Erster Sieg nach neun Spielen und erster Erfolg in der Rückrunde; erste Tore unter Trainer Carlos Bernegger sowie drei Tore in einem Spiel und damit so viele wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Allein diese Zahlen illustrieren, dass den Grasshoppers gegen St. Gallen ein Befreiungsschlag gelungen sein könnte.

Mit Blick auf den Abstiegskampf und die letzten neun Runden ist für GC aber ebenso wichtig, wie der Sieg zustande gekommen ist. Er war vollauf verdient, weil die Grasshoppers den Gegner klar beherrschten, sich schon vor dem vorentscheidenden 2:1 durch Munas Dabbur (70.) einige Chancen erspielt hatten und danach keine Gefahr mehr liefen, den Vorteil unnötig zu verspielen, wie es ihnen zum Ende der ersten 45 Minuten noch passiert war (Ausgleich durch Andreas Wittwer).

Dabbur wie in alten Tagen

Die Heimpremiere unter Bernegger war auch so etwas wie das Comeback von Munas Dabbur vor eigenem Publikum. Zwar hatte der Stürmer nach seiner Rückkehr aus Salzburg schon in einem (verlorenen) Spiel gegen YB getroffen, doch diesmal war er mit seinen zwei Toren der Matchwinner der Zürcher.

Die Zuschauer sahen erstmals wieder den Dabbur, den sie aus der Zeit vor dessen Wegzug von GC gekannt hatten: Ein Führungsspieler, der Tore schiesst, ein Captain, der Chancen erarbeitet und stets gefährlich ist. Bei einem Lattenschuss und einem Kopfball aus fünf Metern wären sogar noch weitere Tore von Dabbur möglich gewesen.

Mit dem Sieg gegen St. Gallen hat sich GC etwas Luft verschafft und den Abstand zum Tabellenletzten Vaduz (am Sonntag gegen Luzern) auf fünf Punkte vergrössert. Doch die Sorgen sind die Zürcher noch nicht los. Ihre schwierige Situation wurde in den letzten Wochen oft mit derjenigen des Stadtrivalen in der letzten Saison verglichen. Und genau hier lauert die Gefahr: Auch beim FC Zürich schien damals Anfang April mit einem Heimerfolg gegen St. Gallen der Knoten geplatzt. Am Ende stieg der FCZ trotzdem ab.

Während die Grasshoppers in keiner Weise wie ein Absteiger auftraten, präsentierte sich St. Gallen auf dem Letzigrund nie wie ein Team, das im Sommer im internationalen Wettbewerb engagiert sein könnte. Die Ostschweizer waren in der Dreierabwehr immer wieder überfordert und waren vorne - trotz des formstarken Albian Ajeti - nahezu inexistent. Nach der Pause hatten sie eine einzige (halbe) Chance. Durch den Mittelfeldspieler Toko.