Spengler Cup
Der wichtigste Mann beim Team Canada ist 69 und Assistenztrainer

Die Magie von Dave King wirkt noch: Die Kanadier haben in ihrem bisher besten Spiel im Spengler-Cup-Viertelfinal Mountfield Kralove besiegt (5:1).

Klaus Zaugg, Davos
Merken
Drucken
Teilen
Dave King waltet als Trainer an der Bande vom Team Canada.

Dave King waltet als Trainer an der Bande vom Team Canada.

Keystone

Die Zeit ist stehen geblieben. Dave King ist immer noch da. Am Mittwoch unterbricht er das Training, um an der Bande einen alten Bekannten zu begrüssen, der sich dort mit Damien Brunner unterhält. Natürlich kennt der Kanadier den Lugano-Star und scherzt: «Damien, ich war schon Trainer, als du noch nicht auf der Welt warst.» Damien Brunner hat Jahrgang 1986.

Dave King betritt 1972 bei der Universität von Saskatchewan den Planeten Eishockey. Er hat ihn bis heute nicht verlassen. Ab 1983 wird er zum «Ralph Krueger des kanadischen Hockeys»: Er coacht, managt und inspiriert die kanadische Nationalmannschaft bis und mit den Olympischen Spielen 1992. Er personifiziert das Programm «Team Canada».

Davos kennt Dave King nicht nur wegen des Spengler Cups. Im Januar 1992 bereitet er die Kanadier rund um Superstar Eric Lindros in Davos auf das olympische Turnier von Albertville vor (Silber).

Zu Beginn der 1990er-Jahre ist er schon eine Legende, mit den höchsten kanadischen Orden dekoriert, und wechselt erstmals für drei Jahre in die NHL (Calgary). Er arbeitete bis heute als Assistent oder Cheftrainer für Montreal, Columbus und zuletzt Phoenix.

Zwischendurch hat es ihn immer wieder in die grosse, weite Hockeywelt hinausgezogen – nach Deutschland (Hamburg, Mannheim), nach Russland (Magnitogorsk, Jaroslawl), nach Schweden (Malmö) und sogar nach Japan, wo er Nationaltrainer war (1995/96).

Mit Magnitogorsk gewann King 2005 den Spengler Cup.

Mit Magnitogorsk gewann King 2005 den Spengler Cup.

Keystone

Über seine Erfahrungen in Magnitogorsk – mit den Russen gewinnt er 2005 den Spengler Cup – hat er ein lesenswertes Buch geschrieben: «King of Russia».

Eine Inspiration

Weltmeister (ausser 1982 mit den Junioren) oder Stanley-Cup-Sieger ist King nie geworden. Es sind sowieso nicht Titel und Triumphe, die diese grandiose Karriere prägen. Triumpheund Titel haben schon viele Coaches gefeiert.

2005 war Dave King am Davoser Kids Day anzutreffen.

2005 war Dave King am Davoser Kids Day anzutreffen.

Keystone

Aber nur wenige haben so viele Menschen inspiriert, so viel für das Eishockey getan wie Dave King – ein bisschen Ralph Krueger, ein wenig Arno Del Curto und Ueli Schwarz. Nun ist er schon 69 Jahre alt – und erneut zum Spengler Cup gekommen.

Dave King im Gespräch mit Arno Del Curto

Dave King im Gespräch mit Arno Del Curto

Keystone

Nicht als Cheftrainer. Den Posten überlässt er dem NHL-Verteidiger-Saurier Luke Richardson. Er begnügt sich mit der Rolle eines Assistenten – und ist doch viel mehr als das. Er ist der Mentor seines Chefs. Wenn Team Canada das Turnier gewinnen sollte, dann ist es Dave Kings Triumph.