Playoffs

Der HC Davos ist nach der 2:4-Niederlage gegen Biel noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt

Biels Captain Mathieu Tschantré bejubelt den ersten Treffer seiner Mannschaft inmitten der geschlagenen Davoser.Keystone

Biels Captain Mathieu Tschantré bejubelt den ersten Treffer seiner Mannschaft inmitten der geschlagenen Davoser.Keystone

Im Seeland darf man endgültig von der ersten NLA-Playoff-Halbfinal-Teilnahme seit dem Jahr 1990 träumen. Nach dem 4:2-Sieg im fünften Viertelfinal-Duell gegen den HC Davos fehlt dem EHC Biel noch ein Erfolg, um den so sehr erhofften Schritt unter die besten vier Mannschaften der Meisterschaft zu vollziehen.

Noch fehlt den Bielern also ein Sieg. Aber im so wichtigen, fünften Vergleich mit den Davosern holten sie sich die erhofften Matchpucks. Entweder am Donnerstag in Davos oder sonst in einem eventuellen, siebten Spiel, vor eigenem Publikum am Samstag, könnte der EHCB die «Mission Halbfinal» vollenden.

Auf dem Weg zu ihren dritten Sieg durften sich die Bieler jedenfalls für die kräftige Mithilfe der Davoser bedanken. Die taten an diesem Abend fast alles, was in ihrer Macht stand, um gefühlte hundert Wege in die Niederlage zu finden. Es ist schon fast eine Kunst, sich derart ungeschickt anzustellen, wie es die Bündner bisweilen taten. Angefangen vom defensiven Chaos rund um Nationalverteidiger Félicien DuBois bei Toni Rajalas 1:0 über Topskorer Anton Rödins Horror-Fehlpass vor Rajalas 2:0 bis hin zu Goalie Gilles Senns «Ei» bei Fabian Lüthis 3:0. Es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Sciaronis kopflose Aktion

Und das war noch nicht alles. Kurz vor dem dritten Treffer der Bieler hatten die Davoser vier (!) Minuten in doppelter Unterzahl überstanden, an deren Ursprung Gregory Sciaronis Restausschluss (Cross-Check gegen den Kopf von Mauro Dufner in einem Gerangel vor dem Bieler Tor) gestanden hatte. Immer, wenn die Davoser einen Hauch von Rückenwind gehabt hätten, nahmen sie ihn sich selbst wieder aus den Segeln. Oder auch mal die aufmerksamen Bieler Video-Coaches, die nach dem vermeintlichen Anschlusstreffer des HCD zum 3:2 durch Broc Little eine Offside-Position entdeckt hatten und das Tor mittels Coaches-Challenge erfolgreich annullierten.

Die Bieler bejubeln ihr erzieltes Tor

Die Bieler bejubeln ihr erzieltes Tor

Kurz darauf fiel natürlich das 4:1 durch den überragenden Hattrick-Torschützen Toni Rajala. Der Finne ist in diesen Playoffs bei mittlerweile fünf Treffern angelangt und könnte einer der Baumeister eines möglichen Bieler Halbfinal-Einzugs werden. Auch wenn die Davoser nie aufsteckten und durch Magnus Nygren noch am Ende des zweiten Drittels doch noch zum zweiten Treffer kamen, waren sie einmal mehr viel zu fehlerhaft, als dass sie den Sieg gegen die cleveren Bieler verdient gehabt hätten. Schon alleine der Blick auf das Strafenverhältnis (8:39) verrät, welche Mannschaft in diesem Spiel intelligenter agierte: diejenige von Headcoach Antti Törmänen.

Klar ist aber auch: Noch fehlt dem EHC Biel ein Sieg zur temporären Glückseligkeit. Sie haben sich in dieser Serie bisher als die smartere Mannschaft erwiesen, die die Schwächen des Gegners besser auszunutzen vermag. Oder wie es HCD-Verteidiger Fabian Heldner formulierte: «Wir haben wieder allesamt vermeidbare Gegentore erhalten. Wir müssen diese Fehler jetzt endlich abstellen. Wir sind 2:3 im Hintertreffen, da dürfen wir uns nichts mehr erlauben.»

Wo ist der Puck?

Wo ist der Puck?

Es ist anzunehmen, dass HCD-Trainer Arno Del Curto noch den einen oder anderen Pfeil im Köcher hat. Zum Beispiel den gestern pausierenden Aggressivleader Dino Wieser. Und wer weiss: Vielleicht taucht auch plötzlich wieder Captain Andres Ambühl im Line-up auf. Um seine Verfügbarkeit wurde zuletzt ein Geheimnis gemacht, was bekanntlich immer Raum für Spekulationen lässt. Vor allem, wenn es, wie bei den Davosern, um Alles oder Nichts geht.
Die Bieler können dem Ganzen einigermassen entspannt entgegenblicken. Sie haben vorerst ihren Job erledigt. Aber er geht noch weiter.

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