Super League

Der erste Spitzenkampf für den FCB - oder doch nicht?

Gegen den FC Vaduz konnte der FC Basel (hier Bjarnason, Steffen und Zuffi, v.l.n.r.) fünf Tore bejubeln. Gegen Luzern wartet nun ein erster Härtetest.

Gegen den FC Vaduz konnte der FC Basel (hier Bjarnason, Steffen und Zuffi, v.l.n.r.) fünf Tore bejubeln. Gegen Luzern wartet nun ein erster Härtetest.

Am Sonntag um 13.45 Uhr steht für den FC Basel mit dem Spiel gegen den FC Luzern der erste Spitzenkampf an. Beide haben sechs Punkte und belegen die Plätze 1 und 2 in der Tabelle. Urs Fischer will aber trotzdem nicht von einem Spitzenkampf sprechen.

Urs Fischer kann sich nicht wirklich festlegen. Irgendwo sei es schon ein Spitzenkampf. «Es spielen ja immerhin der Erste und der Zweite gegeneinander», so der Cheftrainer des FC Basel im Vorfeld des Spiels gegen den FC Luzern vom Sonntag (ab 13.45 Uhr im Liveticker). Aber ein wirklicher Spitzenkampf? Nein, das sei es nicht. «Die Meisterschaft hat erst angefangen. Deshalb spüre ich auch kein spezielles Kribbeln vor diesem Spiel.»

Es wäre anders, würde sich die Meisterschaft langsam dem Ende zuneigen. Aber davon ist man am dritten Spieltag noch mehr als 33 Mal 90 Minuten entfernt. «Dieses Spiel steht im Zeichen der Formsuche», sagt Fischer deshalb. Und das betreffe nicht nur seine, sondern alle Mannschaften zu diesem Zeitpunkt der Saison. «Man darf sich so früh in der Saison nicht von Resultaten blenden lassen.» Damit gibt Fischer auch gleich zu Protokoll, dass YB nach der Pleite von letztem Wochenende gegen Lugano nicht schon jegliche Ambitionen abgesprochen werden sollten. 

Und auch von einer puren Dominanz seines Teams will er – noch – nichts wissen. «Wir sind natürlich froh, dass wir zwei Mal gewinnen konnten. Was man hat, das hat man, und das kann einem niemand mehr wegnehmen. Aber auch wenn wir zwei Siege aus zwei Spielen haben, gab es gerade gegen Vaduz noch das Eine oder Andere, das es zu verbessern gilt.»

Der Start in die von Fischer kritisierte Partie – die die Basler am Ende verdient, aber mit 5:1 zu hoch gewinnen konnten – sei gut gewesen. Danach sei seine Mannschaft aber nicht mehr konsequent genug gewesen, habe vor allem in der Spieleröffnung nicht mehr so genau agiert, habe die Bälle zu leicht verloren und habe auch Abstimmungsprobleme gehabt, die nur dank Glück nicht zu Gegentreffern führten. «Das müssen wir alles besser machen gegen Luzern. Denn sie werden bereit sein und freuen sich auf das Spiel.»

Kompakt, aggressiv und organisiert 

Die bittere Niederlage in der Qualifikation für die Europa-League-Playoffs ändere daran nichts, ist sich Fischer sicher. «Das ist alles sehr unglücklich gelaufen für sie», bilanziert der FCB-Coach, der sich nach langer Suche nach einem Livestream im Internet das Spiel doch noch von Anfang bis Schluss hatte anschauen können. 

Auch wenn Luzern gestern Donnerstag vielleicht nicht den besten Tag und dazu auch noch Pech hatte, ist Fischer von den Qualitäten des nächsten FCB-Gegners überzeugt: «Sie sind eine sehr kompakte Mannschaft, die hoch zustellt, in der Mittelzone aggressiv ist und deren Spiel von guter Organisation zeugt.» Und trotz der vier Gegentore, die Luzern in den ersten beiden Liga-Spielen kassiert hat, attestiert Fischer ihnen, in der Rückwärtsbewegung solidarisch zu sein. 

Besonders speziell wird das Spiel für Cedric Itten werden. Der ehemalige FCB-Junior, der für eine Saison an den FC Luzern ausgeliehen ist, trifft am Sonntag ein erstes Mal auf seinen Ex- und Herzensclub. Es darf damit gerechnet werden, dass Itten spielt, hat er doch nur das Rückspiel gegen Sassuolo bisher nicht bestritten.

Der EX-FCB-Junior Cedric Itten trifft am Sonntag zum ersten Mal auf seinen Ex-Verein.

Der EX-FCB-Junior Cedric Itten trifft am Sonntag zum ersten Mal auf seinen Ex-Verein.

Leistung statt Toleranz

Fischer ist mit der bisherigen Entwicklung Ittens zufrieden. «Er hat ganz gute Auftritte gehabt. Er ist auf dem richtigen Weg und ist bemüht. Im Abschluss muss er aber noch konsequenter werden. Hoffen wir einfach, dass er das nicht am Sonntag tut», sagt Fischer und lacht. Für ihn ist auch klar, dass die Leihe von Itten nach wie vor der richtige Entscheid war. «Jetzt ist er nicht mehr ein FCB-Junior, dem so gut wie alles verziehen wird, weil er ein Eigengewächs ist. Jetzt zählt nur noch die Leistung.»

Leistung müssen auch jene Spieler des FC Basel zeigen, die am Sonntag zum Einsatz kommen. Vor allem angesichts dessen, dass der Kader noch immer sehr breit ist. Alleine am Freitag hatte Fischer 22 Feldspieler im Training. Wen Fischer aufstellen wird, wollte er wie gewohnt nicht verraten. «Aber ich werde sicher nicht sechs, sieben oder acht Spieler tauschen im Vergleich zum Vaduz-Spiel. Die Mannschaft muss sich kennenlernen und Automatismen entwickeln.»

Daher werde er nur vereinzelte Wechsel vornehmen. Noch nicht von der Mini-Rotation profitieren werden Geoffroy Serey Die sowie Kevin Bua, die noch im Aufbau sind. «Sie sind beide auf einem guten Weg, aber brauchen noch etwas Zeit.» Weiter fehlen werden ausserdem die Langzeitverletzten Andraz Sporar und Manuel Akanji, sowie Alexander Fransson, der in der Nacht auf heute mit der schwedischen Nationalmannschaft das erste Spiel an den Olympischen Spielen in Rio bestritt, die ganzen 90 Minuten auf dem Platz stand und mit seinem Team gegen Kolumbien ein 2:2 erspielte. 

Meistgesehen

Artboard 1