Nach dieser verrückten Olympiasaison brauchte Dario Cologna etwas länger, bis er wieder mit voller Motivation ins Sommertraining einsteigen konnte. «Es war eine intensive Zeit», sagt er und staunt im Rückblick selber ein wenig über die Geschichte, die er im letzten Winter erlebt hat: «Es ist eigentlich unglaublich, dass es geklappt hat mit den beiden Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen.»

Keine drei Monate blieben Cologna zwischen seiner Fussoperation und den Winterspielen in Sotschi. Dort gewann er nach einem ambitionierten Rehabilitationsprogramm und kaum Schneetraining die Rennen über 30 und 15 Kilometer. Eine Leistung, die nur möglich war, weil sich Cologna zum Zeitpunkt des Unfalls bereits in einer exzellenten Verfassung befunden hatte. Und weil er den Glauben an seine Chance nie verlor. «Die mentale Herausforderung war enorm», sagt der 28-jährige Bündner. «Dass ich diese gemeistert habe, darauf bin ich besonders stolz.»

Dario Cologna Goldmedaillen-Feier

Der Erfolg in Sotschi machte es Cologna im Frühling letztlich doch einfach, sich für die bevorstehende WM-Saison zu motivieren. Nach einer zweiten Operation im März, bei der er sich ein nach dem Unfall eingesetztes künstliches Band entfernen lassen musste, folgte allerdings zunächst der zweite Teil der Rehabilitationsphase. War bis im Februar alles auf die Olympischen Spiele ausgerichtet, so ging es nach dem vorzeitigen Saisonabbruch darum, den Fuss richtig ausheilen zu lassen.

Die Beweglichkeit ist etwas eingeschränkt

Es dauerte fast bis Ende August, bis Cologna wieder ohne Beschwerden intensive Lauftrainings zu Fuss absolvieren konnte. «Bei Sprüngen spüre ich die Verletzung noch immer, aber ich kann im Training wieder alles machen.» Nur die Beweglichkeit im Fussgelenk dürfte nie mehr ganz so werden wie vor dem Misstritt.

Über den neuen Trainer Ivan Hudac ist Cologna des Lobes voll. «Er ist ein guter Typ, der die Trainerrolle lebt und das Team mitreisst», sagt er. Der Slowake hat im Frühling Guri Hetland nach vier Jahren abgelöst und damit eine neue Dynamik in die Mannschaft gebracht. Neben anderen Athleten hatte auch Cologna den Wunsch nach einer personellen Veränderung geäussert, um sich sportlich weiterentwickeln zu können. «Hudac bringt die erhofften neuen Impulse im Training», sagt Cologna, der mit Guri Hetland weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

Krankheit im Oktober

Ob er beim Weltcupstart am 29. November in Kuusamoin Finnland bereits wieder um den Sieg mitlaufen kann, wird sich zeigen. Nachdem er im Oktober krankheitshalber praktisch das ganze Gletscher-Trainingslager in der Ramsau in Österreich verpasste, fühlt sich der Schweizer Sportler des Jahres 2013 noch nicht ganz in Bestform. Diese will er spätestens bis zu den Weltmeisterschaften von Ende Februar im schwedischen Falun finden.

Neben dem klaren Saisonhöhepunkt, bei dem er als Titelverteidiger im Skiathlon antreten wird, hat Cologna in dieser Saison mit der Tour de Ski und dem Gesamtweltcup noch zwei weitere grosse Ziele in seinem Fokus. Beide Wettkampfserien hat er schon dreimal gewonnen.