Der Zuger Stabhochspringerin Ronja Wengi gelingt guter Saisonstart nach schwieriger Vorbereitung

Am Freitagabend wurde in Bern das Meeting Citius Champs durchgeführt. Mittendrin war auch die 17-jährige Zugerin Ronja Wengi.

Stefanie Barmet
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Einen Tag nach der Teilnahme am Stundensiebenkampf in Amstetten stand Géraldine Ruckstuhl bereits wieder am Einladungsmeeting Citius Champs im Einsatz. Die 22-Jährige trat im Speerwerfen an, welches sie mit einer Weite von 51,81 Meter für sich entschied. «Ich wollte unbedingt in Bern starten und die attraktive Startmöglichkeit wahrnehmen. Ich habe den Siebenkampf jedoch unterschätzt und war extrem müde. Rückblickend hätte ich deshalb besser nur aus kürzerem Anlauf geworfen. Die Weite geht in Anbetracht der Umstände in Ordnung.» Bereits in zwei Wochen finden in Langenthal die Mehrkampfschweizermeisterschaften statt, wo die Altbüronerin einen normalen Siebenkampf absolvieren wird.

«Es gibt immer etwas zu verbessern»: Ronja Wengi.

«Es gibt immer etwas zu verbessern»: Ronja Wengi.

Stefan Kaiser

Im 800-Meter-Rennen, welches von der Irin Ciara Mageean in Landesrekord von 1:59,69 Minuten gewonnen wurde, lief die 16-Jährige Lieke Wehrung vom TV Cham 1884 in 2:09,05 Minuten auf Rang acht und bestätigte damit einmal mehr ihre gute Form.

Erfolgreich verlief das Meeting auch für die Zugerin Ronja Wengi. Die 17-Jährige hatte anlässlich des Stabmeetings in Emmenbrücke den Zuger Kantonalrekord egalisiert sowie den ILV-Rekord der Juniorinnen auf 3,70 Meter verbessert. In Bern bestätigte sie diese Höhe. Nachdem sie auf ihrer Anfangshöhe von 3,50 Meter drei Versuche benötigte, überquerte sie 3,70 im ersten Versuch. Auf 3,85 Meter scheiterte die Athletin des LK Zug in der Folge dreimal.

«Dass ich in Bern meine persönliche Bestleistung bestätigen konnte, gibt mir viel Selbstvertrauen. Nachdem ich nur schlecht in den Wettkampf fand, gelangen mir in der Folge gute Sprünge. Von 3,70 ging
es direkt auf 3,85 – wo ich nur knapp riss. Wenn alles zusammenpasst und die Windbedingungen besser sind, liegen
höhere Sprünge auf jeden Fall drin.» Das Einladungsmeeting in Bern war für die Absolventin der FMS eine tolle Startmöglichkeit. «Ich bin ins Startfeld nachgerutscht, was für mich eine grosse Ehre war.» Je nach Trainingsphase absolviert Wengi wöchentlich vier bis sechs Einheiten. Als ihre grössten Baustellen bezeichnet sie das Einrollen sowie die Lattenüberquerung. «Im Stabhochsprung gibt es immer etwas, dass man noch verbessern kann.» In den vergangenen Monaten galt es auch für sie einiges zu improvisieren. So wurde viel Zeit in die Basisarbeit mit Rumpf-, Sprungkrafttraining sowie in Läufe
im Gelände, auf Treppen oder auf Schulhausanlagen investiert. «Das Krafttraining konnten wir in einem Keller durchführen. Immer alleine zu trainieren, fiel mir mit der Zeit schwer. Zudem hatte ich keine Möglichkeit, mit dem Stab Sprünge zu absolvieren.»

Persönliche Bestzeit für Silke Lemmens

Mit Visualisierungen sowie Laufschulübungen mit Stock oder Besen versuchte die 17-Jährige wenigstens einzelne Elemente der komplexen Sportart zu imitieren. «Trotz fehlenden Sprüngen und Technikeinheiten gelang mir ein guter Saisoneinstieg. Dazu beigetragen hat sicher auch die Tatsache, dass ich mir aufgrund der nicht idealen Vorbereitung keinen allzu grossen Druck machte.» Höhepunkt der Saison bilden für Wengi die Nachwuchsschweizermeisterschaften von Mitte August. «Ich hoffe, dass ich noch einige Meetings und Sprünge absolvieren kann. Ich möchte die Saison gesund sowie mit einem guten Gefühl beenden. Wenn es mir im nächsten Jahr gelänge, vier Meter zu überqueren und mich damit für die U20-Europameisterschaften zu qualifizieren, wäre das sehr cool.» Am Samstag eröffnete die Zugerin Silke Lemmens anlässlich des Sommermeetings in Riehen die Freiluftsaison. Die Langsprinterin konnte dabei ihre bisherige 400-Meter-Bestzeit, welche sie unter dem Hallendach aufgestellt hatte, von 54,68 Sekunden auf 54,37 Sekunden senken.