Schweizer Cup

Die Grasshoppers ziehen trotz dreier Gegentore in den Achtelfinal ein

Beim 5:3-Sieg gegen Xamax geht GC schon nach wenigen Sekunden in Führung. Nach dem 3:0 ist die Partie gelaufen, obwohl der Unterklassige den Rückstand auf einen Treffer verkürzte.

In diesen Satz hatte Stürmer Charles André Doudin all seine Erfahrung aus zehn Jahren Profifussball gepackt: «Gut in die Zweikämpfe kommen, nicht gleich ein Tor kassieren und die Fans für uns gewinnen.» Mit diesem Rezept wollte Xamax den Grasshoppers Widerstand leisten und im besten Fall für eine Überraschung sorgen.

Nach lediglich 13 Spielminuten lag das Konzept jedoch in Schutt und Asche. Nach einer Minute und vier Sekunden hatte es zum ersten, nach vier Minuten zum zweiten und nach dreizehn Minuten zum dritten Mal im Tor von Captain Laurent Walthert eingeschlagen; einen Zweikampf hatten die Neuenburger bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gewonnen und auf den mit 4721 Zuschauern gut besetzten Rängen in der Maladière war es mäuschenstill geworden.

Ausser im Sektor der GC-Fans natürlich. Diese hatten ihren Augen nicht getraut, als Munas Dabbur, Yoric Ravet und noch einmal Dabbur die ersten drei Angriffe der Zürcher mit einem Tor abschlossen und den Klub aus der Super League komfortabel 3:0 in Führung brachten.

«Wir waren schon sehr überrascht, wie einfach das ging», sagte GC-Aussenverteidiger Michael Lang hinterher. «Da war viel Pech dabei und der Zufall spielte auch eine grosse Rolle», sagte Kiliann Witschi. Der Innenverteidiger von Xamax mit einer Vergangenheit in der 2. Bundesliga beim Karlsruher SC sprach vor allem das 0:1 an, bei dem der Schuss von Dabbur von Thibaut de Coulon unglücklich abgelenkt worden war. «Dann aber legten wir die Nervosität ab. Es gab nichts mehr zu verlieren», sagte Witschi.

Xamax zeigte Reaktion

Und tatsächlich: Nur weitere sechs Minuten später hatten auch die Amateure aus der Promotion League ihre ersten beiden Tore auf dem Konto. Weil bei einem Freistoss die GC-Mauer hochgesprungen war, hatte Doudin (14.) flach zum 1:3 ins Netz getroffen.

Und nach einem missglückten Befreiungsschlag von Anatole Ngamukol hatte der überraschend in die Startaufstellung berufene Mael Erard mit einem herrlichen Schuss zum 2:3 (19.) seine Nomination gerechtfertigt. «In dieser Phase war bei uns die Ordnung verloren gegangen», kritisierte GC-Trainer Michael Skibbe.

2:3 nach 19 Minuten – die Besucher brauchten ihr Kommen wahrlich nicht zu bereuen. Allerdings sollten die beiden Tore der Neuenburger auch nicht die eingeläutete Wende zugunsten der Gastgeber bedeuten, wie nun viele gehofft hatten.

GC fand die Konzentration wieder und liess bis in die Schlussphase hinein keine gegnerischen Chancen mehr zu. «Das war schon sehr souverän, wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben», sagte Skibbe. Er konnte damit allerdings nur das Defensivverhalten meinen, denn im Abschluss sündigten Mahmoud Karabah, Dabbur und Ngamukol bei einem halben Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten.

Dies, nachdem Ravet acht Minuten nach der Pause mit seinem zweiten Tor das 4:2 erzielt und seine Mannschaft damit vom grössten Druck befreit hatte. Obwohl die gut mitspielenden Xamaxiens nicht mehr wirklich gefährlich geworden waren, brachte erst das dritte Tor von Dabbur nach 76 Minuten für GC die Gewissheit, den Sprung in die Cup-Achtelfinals geschafft zu haben.

Es brauchte die Bestbesetzung

Das 3:5 von Mikael Rodriguez war dann nur noch Resultatkosmetik und der versöhnliche Schlusspunkt hinter einen Fussballnachmittag, der gute Werbung für das «neue» Xamax gewesen war. «Dem Publikum wurde etwas geboten», sagte ein zufriedener Präsident Christian Binggeli.

«Dank diesen Einnahmen können wir uns im Winter nun ein Trainingslager leisten.» Xamax besitzt eine sehr starke Mannschaft, sagte Skibbe. «Dies haben wir schon bei unseren Beobachtungen festgestellt und es hat sich bestätigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es den Aufstieg in die Challenge League schafft.»

Auf alle Fälle hatte er, anders als YB in Buochs und der FCZ bei den Black Stars, gut daran getan, mit Ausnahme von Caio die Bestformation auf den Platz zu schicken. Ein B-Team der Zürcher hätte in Neuenburg ohne Zweifel verloren.

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