Champions League
Der FCB besiegt Eindhoven: Dieses Feuerwerk bringt Millionen

Was für ein Spiel. Nach dem 2:3 im Hinspiel schafft der FCB mit der Unterstützung des Publikums im Rückspiel den Exploit. Durch das 2:1 zieht der FCB in die nächste Runde ein und sichert sich die budgetierten Europa-Millionen.

Jakob Weber
Merken
Drucken
Teilen
Der FC Basel gewinnt gegen PSV Eindhoven mit 2:1.
17 Bilder
Damit steht der FCB in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation.
Ein starker Rückhalt: Goalie Jonas Omlin.
Die Spieler lassen sich von der Muttenzerkurve feiern.
In der 68. Minute schiesst Ricky van Wolfswinkel den FC Basel 2:1 in Führung.
Schon zuvor hätte der Stürmer einen Treffer erzielen müssen.
Nach einer turbulenten ersten Halbzeit steht es 1:1.
Gegen Ende der ersten Hälfte wir die Partie hiztig. Taulant Xhaka sieht die gelbe Karte.
Noch ist für den FC Basel alles offen.
In der 23. Minute muss Basel den Ausgleich hinnehmen.
Eray Cömert schiesst den FC Basel in der 8. Minute in Führung.
387151394_highres
Valentin Stocker im Duell mit Hirving Lozano.
Die Mannschaften betreten das Feld.
FCB-Trainer Marcel Koller begrüsst PSV-Coach Mark van Bommel.
Die FCB-Spieler bei der Platzbesichtigung vor dem Spiel.
Im Hinspiel in Eindhoven ging der FCB knapp als Verlierer vom Platz.

Der FC Basel gewinnt gegen PSV Eindhoven mit 2:1.

Keystone

Es läuft die 84. Minute. Der FC Basel führt kurz vor Schluss mit 2:1 gegen den niederländischen Vizemeister PSV Eindhoven. FCB-Trainer Marcel Koller wendet sich zur Haupttribüne, wedelt fast eine halbe Minute lang kräftig mit den Armen und animiert die Zuschauer. Zwei Minuten später steht das ganze Stadion und es tobt und hopst auch nach Abpfiff noch und feiert seinen FCB, der die knappe Führung über die Zeit rettet.

Es stand unglaublich viel auf dem Spiel. Eindhoven war der Favorit, die Mannschaft ist 3,5 Mal so viel wert wie der FC Basel. Doch am Ende setzt sich das willensstärkere Team durch. Der FCB zündet wie von Koller im Vorfeld angekündigt, ein verfrühtes 1. August-Feuerwerk. Durch den Sieg steht Basel in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation und darf weiter von der Königsklasse träumen. Die Gruppenphase der Europa League hat der FCB auf sicher und damit auch die budgetierten Einnahmen von rund zehn Millionen Franken.

Der FCB nutzt den Heimvorteil ideal

Der Schweizer Vizemeister geht von Anfang an mit einer Intensität, wie man sie von Rotblau im Joggeli seit langem nicht mehr gesehen hat, in die Zweikämpfe. Angeführt von Captain Valentin Stocker gewinnt der FCB in der Startphase fast jeden Zweikampf. Die Fans quittieren das von Beginn an mit lautstarker Unterstützung. In der 8. Minute schwappt das Joggeli erstmals über. Eray Cömert donnert einen Freistoss aus rund 20 Metern via Lattenunterkante zum 1:0 ins Netz. PSV-Goalie Zoet kriegt die Finger zwar noch an das Geschoss, ablenken kann er es aber nicht.

Das sagt Ricky van Wolfswinkel zum Sieg:

Die 1800 Gästefans, die bereits in den Morgenstunden in der Innenstadt feuchtfröhlich vorglühten und auch im Stadion für Champions-League-Atmosphäre sorgten, verstummen. Basel spielt anschliessend mutig auf das 2:0. Doch Ricky van Wolfswinkel vergibt in der 19. eine Hundertprozentige. Vier Minuten später bekommt der FCB die Quittung. Bruma trifft mit der ersten Gästechance zum 1:1. Ein Ballverlust in der Offensive läutet den Konter ein, den der 1,73 Meter kleine Bruma per Kopf vollendet.

Innert kürzester Zeit vom Trottel zum Matchwinner

In der Folge entwickelt sich ein hitziges Spiel mit vielen Nickligkeiten. Erst durch die Halbzeitpause beruhigen sich die beiden Teams wieder. Nach dem Seitenwechsel ist das Spiel ruhiger, der FCB dem Führungstreffer aber näher. In der 61. Minute köpft van Wolfswinkel den Ball aus fünf Metern am leeren Tor vorbei. Zu diesem Zeitpunkt droht dem Niederländer bei einem Ausscheiden die Rolle des Schuldigen. Doch mit seinem dritten Hochkaräter trifft van Wolfswinkel in der 68. Minute doch noch.

Die Highlights im SRF-Video:

2:1, Sieg, Weiterkommen! Innerst kürzester Zeit wird van Wolfswinkel vom Trottel zum Helden. «Es hat gut angefangen und gut geendet», sagt er nach dem Spiel und lacht. «Ein Lob an die ganze Mannschaft und alle Leute, die heute im Stadion waren. Wir haben uns diesen Erfolg gemeinsam verdient», fügt Captain Stocker an. Die Stimmung ist ausgelassen. Schon kommende Woche trifft der FCB in de nächsten Runde auf LASK Linz aus Österreich. Das Hinspiel findet am kommenden Mittwoch im Joggeli statt. Marcel Koller und Co. wollen dann gerne auch noch ein verspätetes 1. August-Feuerwerk zünden.

Die Noten zum Spiel:

Jonas Omlin: Note 5 Wie er seine Nerven gegen Bergwijn behält in der 65. Minute ist hohe Schule. Sonst kaum geprüft. Beim Gegentor ist die Reaktionszeit zu kurz - selbst für ihn.
12 Bilder
Silvan Widmer: Note 4,5 Obwohl er offensichtlich gesundheitlich angeschlagen ist, bekundet er im Vergleich zum Hinspiel defensiv bei weitem weniger Probleme mit den schnellen Gegnern.
Eray Cömert: Note 5,5 Trifft wie im Hinspiel die Latte - nur dieses Mal die Lattenunterkante und haut via diese den Ball unhaltbar und sehenswert ins Tor zum 1:0 und ebnet damit den Weg. Defensiv tadel- und schnörkellos.
Omar Alderete: Note 4,5 Was genau denkt er sich bei seinem Laufweg vor dem 1:1? Danach fängt er sich und wird abgeklärter. Sein Block in den Schlussminuten ist sehr viel wert.
Taulant Xhaka: Note 5,5 Erneut setzt Koller lieber auf ihn als auf Petretta. Was er zeigt, ist sackstark. Eine defensive Bank, die offensiv auch noch gute Flanken bringt.
Eder Balanta: Note 5 Gefühlt bei jeder Szene bekommt er Applaus. Gefühlt bei jeder Szene ist er am Ende der Gewinner. Ein Abräumer vor der Abwehr, wie man sich ihn wünscht.
Ricky van Wolfswinkel: Note 5 Erzielt das goldene Tor zum 2:1 in der 68. Minute. Dass er davor zwei hundertprozentige verschenkt - es wird niemanden mehr interessieren.
Fabian Frei: Note 4,5 Er stupst den Ball vor dem 1:0 perfekt an. Sonst definiert er sich über riesigen Willen und Einsatz.
Luca Zuffi: Note 5 Erst überlässt er den Freistoss Cömert, der dann das 1:0 erzielt. Dann setzt er Stocker vor dem 2:1 in Szene. Da, wenn es ihn braucht.
Valentin Stocker: Note 5,5 Hält, was er versprochen hat: Voranzugehen in Zweikämpfen und mit seinem Willen. Hinzu kommt, dass er den Freistoss vor dem 1:0 clever herausholt und das 2:1 vorbereitet. Ganz starke Leistung des Captains in seinem 71. Europacup-Einsatz.
Albian Ajeti: Note 4,5 Im Hinspiel war er Mister Effizienz. Dieses Mal lässt er drei Grosschancen liegen und grätscht in der 68. Minute an der vierten vorbei. Gut so, denn danach trifft van Wolfswinkel zum 2:1.
Raoul Petretta: keine Note Ersetzt in der 81. Minute den ausgepowerten Xhaka, der unter Standing Ovations verabschiedet wird. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Jonas Omlin: Note 5 Wie er seine Nerven gegen Bergwijn behält in der 65. Minute ist hohe Schule. Sonst kaum geprüft. Beim Gegentor ist die Reaktionszeit zu kurz - selbst für ihn.

FC Basel

Die Sternstunden des FC Basel: