«Die Formel 1 ist langweilig geworden.» So oder ähnlich äusserte sich die Kritik an der höchsten Rennserie der Welt. Mercedes wurde im vergangenen November zum dritten Mal in Serie Weltmeister, und zuvor war es Sebastian Vettel im Red Bull, der während vier Jahren seine Gegner auf der Rennstrecke dominiert hatte. Es war klar: Veränderungen mussten her. Die Formel 1 soll ihre Attraktivität der früheren Jahre zurückgewinnen.

Die vor zwei Jahren angedachten Regeländerungen, die in diesem Jahr zum ersten Mal greifen, sind simpel: Die Autos sollen wieder schnell werden. Bis zu vier Sekunden pro Runde soll die Differenz zu den bisherigen Modellen betragen. Die Testwochen Anfang März in Barcelona haben gezeigt, die Autos sind tatsächlich um einiges schneller.

Die Fahrer, die Teams: Die Formel-1-Saison 2017

Die deutlich breiteren Reifen und die vergrösserte Bodenplatte sorgen für mehr Grip und Abtrieb, Kurven können also mit einer höheren Geschwindigkeit gefahren werden. «Wahrscheinlich werden wir in den nächsten Monaten Änderungen beim Nackenumfang der Fahrer sehen», sagte Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton in Barcelona und sprach dabei die höheren Fliehkräfte an.

Wie aussagekräftig die Testfahren in Barcelona aber wirklich sind, wird sich heute Freitag im ersten freien Training in Melbourne erstmals zeigen. Oft wurde betont, dass besonderes Ferrari in Spanien nicht ihr volles Potenzial offenbart hätten, wohl auch um sich nicht in die Karten blicken zu lassen. «Ferrari hat geblufft. Ich glaube, die können noch schneller fahren», sagte der britische WM-Titelaspirant Hamilton nach den Testwochen in Barcelona.

Ferrari überzeugt in Barcelona

Klar ist: Ferrari hat im Vergleich zum vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Nicht umsonst zeigt sich der vierfache Weltmeister Vettel durchaus selbstbewusst vor dem Grossen Preis in Australien und fasst einen Angriff auf den WM-Titel ins Auge. Es war dann auch sein Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen, der in Barcelona mit 1:18.634 für die klar beste Rundenzeit sorgte – vier Zehntel vor Vettel.

Trotzdem: Die Ergebnisse der Testwochen in Barcelona sind mit Vorsicht zu geniessen. Bereits 2015 und 2016 sorgte Räikkönen für die Spitzenzeit – einen Sieg kann der Finne in den vergangenen zwei Jahren aber nicht aufweisen. Entsprechend tief stapelt Räikkönen: «Wir stehen in vielerlei Hinsicht besser da als vor einem Jahr, aber ob das auch im ersten Rennen so sein wird? Wir werden sehen.»

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