Super League

Die Angst vor dem Untergang: Carlos Bernegger ersetzt GC-Trainer Pierluigi Tami

Carlos Bernegger soll GC wieder in die Erfolgsspur führen

Carlos Bernegger soll GC wieder in die Erfolgsspur führen

Die Führungsriege der Grasshoppers reagiert auf den anhaltenden Misserfolg. Der Klub trennt sich von Trainer Pierluigi Tami und ersetzt ihn durch Carlos Bernegger.

Der Gedanke nistet sich ein im Körper wie hartnäckige Bazillen, die einfach nicht verschwinden wollen. Der Gedanke geht so: In Momenten wie diesen werden Absteiger geboren.

Der Moment, als Torhüter Joël Mall im Strafraum umher irrt und seinem Team gegen Vaduz den Weg in den Abgrund bereitet. Der Moment, als Munas Dabbur kläglich einen Penalty verschiesst und sein Team in den Abgrund stösst. Der Moment, als Trainer Pierluigi Tami nach dem Spiel redet und redet und dabei immer wieder von der «Angst» erzählt, von der seine Spieler befallen sind, und vom lähmenden «Druck», den sie immer mehr spüren.

Am Sonntag ist klar. Die GC-Führung schaut nicht mehr länger zu. Einstimmig beschliesst sie die Trennung von Trainer Pierluigi Tami – trotz Vertrag bis 2019. Ersetzt wird er durch Carlos Bernegger. Dieser erhält einen Vertrag, der vorerst bis zum Ende der Saison gültig ist. Sein ultimativer Auftrag: Die Abwärtsspirale stoppen. Das Feuer in der Mannschaft neu entfachen. Und schliesslich den Abstieg verhindern.

Pierluigi Tami ist nicht mehr Trainer von GC.

Pierluigi Tami ist nicht mehr Trainer von GC.

Seinen ersten Auftritt als Chef an der Seitenlinie hat er am nächsten Samstag – in Basel, wo er ebenfalls einige Zeit als Juniorentrainer arbeitete. Kapital wird das Spiel nach der Länderspielpause gegen Lausanne, seit gestern Letzter der Super League, drei Punkte vor GC.
Man darf die gestrige Entwicklung durchaus als Wende bezeichnen. Noch vor dem kapitalen Spiel gegen Vaduz sagte GC-Präsident Stephan Anliker gegenüber mehreren Medien: «Egal, wie die Partie gegen Vaduz ausgeht, Tami bleibt Trainer.»

Nun, das 1:2 hat nicht nur beim Präsidenten zu einem Umdenken geführt. «Das Spiel gegen Vaduz war nicht als Schicksalsspiel angedacht gewesen. Aber es ist zum Schicksalsspiel mutiert», sagt Anliker nach der Trennung. Und erklärt weiter: «Das Selbstvertrauen der Mannschaft ist weg. Und der Trainer kann es ihr nicht zurückgeben. Also blieb nur noch eine Massnahme.» Die Entlassung. Offenbar ist auch Tami selbst zur Erkenntnis gekommen, dass es wohl das Beste ist, den Weg freizumachen.

Trotzdem betont Anliker, dass ihm die Trennung nicht leicht fiel. Im offiziellen Communiqué sagt der Präsident über den beurlaubten Tami: «Er ist der Gentleman unter den Schweizer FussballTrainern. Ein Mann mit gutem Stil.» Sportdirektor Manuel Huber lobt Tami für den «packenden und spannenden» Fussball in der letzten Saison.

Wechselt Murat Yakin zu GC?

Und nun soll also Carlos Bernegger für den Umschwung sorgen. Wieder einmal. Der argentinisch-schweizerische Doppelbürger war bereits zwischen 2000 und 2007 bei GC. Er übernahm das Team in dieser Zeit bereits dreimal als Nothelfer. Wenn er etwas zur Genüge bewiesen hat, dann, dass er genau dies kann.

Doch Bernegger möchte mehr sein. Ein Konzept-Trainer. Einer, der etwas aufbauen kann. Darum wechselte er im April 2013 von der Nachwuchsabteilung des FC Basel zum FC Luzern. Dort war er unter Sportdirektor Alex Frei immerhin eineinhalb Jahre Trainer. Durchaus mit Erfolg.

Ob er wirklich länger bleiben darf, ist zumindest fraglich. Es gibt Stimmen im (unübersichtlichen) GC-Kosmos, die es für richtig halten, im Sommer Murat Yakin zu verpflichten, nachdem dessen Rettungs-Mission in Schaffhausen vollendet ist. Andere wiederum denken an den letzte Woche in Vaduz entlassenen Giorgio Contini. 

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