Fussball

Der FC Lugano ist erstmals seit 19 Jahren Leader in der Super League

Leader! Luganos Mijat Maric feiert seinen verwandelten Penalty gegen Lausanne-Sport.

Leader! Luganos Mijat Maric feiert seinen verwandelten Penalty gegen Lausanne-Sport.

Weil die Young Boys beim 0:0 gegen den FC St. Gallen in hohem Mass Chancenwucher betreiben, bleiben die seit 14 Spielen ungeschlagenen Tessiner an der Spitze. Am Samstag haben sie Aufsteiger Lausanne-Sport die erste Niederlage beigebracht.

19 Jahre hat der FC Lugano auf diesen Augenblick warten müssen: Am Samstagabend ist er endlich wieder einmal Tabellenführer in der Super League geworden. Präziser: Als dies das letzte Mal der Fall gewesen ist, hat die Super League noch Nationalliga A geheissen. Wer gedacht hat, die Herrlichkeit werde keine 24 Stunden anhalten, weil sich Meister YB am Sonntag mit einem Sieg gegen St. Gallen wieder auf Platz 1 hieven würde, wird eines Besseren belehrt.

Die Berner spielen in dieser Saison zum dritten Mal 0:0 und gewinnen nach 17 siegreichen Heimspielen in Serie im Wankdorf erstmals seit dem 22. September 2019 und einem 1:1 gegen den FC Basel nicht. Allerdings bleiben sie bei 30 Siegen und vier Remis nun seit 34 Meisterschaftsheimspielen in Folge ungeschlagen.

YB hat nur halb so viele Tore erzielt wie der FC Zürich

YB hat gegen St. Gallen 27 Torschüsse, exakt gleich viele wie beim 0:0 in Genf, trifft einmal die Latte, scheitert noch und noch am überragenden Goalie Lawrence Ati Zigi und jagt durch Nicolas Ngamaleu die Kugel aus einem Meter über das Tor. Und: Schiedsrichter Urs Schnyder verweigert den Bernern überdies nach einem glasklaren Foul von Basil Stillhart an Meschack Elia einen Penalty.

Nicht zu überwinden: St. Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi lässt YB verzweifeln.

Nicht zu überwinden: St. Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi lässt YB verzweifeln.

Beachtenswert: YB hat in sechs Meisterschaftspartien nur fünf Tore geschossen; halb so viele wie der FC Zürich. «Das kommt schon wieder», lässt sich Aufbauer Christian Fassnacht nicht verrückt machen.» Auch er selber hat zwei dicke Kopfballchancen vergeben. «Es ist zwar bitter, das Positive ist aber, dass wir uns so viele Chancen erarbeiten.»

So also geht der FC Lugano als ungeschlagener Leader in die Nati-Pause. Im Abschiedsspiel auf der Pontaise – Ende November weiht Lausanne-Sport das neue Stadion Tuilière ein – genügt den Tessinern ein Penaltytor von Mijat Maric, um Aufsteiger Lausanne die erste Niederlage beizufügen. Lugano ist nun seit 14 Partien ungeschlagen. Letztmals ist ihnen 1992 eine solche Serie gelungen. Da sind sie zwischen dem 8. Dezember 1991 und dem 8. August 1992 sogar 20 Mal hintereinander ungeschlagen geblieben.

Rizzo darf mindestens bis zur Winterpause bleiben

Zum FC Zürich ist festzuhalten, dass Interimstrainer Massimo Rizzo sein Team bis zur Winterpause trainieren darf. Dies hat Präsident Ancillo Canepa nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Luzern erklärt. Nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg hat Rizzo den FCZ zu drei Dreiern mit einem Torverhältnis von 7:1 geführt. «Wir spielen nun einen völlig anderen Fussball, haben Sicherheit und Selbstvertrauen. Er gibt uns einen super Matchplan mit. Massimo verdient es, unser Chef zu bleiben», sagt Captain Yanick Brecher. Der Gelobte bleibt zurückhaltend und sagt: «Ich will mich nicht aus dem Fenster lehnen. Im Fussball geht es schnell. Was heute gut ist, ist morgen schlecht.»

Vielleicht hat er in diesem Moment an seinen am Samstag unterlegenen Kollegen Fabio Celestini gedacht. Dieser ist im Januar mit vier Siegen gestartet, hat inzwischen aber mehr Niederlagen als Siege auf dem Konto und steht nun nach einem missglückten Saisonstart mit zwei Punkten aus sechs Spielen ziemlich unter Druck.

Autor

Markus Brütsch

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