Wintersport

Der Trend geht weg von der Piste: Alternativen vom Schneeschuhlaufen bis zum Snowtubing

Die Engstligenalp bei Adelboden bietet bereits Snowtubing an. (Archiv)

Die Engstligenalp bei Adelboden bietet bereits Snowtubing an. (Archiv)

Mit dem Fitness-Boom haben Laufsportarten im Winter an Beliebtheit gewonnen. Gewisse Destinationen bieten aber noch ganz andere Sportarten an.

Das grosse Ding nach dem Snowboarden gibt es nicht. Es ist eher so, dass sich im Wintersport verschiedene Mikrotrends abzeichnen, welche die Leute weg von den Pisten locken. Etwa das Schneeschuhlaufen. «Auffallend ist, dass Sportarten wie Langlauf oder Skitourenfahren vermehrt jüngere Personen anziehen. Früher waren das eher Sportarten für die älteren Generationen», sagt Peter Bruggmann, der Präsident des Sportfachverban- des ASMAS. Daraus seien sogar neue Wettkampfsportarten entstanden, wie etwa Skitourenrennen.

Bruggmann erklärt diese Entwicklung mit der Laufbewegung, die in den letzten Jahren gewachsen sei. «Im Sommer laufen viele Leute, und sie wollen ihr Training auch im Winter nicht aufgeben.» Dazu komme, dass sich die Materialien verbessert hätten. Etwa die Fellski im Langlauf. «Wenn man früher einen schnellen Ski wollte, musste man die Ski aufwendig wachsen. Das war vielen zu blöd.» Die neuen Fellski seien im Gegensatz da- zu sehr pflegeleicht, was den meisten entgegenkomme. «Die Durchschnittssportler wollen einfach ihre Ski aus dem Keller nehmen und loslegen.» Auch Schneeschuhe sind moderner geworden. Die neuen Modelle lassen sich mit wenigen Handgriffen in kurze Skis umwandeln.

Mit dem Velo in den Schnee

Im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von Skitourengängern oder Schneeschuhwanderern hat auch der Verkauf von Artikeln zugenommen, die zu der Standardausrüstung für den Lawinenschutz gehören. Denn immer mehr Schneesportler sind neben den regulären Pisten unterwegs. Die Verkaufszahlen von Schaufeln, Lawinensonden oder Rucksäcken mit integrierten Airbags seien deshalb gestiegen, so Bruggmann. Dies führe auch zu neuen technologischen Entwicklungen: «Ab nächster Saison werden wahrscheinlich Drohnen eingesetzt, die nach einer Lawine über die Unfallstelle fliegen und Personen orten können.» Entsprechende Modelle würden in den nächsten Wochen vorgestellt.

Eine Entwicklung der letzten Jahre ist laut Bruggmann ausserdem, dass sich einzelne Skigebiete auf gewisse Sportarten spezialisieren. Gewisse Destinationen bieten etwa Snowtubing an. Dabei setzt man sich in einen grossen Reifen und saust eine Piste hinunter. Noch relativ selten ist in der Schweiz das Snowbike. Dieses soll Mountainbikefans auch im Winter in die Berge locken. Das Snowbike hat einen Sattel und eine Lenkstange statt zwei Räder, aber zwei hintereinander angebrachte Ski. Für mehr Stabilität werden auch an die Füsse kurze Ski geschnallt, und wie auf einem Fahrrad fährt man die Piste hinunter. Eben- falls auf Fahrradfahrer zielen die Fatbikes ab. Das sind Fahrräder mit breiten Reifen, die auch im Schnee gefahren werden können.

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Autor

Rebekka Balzarini

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