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Der Schachzug Lewandowski und 19 weitere Thesen

Wir sagen Ihnen, was in der 52. Saison der Fussball-Bundesliga warum passieren wird. Oder kommt es am Schluss doch ganz anders?

Markus Brütsch
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Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

Keystone

Die Titelverteidigung von Bayern München ist Formsache. Mit der
genialen Verpflichtung von Torschützenkönig Robert Lewandowski hat sich der Rekordmeister verstärkt und Borussia Dortmund geschwächt.

Bayerns Trainer Pep Guardiola macht seine Drohung wahr und schickt nach einem Jahr der Angewöhnung ein noch stärkeres Team aufs Feld.

Erweist sich diese Prognose als Rohrkrepierer und holen die Bayern keine Titel, wird sich der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge nicht mehr an seine Worte («der FC Bayern wird Pep Guardiola nie entlassen») erinnern und den Trainer vor die Tür setzen.

Bleibt Arjen Robben erneut von Verletzungspech verschont, dann knüpft er an seine
grandiose WM-Form an und wird zur grössten Attraktion der Bundesliga.

Xherdan Shaqiri schafft in seinem dritten Jahr bei den Bayern den Durchbruch und verdoppelt seine Startelf-Einsätze auf zwanzig.

Borussia Dortmund verteidigt die Position der Nummer 2 dank der neuen Stürmer Ciro
Immobile – dem Torschützenkönig der italienischen Serie A – und Adrian Ramos.

Shootingstar Josep Drmic muss nach seiner überragenden ersten Saison mit 17 Toren für Nürnberg beim Topklub Bayer Leverkusen hartes Brot essen und die Ersatzbank drücken, setzt sich aber im Verlaufe der Saison durch.

Das Megatalent Hakan Calhanoglu zeigt sich auf dem Rasen ähnlich durchsetzungsstark wie bei seinem mit viel Getöse erzwungenen Wechsel vom Hamburger SV zu Leverkusen.

Auch nach der Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Aktiengesellschaft und der
Berufung von Dietmar Beiersdorfer zum Vorstandschef tritt beim HSV keine Ruhe ein.

Bald merken die Hamburger, dass sie mit Valon Behrami zwar einen leidenschaftlichen Kämpfer, aber nicht den von ihnen angekündigten grossen Strategen engagiert haben.
Der nach der Pokalniederlage gegen Dresden aufgekommene Verdacht, der umstrittene Schalke-Trainer Jens Keller sei der Erste, der
seinen Job verliert, erhärtet sich schnell.

Die Befürchtung, der beim FC Basel so wertvolle Valentin Stocker sei ohne rot-blaue Nestwärme in Berlin verloren und werde von den Medien in der Hauptstadt schon bald als Fehltransfer abgetan, bestätigt sich leider.

Yann Sommer macht dank seinen überragenden Qualitäten den zu Barcelona transferierten
Goalie ter Stegen von Beginn an vergessen.

Obwohl von tiefer kotierten Gegnern aus der Europa League und aus dem Cup geworfen, bleiben die Mainzer ruhig, halten an ihrem
neuen Trainer Kasper Hjulmand fest, schaffen dieses Jahr aber nur knapp den Ligaerhalt.

Der freiwillig (Burnout?) abgetauchte Mainzer Erfolgstrainer Thomas Tuchel wird zum Dauerbrenner, wenn irgendwo ein neuer Trainer ins Gespräch gebracht wird.

Der Mainzer Nikolce Noveski macht sich in dieser Saison mit seinem siebten Eigentor zum
Rekordspieler dieser Sparte vor Manfred Kaltz.

Der Hoffenheimer Jannick Vestergaard kann seine Serie von 65 Spielen ohne Auswechslung nicht eine weitere Saison durchziehen und
Rekordspieler Ferdinand Wenauer (168 Partien) wird auf ewig unerreicht bleiben.

Geissbock Hennes VIII. hat weiterhin viel Freude am Aufschwung des 1. FC Köln unter dem österreichischen Trainer Peter Stöger.

Aufsteiger Paderborn holt zwar mehr Punkte als Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 (zehn Punkte nach der Dreipunkteregel), wird aber sang- und klanglos absteigen.

Uli Hoeness, der zum ersten Mal seit Menschengedenken einen Bundesligaauftakt verpasst, sieht heute Abend in seiner Gefängniszelle das erste Tor Lewandowskis und weiss: In einem Jahr wird dann Marco Reus im Fokus stehen.

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