Eishockey
Die historische Chance der Eisgenossinnen auf Olympisches Edelmetall

Die Baslerinnen Katrin Nabholz und Sandra Thalmann spielen am Donnerstag ab 13 Uhr im Spiel um Platz 3 des Olympia-Turniers mit den Schweizerinnen gegen Schweden um die Bronzemedaille. Eishockey-Edelmetall hatten zuletzt die Männer 1948 geholt.

Sandro Mühlebach
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Sandra Thalmann (M.) und ihre Teamkolleginnen gehen voller Zuversicht ins Bronze-Spiel gegen die Schwedinnen.

Sandra Thalmann (M.) und ihre Teamkolleginnen gehen voller Zuversicht ins Bronze-Spiel gegen die Schwedinnen.

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1948 gewann das Eishockey-Nationalteam der Männer in St. Moritz zum zweiten und bisher letzten Mal Bronze an Olympischen Spielen. 66 Jahre danach haben die Schweizer Eishockey-Frauen am Donnerstag die Chance, erstmals olympisches Edelmetall zu gewinnen.

Mittendrin sind dabei die beiden Baslerinnen Katrin Nabholz (27) und Sandra Thalmann (21). «Mit unserem Team können wir einen Exploit schaffen», sagte Thalmann vom SC Reinach im Vorfeld der Olympischen Spiel gegenüber der bz. Nabholz, die bei den Frauen der ZSC Lions spielt, schwärmte ebenfalls vor dem Turnier von der talentiertesten Mannschaft, in der sie je gespielt habe.

Die Eishockey-Hoffnungen sind bei den Frauen

Nachdem das Schweizer-Männerteam am Dienstag entgegen der Erwartungen im Achtelfinal an Lettland gescheitert sind, sind die Eisgenossinnen die Medaillen-Hoffnung der Schweizer Eishockeyszene.

Und ebendiese Bronze-Medaille liegt für die Schweizerinnen durchaus in Reichweite. Ihre Gegnerinnen im Spiel um Platz 3 sind die Schwedinnen. Und im Vergleich mit den Nordeuropäerinnen hinterliessen die Schweizerinnen im bisherigen Turnierverlauf den etwas stärkeren Eindruck – insbesondere im Halbfinal. Während die Schwedinnen beim 1:6 gegen die USA chancenlos blieben, hielten die Schweizerinnen beim 1:3 gegen Kanada zumindest resultatmässig mit.

Die letzten beiden Testspiele zwischen den beiden Teams endeten zu Gunsten Schwedens, einmal nach Verlängerung und einmal nach Penaltyschiessen. Den letzten Ernstkampf jedoch gewannen die Schweizerinnen 2012 an der WM in den USA mit 3:2 – auf dem Weg zum erstmaligen Gewinn einer Auszeichnung, der bronzenen. 2008 hatte die Schweiz die WM-Halbfinals ein erstes Mal erreicht, damals aber mit Platz 4 Vorlieb nehmen müssen.

Kammerer: «Medaillenspiele sind immer speziell»

Zwei Jahre nach dem Gewinn der WM-Medaille haben die Schweizerinnen die Gelegenheit, diese Leistung eine Ebene höher zu übertreffen. Trainer René Kammerer, der das Ziel, den Halbfinal-Einzug, mit seinem Team eigentlich bereits erreicht hat, gab sich einen Tag vor dem Spiel gelassen: «Ein Medaillenspiel ist jedes Mal speziell. Ein Bronze-Spiel an Olympischen Spielen ist für die Frauen vielleicht eine einmalige Chance. Ich versuche, dieses Gefühl vom Team fernzuhalten.»

Im Halbfinal begeisterten die Schweizerinnen mit viel Einsatz und noch mehr Leidenschaft. «Wenn wir auch gegen Schweden so spielen, dann kann es eigentlich nur eine Medaille geben», hatte Torhüterin Florence Schelling bereits unmittelbar nach dem Spiel gegen den dreifachen Olympiasieger gesagt. Doch die Ausgangslage gegen «Tre Kronor» ist anders, das weiss auch Kammerer: «Gegen Kanada hatten wir nichts zu verlieren, gegen Schweden können wir etwas gewinnen.»

Mit Unbeschwertheit zu Bronze

Wie bereits in den letzten Vergleichen ist eine ausgeglichene Partie zu erwarten. «Physik, Technik und die gute Grundausbildung», beschrieb Kammerer die Stärken der Schwedinnen. Und was spricht für die Schweizerinnen? «Unsere Unbeschwertheit und Unbekümmertheit. Wir sind jung, frisch, frech und deshalb für die Gegner schwierig auszurechnen.» Diese Unbeschwertheit unterstrichen auch Nabholz und Thalmann mit ihren hoffnungsvollen Äusserungen im Vorfeld von Olympia.