Cup-Viertelfinal

Der FCB siegt im Klassiker gegen Zürich: Heisse Szenen, grosse Gefühle und der Traum vom Double

Der FC Basel schlägt den FC Zürich in einem packenden Cup-Viertelfinal mit 3:1. Die Basler holen den frühen 0:1-Rückstand souverän auf, obwohl sie mit einem Mann weniger agieren müssen. Tabulant Xhaka kassiert eine rote Karte - und regt sich massiv darüber auf.

 Taulant Xhaka ist ausser sich, am liebsten, so scheint es, würde er Schiedsrichter Alain Bieri an die Gurgel. Gilles Yapi, sein ehemaliger Teamkollege und heutiger FCZ-Captain, versucht ihn zurückzuhalten, doch Xhaka lässt sich nicht bremsen, läuft schreiend und gestikulierend weiter auf Bieri.

Gelb-Rot, er kann es nicht fassen. Dabei wollte er doch Gras fressen, wie er den Fans auf einem Video auf Twitter versprach, sich zerreissen für seinen FC Basel im ersten und einzigen Klassiker diese Saison gegen den FC Zürich.

Eben stieg er mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Adrian Winter. Der Platzverweis logische Konsequenz nachdem er schon verwarnt wurde in der ersten Halbzeit für ein Foul an Roberto Rodriguez.

Xhaka treibt die Ohnmacht in Rage. 2:1 führt sein Team, aber jetzt, etwas mehr als eine halbe Stunde vor Schluss, steht das alles auf der Kippe. Und so tobt er. Erst Renato Steffen, sein Freund, vermag ihn wegzuzerren, muntert ihn auf.

Emotionales Joggeli

Etwas mehr als eine Viertelstunde später ist es eben dieser Steffen, der in Robben-Manier von Rechts zur Mitte zieht und mit einem herrlichen Schlenzer in die weite, hohe Ecke den Sack zumacht. 3:1 in Unterzahl.

Kurz vor Schluss wird Steffen unter tosendem Applaus ausgewechselt. Lange hat man das Joggeli nicht mehr so emotional erlebt wie an diesem Abend, beim Sieg im Klassiker im Cup-Viertelfinal, dem zehnten in bisher 18 Cup-Duellen.

Das Spiel hat so ziemlich alles gehalten, was man sich von ihm versprach: grosse Gefühle, heisse Szenen und richtig guten Fussball. Der Klassiker beginnt mit einem Paukenschlag. Kaum hat Schiedsrichter Alain Bieri die Partie angepfiffen, donnert Oliver Buff denn Ball auch schon zum 1:0 für die Gäste in die Maschen. Der FC Zürich, der Leader der Challenge League, der Underdog, erwischt den Serienmeister aus Basel eiskalt. Buff rennt zur Gästekurve, rund 4000 FCZ-Fans sind aus dem Häuschen.

Explosive Stimmung auf und neben dem Platz

Wenig später brennt diese Kurve lichterloh, Böller knallen. Explosiv auch die Stimmung auf dem Platz: Renato Steffen wird von Cédric Brunner umgegrätscht, noch im Fallen tritt er nach und trifft den Zürcher im Schritt. Ref Bieri bespricht sich kurz mit seinem Assistenten und zückt dann Gelb. Glück für Steffen, dass Bieri ihm diese Aktion nicht als Tätlichkeit auslegt.

Nur die Tatsache, dass dies der einzige Klassiker diese Saison bleiben wird, deutet vom Klassenunterschied. Basel ist geschockt nach dem früher Gegentor. Doch dann fängt sich der Serienmeister. 20. Minute: Michael Lang mit der Massflanke auf Janko - 1:1. Noch vor der Pause verwertet er einen schlecht geklärten Zuffi-Freistoss per Direktabnahme zum 2:1.

Souveräner FCB

Alles scheint jetzt plötzlich einfach. Bis Taulant Xhaka mit seinem Foul alles wieder infragestellt. Doch der FC Basel lässt sich nicht mehr irritieren, überzeugt genauso wie sein Trainer Urs Fischer. Nie hat er den Gegner unterschätzt, bringt - mit Ausnahme von Captain Matias Delgado für Alexander Fransson - die gleiche Elf wie beim 3:1-Sieg gegen den FC Luzern am Sonntag. Er könne keine wichtigen Spiele gewinnen, monierten seine Kritiker. Fischer straft sie gestern Lügen.

Weil Basel im Halbfinal auf den einzigen verbliebenen Challenge-Ligisten, auf den FC Winterthur, trifft, lebt der Traum vom ersten Double seit fünf Jahren weiter. Vor allem auch dank Schlitzohr Steffen. 

Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker von Julian Förnbacher nach:

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