Automobil

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen nach einem turbulenten Jahr für Sauber

Die finanzielle Zukunft ist gesichert: Auch nächstes Jahr wird Marcus Ericsson für Sauber seine Runden drehen.

Die finanzielle Zukunft ist gesichert: Auch nächstes Jahr wird Marcus Ericsson für Sauber seine Runden drehen.

Es war ein schwarzes Jahr für Sauber. Der drohende Konkurs und der sportliche Tiefflug drückten in Hinwil auf die Stimmung. Dank dem 9. Platz von Felipe Nasr in Brasilien und der Übernahme durch die Investmentgesellschaft Longbow Finance kommt der Schweizer Rennstall aber doch noch zu einem versöhnlichen Saisonabschluss.

1. Wie verlief die Saison für Sauber?

Noch ist der so wichtige 9. Platz in der Gesamtwertung nicht im Trockenen. Aber Sauber darf dem letzten GP der Saison in Abu Dhabi entspannt entgegenschauen. Nach 19 erfolglosen Rennen in dieser Saison holte Felipe Nasr endlich die so lang ersehnten Punkte. Im regengetränkten GP von Brasilien fährt der Einheimische auf den 9. Platz. Lange sah es nach einem Seuchenjahr für Sauber aus. Wegen wirtschaftlicher Probleme konnte das Team um Monisha Kaltenborn vor dem Saisonstart nur eine Testwoche absolvieren und das lediglich mit dem Vorjahresauto. Entsprechend verhalten startete das Team in die Saison. Die finanziellen Schwierigkeiten wirken sich aber nicht nur auf das sportliche Ergebnis aus. Im Februar, März, April und Mai konnten die Gehälter der Mitarbeiter nur verspätet bezahlt werden – Sauber stand kurz vor dem Konkurs. Mit der Übernahme von der Schweizer Investmentgesellschaft Longbow Finance ist in Hinwil nun endlich wieder Ruhe eingekehrt.

2. Was bedeuten die zwei Punkte von Felipe Nasr für Sauber?

Mit den zwei ergatterten Punkten in São Paulo schiebt sich der Hinwiler Rennstall an Manor vorbei auf den 9. Platz in der Gesamtwertung. Das britische Team holte im Juli in Österreich mit dem zehnten Platz von Pascal Wehrlein einen Punkt und lange sieht es so aus, als ob dieser eine Punkt für Manor reichen würde. Wie wichtig diese zwei Punkte von Nasr in Brasilien vor zwei Wochen sind, lässt sich in Zahlen ausdrücken: 30 Millionen Euro soll der 9. Gesamtplatz in der Konstrukteurswertung wert sein. Geld, auf das Sauber dringend angewiesen ist, will das Team im nächsten Jahr ein konkurrenzfähiges Auto stellen.

3. Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein fahren im nächsten Jahr für Sauber. Was darf man von den zwei erwarten?

Dass Ericsson auch nächste Saison für Sauber fährt, lag nach der Übernahme von Longbow Finance auf der Hand. Hinter der Schweizer Investmentgesellschaft steht der schwedische Verpackungskonzern Tetra Laval, der Ericssons Karriere im Motorsport schon seit geraumer Zeit fördert. Die Entscheidung, bei Sauber auch in der nächsten Saison auf Ericsson zu setzen, hat also einen finanziellen Hintergrund. Sportlich konnte der Schwede bisher nicht überzeugen: Zwei 12. Plätze (Bahrain und Malaysia) waren das Highlight in dieser Saison für den Schweden. Ob er sich in der nächsten Saison steigern kann, darf angezweifelt werden.

Gestern bestätigte Sauber, was schon lange als Gerücht durch die Boxengasse ging: Ab nächstem Jahr fährt Wehrlein für Sauber. Das Nachwuchstalent wechselt auf die kommende Saison von Manor zum Schweizer Rennstall. Der Deutsche überzeugte bei Manor in dieser Saison in einem kaum konkurrenzfähigen Auto und holte in Österreich den einzigen Punkt für das das britische Team. Der erst 22-Jährige gilt als Versprechen für die Zukunft und dürfte in der nächsten Saison den teaminternen Kampf gegen Ericsson für sich entscheiden.

4. Was darf man von Sauber in der nächsten Saison erwarten?

Sauber wird die nächste Saison mit einem alten Motor in Angriff nehmen. Die Entscheidung, in der nächsten Saison den Ferrari-Motor von 2016 zu verwenden, sei aber nicht finanzieller Natur, versicherte die Teamchefin Kaltenborn. Das Team erhofft sich besonderes in der Entwicklung des Chassis Vorteil für die nächste Saison. Nur: Sauber hinkt in der Entwicklung des Autos zurzeit hinterher: Bevor Longbow Finance den Rennstall übernahm, fehlte das Geld, um über die Entwicklung vorwärtszutreiben. Grosse Fortschritte darf man sich in der nächsten Saison also nicht erhoffen.

Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Teamchefin Monisha Kaltenborn.

5. Zu welchen personellen Veränderungen kommt es bei Sauber?

Mit Jörg Zander konnte Sauber endlichen den Posten des Technischen Direktors wieder besetzen. Die Position war seit dem Frühjahr verwaist. Zuvor arbeitete der 52-Jährige bei Audi in der Langstreckenweltmeisterschaft. Für den Deutschen ist es eine Rückkehr: Bereits während der Saison 2006/2007 arbeitete Zander als Chefdesigner bei Sauber. Mit Xevi Pujolar (Chefingenieur) und Hennel de Beaupreau (Chef Aerodynamik) konnten weiter wichtige Position bei Sauber neu besetzt werden.

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