Vorgestern gab es gebratene Forelle im Restaurant Alt-Mösern. Beim Znacht einige Kilometer abseits des WM-Trubels von Seefeld lässt sich der Tag angenehm Revue passieren. Ein paar Entscheidungen sind gefallen, ein paar Favoriten ebenfalls, nur die Norweger brillieren. Die nordische Ski-WM nimmt ihren Lauf.

Neben der Tür auf einer Schiefertafel steht der handgeschriebene Spruch der Woche. «Der Zufall geht Wege, da kommt die Absicht gar nie hin.» Die müden Gedanken schweifen,
die WM-Kolumne für übermorgen, wie könnte die aussehen? An allen Nachbartischen wird Norwegisch gesprochen, es sind die älteren Semester, die in ihrem Leben wohl schon genug WM-Partymeilen gesehen haben und ohne Norwegenflagge auf der Backe auskommen.

Vernünftig und leise diskutieren sie, wohl über die nächsten Medaillen. Die einzigen Nicht-Norweger hier sind die Serviceleute. Der Schweizer Journalist. Und die Forelle. Die stammt gemäss Karte aus Leutasch.

Der Zufall geht Wege, da kommt die Absicht gar nie hin. Johannes Klaebo erscheint vor dem inneren Auge, wie er im Sprint vor Sergej Ustjugow in die Kurve sticht und den Russen fast zu Fall bringt. Zufall, Absicht?

Leutasch! Da logieren doch die Schweizer Langläufer. Hat die Forelle vielleicht dort ihre Runden gedreht, wo Dario Cologna nun seine Morgenkilometer macht? Die Gedanken schweifen zu den Leistungen der Schweizer Langläufer, ein Grat zwickt im Gaumen. Und wie könnte denn nun die Kolumne aussehen?

Die Bäggli sind aus dem Forellenkopf geklaubt, die kleinen feinen Filetstücklein zergehen auf der Zunge. Killian Peier fliegt überraschend zu WM-Edelmetall. Zufall, Absicht? Natürlich kein Zufall! Harte Arbeit steckt dahinter. Und die Kolumne?

Aber halt, sie ist ja jetzt schon geschrieben! Der Zufall geht Wege, da kommt die Absicht gar nie hin. Zeit, ins Bett zu gehen.