Eishockey

Der Festtags-Kulturschock für Robin Grossmann

Robin Grossmann kann über die Festtage für einmal ausspannen.

Robin Grossmann kann über die Festtage für einmal ausspannen.

Robin Grossmann hat sich nach seinem Wechsel aus Davos in Zug eingelebt – nun stehen für den Aargauer ungewöhnliche Tage vor der Tür. Nach den beiden letzten Meisterschaftsrunden mit dem EV Zug am Montag und Dienstag, darf er fünf Tage relaxen.

Grossmanns nächster Termin der Trainingsstart ist dann erst wieder am 29. Dezember. Das bedeutet für den Dintiker schon fast einen Kulturschock. In den letzten sechs Jahren war die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr für Grossmann jeweils geprägt von viel Hektik und Stress. Als Spieler des HC Davos nahm er am Spengler Cup teil. Das hiess bisweilen maximal fünf Spiele innerhalb von sechs Tagen. Und nach einer Minipause ging im neuen Jahr schon wieder die Meisterschaft weiter, was aufgrund der fehlenden Energie oft zum berühmten Davoser „Januarloch“ führte.

Robin Grossmann 2008 - 2013

Robin Grossmann 2008 - 2013

Wichtigere Rolle in Zug

Da er im Sommer zum EV Zug gewechselt hat, kann Grossmann nun mal ein paar Tage abschalten. „Darüber bin ich sehr glücklich. Jetzt habe ich endlich mal Zeit für meine Familie und kann den Kopf durchlüften“. Dabei tut mentale Erholung für den Nationalverteidiger nicht einmal Not. Ihm ist es im bisherigen Saisonverlauf bei seinem neuen Arbeitgeber gut gelaufen, der Mannschaft, mit Ausnahme einer kleinen Baisse im Dezember, ebenso: „Wir sind ein sehr junges Team und immer noch am lernen. Aber ich glaube, wir dürfen mit dem Saisonstart zufrieden sein – auch ich persönlich. Am Anfang hatte ich etwas Mühe, weil ich wieder mehr Verantwortung übernehmen musste. Im Powerplay brauchte ich meine Zeit, bis ich wieder im Rhythmus war, weil ich in Davos kaum mehr in Überzahl gespielt habe. Ich glaube, dass ich beim EVZ einen wichtigen Part spielen kann“, fasst er den Lauf der Dinge zusammen.

Tapetenwechsel tat gut

Der Blick aufs Statistikblatt bestätigt Grossmanns positiven Eindruck: In 30 Spielen buchte er 15 Skorerpunkte (3 Tore, 12 Assists), die Plusminus-Bilanz ist mit Plus-16 auch im tiefgrünen Bereich, die Eiszeit bewegt sich jenseits der 20-Minutengrenze. „Viele Leute, die mich kennen, sagen, ich spiele ganz anders, wieder mit viel mehr Freude. Das war mir auch klar. Ich hatte letzte Saison in Davos nicht mehr viel Spass. Ich bin nur noch an die Spiele gegangen, damit ich gespielt habe“, sagt der 27-Jährige. Nach sechs Jahren sei es allgemein gut, „wenn wieder ein wenig frischer Wind reinkommt und neue Inputs kommen.“ Diese Aussage bezieht sich vor allem auf den Trainerwechsel vom impulsiven Arno Del Curto zum ruhigen Harold Kreis. „Er ist ein ganz anderer Typ als Arno. Er ist sehr ruhig, wird fast nie laut und kommuniziert sehr sachlich.“

Einen Trainerwechsel erlebte Robin Grossmann auch auf der Stufe Nationalmannschaft. Am vergangenen Wochenende trainierte er in Arosa erstmals unter dem Nachfolger von Sean Simpson, Glen Hanlon (Zitat Grossmann: „Der ist nicht so griesgrämig wie Simpson“). Das Fernziel ist auch hier klar: Der Dintiker möchte im kommenden Mai zum WM-Kader der Schweiz gehören. Spielt er in Zug weiter auf hohem Niveau, dürfte einer Reise nach Prag kaum etwas im Wege stehen.

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