Skandal-Urteil im Fall Rüfenacht

Die IIHF trittt die Glaubwürdigkeit mit Schlittschuhen

Die Skandal-Szene: Ziga Jeglic (l.) knallt Thomas Rüfenacht den Schlittschuh in den Hals-/Schulterbereich.

Die Skandal-Szene: Ziga Jeglic (l.) knallt Thomas Rüfenacht den Schlittschuh in den Hals-/Schulterbereich.

Der Slowene Ziga Jeglic versucht, Thomas Rüfenacht mit seiner Schlittschuhkufe im Halsbereich zu treffen. Eine messerscharfe Klinge verfehlt den ungeschützten Hals des Schweizers nur haarscharf. Wie durch ein Wunder bleibt er unverletzt. Wenn er ihn trifft, dann könnte das Leben Rüfenachts in Gefahr geraten. Eine unfassbar gefährliche Aktion, die es so in dieser Form auf den bekannten Eisfeldern der Welt noch nie gegeben hat. Ausserhalb einer Sportarena würde man von versuchter schwerer Körperverletzung sprechen. Der Internationale Eishockeyverband (IIHF) bzw. dessen Disziplinar-Kommission zuckt mit der Schulter – und spricht läppische zwei Spielsperren gegen den Übeltäter aus. Zwei.

Ein unfassbares Urteil. Eigentlich gäbe es für ein solches Vergehen nur eine korrekte Strafe: lebenslang. Wer auf derart fahrlässige Art und Weise die Gesundheit, ja sogar das Leben eines Gegenspielers gefährdet, der hat auf einem Eishockey-Spielfeld nichts mehr zu suchen. Dass die Disziplinar-Kommission des IIHF in ihrer Urteilsbegründung die Schwere des Vergehens zwar erkennt, den fehlbaren Spieler aber trotzdem nur für zwei lächerliche Spiele aus dem Verkehr zieht, ist ein Skandal. Skandalös ist auch, dass dem Schweizer Eishockey-Verband die rechtliche Handhabe fehlt, um gegen dieses Verdikt Rekurs einzulegen.

Eishockey ist per se ein unglaublich spektakulärer, aber auch gefährlicher Sport. Die Banden, die Stöcke, der Puck, die Ausrüstungen sowie die Spieler selber, mit ihrem Tempo und ihrer Masse, sorgen schon unter normalen Umständen für viele kritische Situationen im Rink. Die nimmt man ein Stück weit in Kauf, versucht aber seit Jahren, mit Aufklärungskampagnen beispielsweise schwere Kopfverletzungen – vor allem Gehirnerschütterungen – zu verhindern.

Das ist lobenswert. Umso unfassbarer ist es, dass ausgerechnet dem Weltverband im Fall «Jeglic gegen Rüfenacht» jegliches Augenmass abgeht. Hier geht es um nichts mehr als die Glaubwürdigkeit. Die wird mit diesem lächerlichen Urteil mit Füssen – oder besser noch – mit Schlittschuhen getreten. Das alles erweist einer Sportart, die gerade durch die jährlich stattfindenden Weltmeisterschaften das Rampenlich

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