Königsklasse
Die Gruppenphase der Champions League ist spannend wie seit Jahren nicht mehr – das ist die Ausgangslage

Obwohl bisher kein einziger der Favoriten auf der Strecke geblieben ist, wirkt die Königsklasse ausgeglichener als auch schon. Dazu tragen Klubs wie Salzburg und Brügge bei, die an die Tür zur K.-o.-Phase klopfen.

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Marcel Sabitzer (Mitte) will mit Leipzig gegen Manchester United gewinnen.

Marcel Sabitzer (Mitte) will mit Leipzig gegen Manchester United gewinnen.

Keystone

Den Fussballfans stehen heute Dienstag und am Mittwoch spannende Abende auf der höchsten Ebene des Klubfussballs bevor. Nur in drei der acht Gruppen stehen beide Teilnehmer der K.-o.-Phase im kommenden Jahr bereits fest. Das sind in der Gruppe C Manchester City und der FC Porto, in der Gruppe E der FC Chelsea und der FC Sevilla sowie in der Gruppe G der FC Barcelona und Juventus Turin.

In den fünf übrigen Gruppen sind noch sieben Plätze zu vergeben. Am Verrücktesten präsentiert sich die Ausgangslage in der Gruppe B, in der morgen in den Partien zwischen Real Madrid und Mönchengladbach sowie Inter und Donezk noch alle Teams auf die Qualifikation für die Achtelfinals hoffen dürfen.

Screenshot Teletext

Ebenfalls morgen kann RB Salzburg mit einem Heimsieg über das in der spanischen Liga ungeschlagene und auf Platz 1 stehende Atlético Madrid die Sensation schaffen, auf Kosten der Madrilenen in der Königsklasse zu überwintern. Die Bayern sind in der Gruppe A bereits durch. Und ebenfalls am Mittwoch balgen sich in der Gruppe D hinter dem bereits qualifizierten FC Liverpool in Amsterdam der holländische Meister Ajax und Atalanta Bergamo um den zweiten Platz. Den Italienern genügt ein Unentschieden, Ajax muss gewinnen.

Zur Vorspeise des heutigen Abends in der Champions League machen in Rom ab 18.55 Uhr Lazio und Brügge aus, wer neben Borussia Dortmund in die Achtelfinals einzieht. Die Belgier benötigen dazu einen Sieg.

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Ganz heiss wird es in der Gruppe H. Die beste Ausgangslage hat Paris Saint-Germain, dem beim Dreikampf und im Fernduell mit RB Leipzig und Manchester United ein Unentschieden zu Hause gegen den türkischen Meister Basaksehir genügt. Nur bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Unentschieden zwischen Leipzig und Manchester United würde der Finalist der letzten Saison scheitern und in die Europa League relegiert. Die Deutschen kommen mit einem Sieg sicher weiter, bei einem Unentschieden müssten sie darauf hoffen, dass der PSG gegen Basaksehir verliert. Bei einer Niederlage sind sie draussen. Manchester United genügt in jedem Fall ein Unentschieden, ist aber bei einer Niederlage draussen.

Die grosse Spannung in der Königsklasse rührt nicht daher, dass die Favoriten schwächeln. Im Gegenteil. Diese sind den Ansprüchen gerecht geworden, wie die vorzeitigen Qualifikationen von Bayern München, Manchester City, Porto, Liverpool, Chelsea, Sevilla, Borussia Dortmund, Barcelona und Juventus Turin zeigen.

Ein Grund für die Attraktivität ist die Performance von Klubs wie Salzburg und Brügge, oder dass sich Bergamo nach der überragenden letzten Saison erneut so prächtig schlägt. Ein Einfluss der Coronapandemie auf das Geschehen lässt sich indes bisher nicht ablesen.