«We need more money» wäre inzwischen der perfekte Werbeslogan von Swiss Olympic. Inzwischen zigfach gehört, aber noch nicht überall erhört. Zusätzlich 30 Millionen im Jahr sollen es sein, will der Schweizer Spitzensport auch zukünftig an Olympischen Spielen brillieren. «Es ist nicht Geld, das wir für unsere Medaillengewinner benötigen, sondern für den Weg der jungen Sportler dorthin», erklärt Verbandsdirektor Roger Schnegg. Und Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild fordert nicht zum ersten Mal: «Jetzt braucht es ein Bekenntnis der Politik zum Spitzensport».

Bekommen hat er vom Bundesrat trotz der gebetsmühlenartigen Betonung des Anliegens nichts. Nachdem die Kantone ihren Anteil von jährlich 15 Millionen mehr für die Jahre 2017 bis 2019 gesprochen haben, ihn danach aber vom Nachziehen des Bundes abhängig machen, verweigerte der Bundesrat den Hütern des privatrechtlichen Sports die Gefolgschaft und strich das Anliegen in der Botschaft zum Sportförderkonzept auf null. Im Gegensatz erhöhte man das Budget des Bundesamtes für Sport, um mehr Geld in den Jugend- und Breitensport und die beiden nationalen Sportzentren in Magglingen und Tenero zu investieren.

Nun muss das Parlament im kommenden Frühjahr definitiv entscheiden. Je nach Perspektive werden Swiss Olympic ein penetrantes Jammern, ein Versagen in der Lobbyarbeit, ein zu penetrant auftretender Präsident oder doch konkrete Chancen nachgesagt. Selber hat der Verband bei der Forderung inzwischen ein wenig zurückbuchstabiert. 15 Millionen bleiben notwendig, aber allenfalls mittels schrittweiser Erhöhung.

Winterspiele-Kandidatur für 2026?

Sollte bei der Abstimmung am 25. November Favorit Jürg Stahl aus den vier Bewerbern zum neuen Swiss-Olympic-Präsidenten gewählt werden, dann könnten sich die Chancen des Sports auf mehr Bundesgelder erhöhen. Als Präsident der parlamentarischen Gruppe Sport ist der Zürcher SVP-Nationalrat der geeignete Mann für das Forechecking in der Lobbyarbeit.

Das Bekenntnis der politischen Schweiz zum Spitzensport beschränkt sich in den kommenden Monaten ohnehin nicht auf den finanziellen Zustupf. Am Jahresgespräch von Swiss Olympic zeigten Schild und Schnegg den Weg zu einer Schweizer Olympiakandidatur für die Winterspiele 2026 auf. Und auch hier könnte letztlich das eidgenössische Parlament das Zünglein an der Waage spielen. Allerdings nur, wenn das favorisierte Projekt nicht zuvor vom lokalen Stimmvolk gebodigt wird, wie vor vier Jahren im Kanton Graubünden.

Auch jetzt ist ein Bündner Projekt am Start, ebenso eines aus der Westschweiz und zwei dezentrale Vorhaben mit den klangvollen Namen «Games for our Future» und «Switzerland 2026». Im Frühjahr wird sich entscheiden, ob Swiss Olympic ein Projekt tatsächlich unterstützt, danach entscheidet zuerst das Sportparlament und spätestens im Winter 2018 das nationale Parlament. Auch hier geht es letztlich um viel Geld, selbst wenn eine Schweizer Kandidatur ein Schritt zurück zur olympischen Bescheidenheit verkörpern soll.