrinka

Stan Wawrinka

Keystone

Die geplante Rückkehr beim Schaukampf in Abu Dhabi platzte. Ob Wawrinka in Melbourne spielt, ist fraglich. Er stelle sich viele Fragen, auch jene nach einem möglichen Rücktritt.

Milos Raonic, Nr. 24

Geplagt wurde der Kanadier im letzten Jahr von Blessuren an der Wade und am Handgelenk. Im Herbst zog er die Reissleine und beendete die Saison. Doch die Rückkehr gestaltet sich schwierig. Erst musste Milos Raonic (27) wie Djokovic, Murray und Wawrinka auf den Schaukampf in Abu Dhabi verzichten, dann missriet auch noch das Wettkampfcomeback.

Milos Raonic

Milos Raonic

KEYSTONE/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH

Raonic unterlag in Brisbane dem 18-jährigen Australier Alex de Minaur, die Nummer 208 der Welt. Immerhin scheint der Wimbledon-Finalist von 2016 schmerzfrei zu sein. Allerdings ist er nur noch die Nummer 24 der Welt.

Andy Murray, Nr. 16

Es klingt wie ein verzweifelter Hilferuf, den Andy Murray (30) kurz nach dem Jahreswechsel absetzt. Wie Djokovic pausiert auch er seit Wimbledon, verzichtete aber auf einen operativen Eingriff an der Hüfte, die ihn seit Monaten beschäftigt. «Ich vermisse es. Das Kind in mir möchte einfach nur spielen. Ich würde alles geben, um wieder auf dem Platz stehen zu dürfen», schreibt er und stellt dazu ein Bild, das ihn als kleinen Jungen zeigt.

Andy Murray

Andy Murray

KEYSTONE/EPA/IAN LANGSDON

Inzwischen zieht der Schotte auch eine Operation in Erwägung. Ob und wann Murray zurückkehrt, ist völlig offen. Sogar die Fortsetzung der Karriere scheint in Gefahr.

Kei Nishikori, Nr. 22

Für den besten Japaner sind die Australian Open der Heim-Grand-Slam. Doch für Kei Nishikori (27) steht das Turnier unter keinem guten Stern. Schon zum dritten Mal in den letzten neun Jahren muss er auf eine Teilnahme verzichten. «Es tut mir sehr weh, dass ich nicht dabei sein kann.»

Kei Nishikori

Kei Nishikori

KEYSTONE/EPA KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Er litt im Herbst an einer Sehnenverletzung im rechten Handgelenk und hat deswegen seit August kein Spiel mehr bestritten. Zwar habe er seither beachtliche Fortschritte erzielt und hätte allenfalls spielen können, «aber nicht über die volle Distanz». Durch seine Absage wird Nishikori aus den Top 30 der Weltrangliste fallen.

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