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Der Kreis schliesst sich: Mohamed Salah hätte schon 2015 in Liverpool landen sollen

Der ehemalige Basler Mohamed Salah wechselt für 45 Millionen Franken von der AS Roma zum FC Liverpool. Da hätte er schon 2015 landen sollen.

Sébastian Lavoyer
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Mohamed Salah trägt bei Liverpool künftig die Nummer 11. Sein Transfer beschert auch dem FCB einen kleinen Geldsegen.Andrew Powell/Getty Images

Mohamed Salah trägt bei Liverpool künftig die Nummer 11. Sein Transfer beschert auch dem FCB einen kleinen Geldsegen.Andrew Powell/Getty Images

Liverpool FC via Getty Images

Eigentlich hätte Mohamed Salah schon vor zweieinhalb Jahren zu Liverpool wechseln sollen. Die «Reds» bekundeten im Herbst 2014 Interesse am ägyptischen Wirbelwind. Zwischen «Momo» und Liverpool herrschte Einigkeit, es fehlten nur noch Details und das Ja beider Klubs. Doch die Engländer wollten weit weniger bezahlen, als der FCB sich vorstellte.

Just in diesem Momente funkte Chelsea dazwischen. Es ging Schlag auf Schlag: Anruf von José Mourinho, Medizincheck in Paris, Vertragsauflösung in Basel, Unterschrift unter den Chelsea-Vertrag in Zürich – in nur zwei Tagen ging der Deal über die Bühne. Liverpool guckte in die Röhre.

Chelsea sicherte sich die Dienste des Pharaonen für 20 Millionen Franken. Die «Reds» waren nicht bereit, so viel zu zahlen, und müssen nun, zweieinhalb Jahre später, noch viel tiefer in die Tasche greifen: Laut «The Guardian» bezahlt Liverpool 45 Millionen Franken für den Ägypter, der einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat – mehr als doppelt so viel wie anno dazumal. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp wollte Salah unbedingt, sagt: «Seine Leistungen in Italien waren ausserordentlich. Und sein Tempo ist schlicht unglaublich. Er wird unseren Angriff noch gefährlicher machen, als er ohnehin schon ist.»

So profitiert der FCB

Salah selbst sagt: «Ich freue mich ausserordentlich, dass es geklappt hat. Liverpool ist ein richtig grosser Klub mit Fans rund um den Globus.» Er möchte dazu beitragen, die «Reds» zum ersten Meistertitel seit 1990 zu führen. Grosse Pläne für einen, der in der Premier League schon einmal scheiterte: Bei Chelsea kam Salah bloss auf 19 Einsätze, ehe er nach nur einem Jahr an die Fiorentina ausgeliehen wurde.

Für die anderthalb Jahre, während derer Salah im Joggeli auflief, kriegt der FCB 0,75 Prozent der Transfersumme.

Für die anderthalb Jahre, während derer Salah im Joggeli auflief, kriegt der FCB 0,75 Prozent der Transfersumme.

twitter/Liverpool FC

Im Sommer 2015 wurde er direkt weiterausgeliehen. Diesmal nach Rom. Ein Jahr später übernahm ihn die AS Roma definitiv. Jetzt also die Rückkehr nach England mit grossem Selbstvertrauen. «Ich war ein Kind damals, gerade 22 Jahre alt. Ich bin reifer geworden, habe für drei grosse Klubs gespielt. Diese Erfahrung hilft mir.»

Das kommt nicht von ungefähr: Letzte Saison erzielte Salah für den italienischen Vizemeister 15 Tore, bereitete deren 13 vor. Liverpool-Trainer Klopp ist begeistert von seiner Entwicklung: «Ich folgte ihm, seit er bei Basel erstmals in Erscheinung trat.

Mohamed Salah spielte von 2012 bis 2014 beim FC Basel.

Mohamed Salah spielte von 2012 bis 2014 beim FC Basel.

Keystone

Und er ist zu einem richtig guten Spieler gereift, der perfekte Mix aus Erfahrung und Potenzial.» In Basel gelang Salah der internationale Durchbruch, spielte vor allem auch in die Champions-League-Partien gegen Chelsea überragend. Mit Sicherheit ein Grund für die hohe Zahlungsbereitschaft der Londoner damals.

Basel profitiert auch vom aktuellen Transfer. Mit Sicherheit kassiert der FCB Solidaritätsbeiträge im Umfang von rund 340 000 Franken. Denn bei jedem Transfer werden die Klubs, die zur Ausbildung eines Spielers beigetragen haben, mit 5 Prozent an der gesamten Transfersumme beteiligt.

Diese werden anteilsmässig an alle Klubs verteilt, bei denen der Spieler zwischen 12 und 23 Jahren gespielt hat. Für die anderthalb Jahre, während derer Salah im Joggeli auflief, kriegt der FCB 0,75 Prozent der Transfersumme.

Dass die Basler darüber hinaus noch profitieren ist zwar nicht unmöglich, doch eher unwahrscheinlich. Normalerweise sind Klubs nur am nächsten Transfer beteiligt, wie das beispielsweise bei Granit Xhaka der Fall war, als er von Gladbach zu Arsenal wechselte und Basel zusätzliche Einnahmen von rund 10 Millionen bescherte.