Die Erinnerungen an das letzte Auswärtsspiel in St. Gallen sind beim FC Basel nicht gerade positiv. Am 22. November gastierten die Basler bei den St. Gallern - und kamen mit einer 1:2-Niederlage wieder nach Hause. Und das, obwohl die Basler bereits nach sechs Minuten durch ein Tor von Janko in Führung gegangen waren. «Wir haben dort sehr gut angefangen, es aber irgendwo verpasst, es durchzuziehen und sind vom Weg abgekommen», zieht Fischer fünf Monate später Bilanz. 

Denn für sein Team geht es am Sonntag wieder in die Ostschweiz. Und natürlich will man sich für diese unnötige Niederlage damals revanchieren und die nächsten drei Punkte holen. Fischer gibt aber zu: «Gegen ein St. Gallen, das zu Hause spielen kann, tut man sich schwer.» Er erwartet, dass der Gegner topmotiviert sein wird. «Die wollen dem FCB ein Bein stellen. Und das alleine macht es zu einer Herausforderung für uns.»

Rekorde keine Bedeutung

Aber auch wenn Fischer es gerne hätte, die ganz grosse Spannung kommt nicht mehr auf. Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern wann der FCB den Titel holt. Und vor allem wie. Denn je nach Verlauf könnten die Basler so früh wie noch nie und mit einem so grossen Abstand wie noch nie Meister werden. «Diese Rekorde bedeuten mir nichts», sagt er und schiebt gleich nach: «Wenn ich aber sagen würde, dass es mir ganz an einem gewissen Ort vorbei geht, dann wäre das nicht die Wahrheit.»

In die Planung und Vorbereitung der Spiele fliessen die Rekorde aber nicht ein. «Dafür haben wir keinen Platz. Das ist nie Thema.» Er und seine Assistenten würden nur verbessern wollen, was eben nicht gut gewesen sei im vorangegangenen Spiel. Und Fischer ist sich sicher, dass das auch seine Mannschaft so sieht. «Wenn ich mir den Auftritt im Tessin anschaue (der FCB führte bereits nach 22 Minuten 3:0 und gewann am Ende 4:1, Anm. d. Red.), dann muss ich keine Antwort mehr darauf geben, wie meine Mannschaft eingestellt ist.» Es sei schliesslich schon schwer genug, zum siebten Mal nacheinander Meister zu werden. «Da spielen die anderen Rekorde keine Rolle.» Aber ein gewisser Stolz sei dennoch dahinter. 

Drei Rückkehrer beim FCB

Aber nun zurück zum Spiel gegen den FC St. Gallen. Im Vergleich zur Partie vom letzten Mittwoch kann Fischer wieder auf die dort gesperrten Behrang Safari, Marek Suchy und Breel Embolo zurückgreifen. «Das gibt wieder etwas Luft.» Optimal ist die Personalsituation aber noch immer nicht. Von den Verletzten hat sich keiner soweit erholt, um spielen zu können. Daniel Hoegh trainiert zwar wieder, aber noch immer separat von der Mannschaft. So muss Fischer sowohl auf ihn, als auch weiterhin auf Michael Lang, Marc Janko, Manuel Akanji und Philipp Degen verzichten. 

Aber auch ohne diese Spieler darf erwartet werden, dass der FCB in St. Gallen die nächsten drei Punkte holt. Auch wenn der Gastgeber vom Sonntag am Mittwoch  Sion ein 1:1 abtrotzen konnte, sind sie nach zuletzt vier Niederlagen in Folge nicht wirklich in Form. Gelingt den Baslern der Sieg, dann rückt der Titel immer näher. Im besten Fall könnten sie schon am nächsten Mittwoch Meister werden, dazu müsste YB aber seine beiden nächsten Spiele verlieren und Basel seine gewinnen. Und sonst wird die Meisterfeier auf den 30. April verschoben. Und dann werden auch die Erinnerungen an die letzte Niederlage in St. Gallen längstens vergessen sein.