Es ist schon etwas irritierend: Wenn sich heute Abend die Schweizer Nationalmannschaft in Lugano besammelt, fehlt Michael Lang. Der Rechtsverteidiger, in der letzten Partie in Andorra noch neunzig Minuten im Einsatz, steht nicht im Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer-Inseln vom nächsten Sonntag, 18.00 Uhr, in Luzern.

Nach seiner im Spiel gegen GC erlittenen Sprunggelenkverletzung und dem Forfait für das Champions-League-Spiel gegen den PSG verzichtete Naticoach Vladimir Petkovic am Freitag darauf, den 25-Jährigen aufzubieten.

Doch, oh Wunder: Tags darauf stand Lang gegen Lausanne in der Startformation des FCB und spielte − wenn auch nicht in einer Superform − durch. Es scheint, in der Kommunikation zwischen dem Verband und dem FC Basel sei in diesem Fall etwas schiefgelaufen.

Schiefgelaufen ist auch das 100. Bundesligaspiel von Johan Djourou. Und der sonst so zuverlässige Nico Elvedi erlebte in Berlin einen rabenschwarzen Abend. Das Wochenende der Schweizer Nationalspieler im Überblick:

Yann Sommer

Der Im-Stich-Gelassene

Es ist sicher nicht die Schuld des Torhüters, dass Mönchengladbach schwächelt. Beim 0:3 in Berlin musste Yann Sommer keines der Gegentore auf seine Kappe nehmen. Jedes Mal hatte der dreifache Torschütze Kalou allein vor Sommer freie Schussbahn.

Deshalb hat weiter das Schlagwort Gültigkeit, das schon vor dem letzten Nati-Zusammenzug gebraucht wurde: Der «Im-Stich-Gelassene». Eine grosse Saison spielt aber auch Sommer nicht, im Ranking des «Kicker» liegt er hinter den Landsleuten Roman Bürki und Marwin Hitz zurück.

Nico Elvedi

Der Dauerbrenner mit Blackout

Der 20-Jährige ist der Dauerbrenner unter den Mönchengladbacher Abwehrspielern. Keinem vertraut Trainer André Schubert mehr als dem Schweizer. In der Bundesliga hat er die letzten sechs Partien durchgespielt, in der Champions League noch keine Minute gefehlt.

Das 30. Meisterschaftsspiel für die Borussia zählt aber zu seinen schwächsten. In Berlin sah er vor den beiden ersten Gegentoren ganz schlecht aus. Beim 0:1 stand er gegen Kalou im Schilf, vor dem 0:2 schoss er mit einem missglückten Befreiungsschlag Teamkollege Vestergaard ab.

Johan Djourou

Der Inkonstante

Es lässt sich wahrlich nicht sagen, das Comeback des Captains des Hamburger SV habe diesem zu Stabilität verholfen. Nach auskurierter Oberschenkelverletzung war Johan Djourou vor einer Woche beim 0:3 in Köln einer der schlechtesten Hamburger gewesen, am Samstag beim 2:5 gegen Dortmund sah der Innenverteidiger erneut miserabel aus. Wie er das 0:2 der Gäste mit einem viel zu kurz geratenen Rückpass ermöglichte, war einfach nur schlecht.

Auch bei den Gegentoren vier und fünf gab er keine gute Figur ab, ohne aber die Hauptschuld zu tragen. Nein, in seinem 100. Bundesligaspiel wies der inzwischen 29-Jährige ein weiteres Mal nicht nach, er sei fähig, endlich definitiv Konstanz in seine Leistungen zu bringen und sich über neunzig Minuten zu konzentrieren. Er half wacker mit, den 80. Geburtstag von HSV-Legende Uwe Seeler zu vermiesen.

Ricardo Rodriguez

Der Umfunktionierte

Ein durchaus interessantes Projekt läuft derzeit in Wolfsburg unter Valérien Ismaël. Der neue Trainer des VfL hat Ricardo Rodriguez zum Innenverteidiger umfunktioniert. Nicht etwa als Notlösung aus einer prekären personellen Situation heraus. Nein, für Ismael ist der Schweizer eine «langfristige Alternative».

Er sei sehr ballsicher und mit seinen Diagonalbällen könne er auch als Innenverteidiger Variabilität in den Spielaufbau bringen, sagt IsmaëI. Beim 3:0 in Freiburg bereitete Rodriguez das erste Tor vor, das dritte schoss er vom Penaltypunkt aus selber. Ob er auch in der Nati auf dieser Position zum Thema wird, wenn er fortan fix als Innenverteidiger aufläuft und Djourou weiter patzt?

Granit Xhaka

Der Impulsive

Acht Platzverweise in zweieinhalb Jahren sind eine erschreckende Bilanz für einen Aufbauer, der sich kreativ einbringen will. Schon in seinem siebten Premier-League-Spiel sah Granit Xhaka Rot, nachdem er bereits im WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal mit Gelb-Rot bedacht worden war. «Granit ist normalerweise ein ausgeglichener und ruhiger Mann. Doch manchmal neigt er zu impulsiven Reaktionen», sagte Arsenals Trainer Wenger.

Im Londoner Derby gegen Tottenham stellte Wenger den Schweizer nach verbüsster Rotsperre auf, Xhaka spielte beim 1:1 nicht schlecht, war aber bei einer Rudelbildung dabei und schubste einen Tottenham-Spieler weg. Es sah nicht danach aus, als sei Xhaka geläutert.