Olympische Spiele

Die Geheimwaffe der Skiakrobaten – Was sich die Schweizer Skiakrobaten für Pyeongchang vornehmen

Mischa Gasser

Mischa Gasser

Die grössten Medaillenkandidaten an den Olympischen Spielen sind die Schweizer Skiakrobaten mit Sicherheit nicht. Aber die mentale Arbeit im Team mit Mischa Gasser, Dimitri Isler und Noe Roth trägt nun ihre Früchte.

Die Schweizer Skiakrobaten gehören bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang nicht gerade zu den heissen Medaillentipps. Das vom Solothurner Mischa Gasser und dem Aargauer Dimitri Isler angeführte Aerials-Team verpasste diese Saison im Weltcup mit zwei Ausnahmen die Finalplätze der Top 12. Entsprechend liegt die Last der Favoritenrolle auf anderen Schultern.

Nun aber scheint der mehrtägige Abstecher auf die Märcheninsel Hawaii nach der nordamerikanischen Weltcup-Tour wie gewünscht positive mentale Folgen zu haben. Am Wochenende gelangen im Olympia-Trainingslager in Japan gleich zwei der vier Olympia-Teilnehmern Premieren auf Schnee. Insbesondere Dimitri Isler durchbrach mit seinem erstmaligen Versuch des «Double Full - Double Full - Full» auf Schnee eine eigentliche Schallmauer.

Dimitri Isler

Dimitri Isler

Die Schweizer Premiere – vor ihm zeigte noch nie ein Athlet von Swiss Ski diesen Sprung mit drei Salti und fünf Schrauben – endete zwar mit einer etwas holprigen Landung. Aber dem Aargauer war bewusst, welch bedeutender Moment dies für ihn ist: «Am Schluss war es nur noch eine Kopfsache. Ich wusste schon lange, dass ich diesen Sprung kann. Aber es mussten alle Faktoren stimmen.»

Vor dem 24-jährigen Schweizer haben erst vier Springer weltweit diese Höchstschwierigkeit auf Schnee gezeigt. Von den aktuellen Konkurrenten bei den Olympischen Spielen beherrschen sogar nur zwei Athleten den Sprung. Die neue Ausgangslage katapultiert Dimitri Isler neu sogar in den Dunstkreis der Medaillenanwärter.

Er hat sich vorgenommen, diesen Versuch auch in Pyeongchang zu zeigen. «Es war ein grosses Stück Arbeit. Ich bereite diesen Sprung seit drei Jahren auf der Wasserschanze vor und bin überglücklich, dass ich ihn jetzt erstmals auf Schnee zeigen konnte», sagt Isler.

Noe Roth

Noe Roth

Auch Noe Roth, der erst 17-jährige Sohn von Nationaltrainer Michel Roth, hat im Trainingslager in Bifuka ein neues Level erreicht. Erstmals zeigte er zwei verschiedene Dreifach-Salti auf Schnee. Gelingt ihm an den Olympischen Spielen diese Kombination nach Wunsch, darf auch der Youngster mit einer Finalqualifikation rechnen.

Roths Unbekümmertheit kommt auch im kurzen Interview zur Geltung, das der Nationaltrainer der «Nordwestschweiz» aus Japan übermittelt hat. Auf die Frage, ob er für Pyeongchang noch andere Pläne habe, sagt Roth: «Ich habe einen weiteren Sprung, den ich gerne zeigen würde. Wenn ich denn darf!» Eine klare Ansage ins Mikrofon seines Vaters...

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