Was haben Kaffeemaschinen und das Weltall gemeinsam? Nun, auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten auch nicht. Und doch gibt es einen gemeinsamen Nenner: Roger Federer. Am Freitag lancierte der im solothurnischen Niederbuchsiten ansässige Kaffeemaschinen-Produzent Jura seine neue Werbekampagne mit seinem prominenten Imageträger.

Zwischen der Hauptausgabe der «Tagesschau» und «Meteo» lief der dazu passende Werbesport zum ersten Mal. Roger Federer schwebt darin auf der Suche nach einem frisch gemahlenen Kaffee schwerelos in einem Raumschiff herum. Leider findet er nur die vermaledeiten Kapseln – bis er schliesslich erleichtert neben seiner Kaffeemaschine stehend aus dem ungemütlichen Traum erwacht.

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Wenn ein Weltstar wie Roger Federer in der Provinz seine Aufwartung macht, dann ist das auch ein wenig so, wie wenn ein Ausserirdischer die Erde besuchen würde. Der vermutlich bekannteste Schweizer Bürger der Welt kam wenige Tage vor seinem ersten Auftritt an den Swiss Indoors in Basel ins Bauerndorf Niederbuchsiten, um seinen «Walk of Fame» in der edlen «World of Coffee» neu zu eröffnen.

300-mal lächeln

Der extraterrestrische Baselbieter zeigte sich dabei von seiner bodenständigen und bescheidenen Seite. Der Mann, der allein in diesem Jahr weit über 6 Millionen US-Dollar Preisgeld eingespielt hat, plauderte exklusiv vor versammelter Belegschaft zusammen mit Radio-Moderator Bernie Schär zunächst ein wenig aus dem Nähkästchen.

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Nach der zeremoniellen Wiedereröffnung seines Ausstellungsbereichs liess es sich der «prominenteste Jura-Mitarbeiter» dann nicht nehmen, mit jedem Einzelnen der über 300 (!) Angestellten seines Sponsors ein Bild machen zu lassen. Das ging natürlich nicht ohne klare Regeln: «Es wird eine Massenabfertigung. Bitte keine Selfies versuchen, kein Smalltalk, keine Autogramme», ermahnte der Moderator die Mitarbeiter und sagte: «Es gibt Leute auf der ganzen Welt, die ihren rechten Arm dafür hergeben würden, wenn sie Roger Federer so nah sein könnten.»

Panini-Album und David-Hasselhoff-Poster zu bestaunen

In seinem Ausstellungsbereich wurden neu vier Tennis-Garderobenschränke installiert, welche vier Themengebiete abdecken. Interessante und lustige Einblicke gewährt der Spind, in welchem «teilweise sehr persönliche Dinge» (Zitat Federer) ausgestellt werden. Zum Beispiel sein alter Gameboy («so was hatten wir früher noch»), Lucky-Luke-Comics, ein zerfleddertes Panini-Album oder – sehr hübsch – eine David-Hasselhoff-CD («Die kann unmöglich von mir sein.»).

Seine Erfolge, der Respekt gegenüber den Gegnern und sein wohltätiges Engagement in Afrika werden in den restlichen drei Kästchen vorgestellt.

Im Verlauf des späteren Abends bestieg der Ausserirdische, der immer von zwei Security-Mitarbeitern begleitet wurde, dann wieder sein als schwarze Limousine getarntes Raumschiff und entschwand in die Dunkelheit, aber nicht in den Orbit. «Ich würde mich niemals ins Weltall wagen. Da hätte ich viel zu viel Angst», sagt Federer. Zumal es dort ja auch nur Kaffeekapseln gibt.

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