EM-Achtelfinal
Frankreich-Trainer Deschamps: «Nun ist jedes Spiel wie ein Final»

Wie die Schweizer bereiten sich die Franzosen seit Freitag in Bukarest auf den Achtelfinal vor. Sie sind in Nebenschauplätze verwickelt und warnen vor dem Gegner.

Christian Brägger, Bukarest
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Seit 2012 Trainer der Franzosen: Didier Deschamps.

Seit 2012 Trainer der Franzosen: Didier Deschamps.

Bild: Hugo Delgado/EPA

Die Reisestrapazen und das feuchtwarme Wetter (über 35 Grad) würden ihnen zu schaffen machen, ebenfalls der grosse Lärm von Fans und Verkehr vor ihrem Stadthotel, berichtet die französische Presse. Offenbar soll es von französischer Seite Beschwerden über die Nobelherberge gegeben haben, auch wenn Didier Deschamps davon 27 Stunden vor Spielbeginn nichts wissen will. Der Trainer, seit 2012 im Amt, sagt:

«Wir haben uns über nichts beschwert und diesbezüglich keine Sorgen. Sowieso hat uns die Uefa das Hotel empfohlen, wir haben es nicht selbst gewählt.»

Für sein Team muss es sich ohnehin besser anfühlen als zuvor in Budapest, wo es nicht nur Unmut über die ungarischen Fans gegeben hat. Und wenigsten dürfen sich die Franzosen ein wenig wie zu Hause fühlen, weil die rumänische Metropole als «Paris des Ostens» gilt. Sogar den Triumphbogen gibt es hier fast detailgetreu nachgebaut.

Es ist wie so oft bei den Franzosen

Es ist also wieder mal wie so oft bei den Franzosen. Nebenschauplätze dominieren das Geschehen in einem Team mit vielen Stars, Karim Benzema beispielsweise ist ein ständiges Thema, auch Paul Pogba. Da würde es helfen, wenn «Les Bleus» den Fokus nun so richtig finden, nachdem die Todesgruppe zwar gewonnen worden, aber die Brillanz des Weltmeisters vermisst worden ist.

Hugo Lloris

Hugo Lloris

Bild: AP

Auch für Hugo Lloris, der seit 128 Partien das Tor der Franzosen hütet, geht das Turnier erst jetzt so richtig los. Der Captain sagt: «Wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben, die Schweiz ist ein starker Gegner. Das Mentale wird der Schlüssel sein, wir müssen die beste Leistung abrufen und alles reinwerfen.»

Deschamps warnt vor dem Pressing der Schweizer

Deschamps warnt ebenfalls vor den Schweizern und ihrem hohen Pressing mit drei Angreifern, nennt Seferovic, Embolo, Shaqiri oder Xhaka und Freuler als ihre Exponenten. «Es wird nicht leicht werden. Jetzt ist jede Partie wie ein Final, wir wollen weit kommen und müssen nun die Schweiz schlagen.»

Man darf gespannt sein, ob sich die Franzosen tatsächlich dem Gegner anpassen werden, wie Deschamps in Aussicht stellt. So oder so steht ihre Serie auf dem Spiel. Seit zehn Länderspielen ist die Mannschaft unbesiegt, die zweitletzte Niederlage setzte es im Sommer 2019 in der EM-Qualifikation auswärts gegen die Türkei ab. Womöglich ist das ein gutes Zeichen für die Schweiz. Ein schlechtes wäre es, wenn Kylian Mbappé seine Torlosigkeit in den Gruppenspielen ausgerechnet jetzt überwindet.