Motorrad

Der nächste Karriereschritt für Dominique Aegerter

Der skeptische Blick trügt: Dominique Aegerter blickt der kommenden Saison zuversichtlich entgegen.

Der skeptische Blick trügt: Dominique Aegerter blickt der kommenden Saison zuversichtlich entgegen.

Dominique Aegerter wechselt auf die nächste Saison zu Kalex. Im Schlussrennen geht es für den Oberaargauer aber nicht nur um einen positiven Abschluss der Zusammenarbeit mit Suter, sondern auch um den Kampf mit Markenkollege Lüthi im WM-Klassement.

Dominique Aegerter geht fremd: Auf der Motocross-Piste in Niederbipp unterwegs

Vor drei Jahren stand Dominique Aegerter in Valencia zum ersten Mal in seiner Karriere auf einem WM-Podest. Im letzten Rennen der Saison sicherte er sich Rang drei, um sich anschliessend in Folge einer Wette die Haare abrasieren zu lassen. Im letzten Jahr verteidigte Aegerter im WM-Final Position fünf in der WM gegenüber Tom Lüthi um zwei Punkte. Zwei Wochen nach seinem Sturz in Japan und dem Ausrenken der linken Schulter fuhr der 24-Jährige auf den zehnten Platz. «Die Strecke in Valencia bedeutet mir sehr viel», sagt Aegerter zum Ort, wo er sich seit seinem Aufstieg in die Moto2-Klasse bisher immer in den Top Ten klassieren konnte.

In dieser Saison liegt Aegerter mit sieben Punkten Rückstand auf Lüthi auf Zwischenrang fünf. Es winkt die beste WM-Klassierung der Karriere und die Krönung einer Saison, in der auf dem Sachsenring der erste Sieg resultierte. «Mit insgesamt vier Podestplätzen und einem Sieg konnte ich meine letzte Saison bestätigen, was mir sehr wichtig war», gibt sich Aegerter zufrieden.

Daten machen schnell

Dass es sich beim Rennen in Valencia um die Derniere der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Schweizer Motorradhersteller Eskil Suter handelt, spornt den Berner doppelt an: «Ich werde nochmals alles geben.» In der nächsten Saison wird der Berner erstmals mit dem Konkurrenzprodukt von Kalex starten. «Der Schritt zu Kalex hat sich in den letzten Jahren abgezeichnet», sagt Aegerter. Grund dafür sei die Tatsache, dass immer mehr Fahrer für Kalex an den Start gehen werden und sie deshalb «aus viel mehr Daten schöpfen können». Im nächsten Jahr wird mit Julian Simon lediglich noch ein Pilot auf einer Suter-Maschine am Start sein.

Auch zu Kalex wechseln wird der direkte WM-Konkurrent Tom Lüthi. Zwar werden die beiden Schweizer Aushängeschilder in ihren Teams bleiben, die Zusammenarbeit wird sich dennoch intensivieren. «Da wir dasselbe Motorrad fahren, werden wir die Daten austauschen, um uns so gegenseitig schneller vorwärtszubringen», bestätigt Aegerter.

Mit dem Durchmarsch vom Überflieger-Rookie und aktuell WM-Dritten Maverick Viñales in die «Königsklasse» verbleiben von den grössten Konkurrenten der letzten beiden Jahre nur noch der Spanier Rabat sowie der Finne Kallio. «Allesamt sind sie super Fahrer, die grosses Talent und reichlich Erfahrung mitbringen, zudem werden neue und talentierte Fahrer dazustossen», sagt Aegerter. Auch in der kommenden Saison muss für den Erfolg beim Fahrer, beim Team und der Maschine alles zusammenpassen. « Wenn das alles passt, dann werden wir sicherlich auf Augenhöhe gegen sie kämpfen und auch Siege einfahren können», sagt Aegerter.

Diese Zuversicht schöpft der Berner vor seiner fünften Moto2-Saison auch durch den Markenwechsel. Dementsprechend klar formuliert Aegerter das Ziel für die kommende Saison: «Die Etablierung unter den besten drei Fahrern in der WM-Wertung.» Den nötigen materiellen Schritt hat er auf die neue Saison hin gewagt, nun «liegt es an mir, das Beste aus dieser Chance zu machen».

«Druck auf Lüthi aufsetzen»

Zunächst geht es zum Abschluss der Saison um den vierten Platz in der WM-Wertung. «Ich werde natürlich versuchen, die sieben Punkte Differenz noch aufholen zu können», sagt Aegerter. Den ersten Schritt will der Berner mit einem möglichst guten Qualifying machen, um so «möglichst viel Druck auf Lüthi aufzusetzen». Für Aegerter, der als schnellster Starter im ganzen Feld gilt, ist der freundschaftliche Konkurrenzkampf gegen Lüthi etwas ganz Besonderes. Erst recht auf jener Strecke, wo der erste Podestplatz seiner Karriere resultierte, und in der besonderen Saison, wo er den ersten Sieg einfahren konnte.

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